Ein aktueller Bericht behauptet, Apple habe nach der Wahl von Donald Trump interne AI-Richtlinien geändert, insbesondere was Themen wie Diversität, Impfungen und die US-Politik betrifft. Apple und sein Zulieferer widersprechen den Vorwürfen, betonen aber regelmäßige Anpassungen ihrer Richtlinien.
Datenkennzeichnung und ihre Rolle im AI-Training
Tech-Unternehmen wie Apple nutzen oft externe Dienstleister für die Datenbearbeitung und Labeling, einen zentralen Prozess beim Training von KI-Modellen. Dabei markieren und bewerten Mitarbeitende Daten, prüfen die KI-Ausgaben und melden problematische Inhalte. Diese strukturierte Rückmeldung wird später zur Feinjustierung oder erneuten Schulung der KI eingesetzt. Im vorliegenden Fall nennt Politico die Firma Transperfect, die auch Übersetzungsdienste anbietet und weltweit agiert. Rund 200 Mitarbeitende in Barcelona arbeiten aktuellen Berichten zufolge exklusiv an der Datenaufbereitung für Apples KI-Modelle.
Änderungen bei Sensitivitätsthemen laut Bericht
Laut Politico stützte sich der Bericht auf zwei interne Dokumentensätze, die für Transperfect-Mitarbeitende bestimmt waren. Das eine galt von 2024 bis Anfang 2025, das andere wurde von Apple im März 2025 ausgestellt und enthält laut Politico aktualisierte Richtlinien. Zu den Neuregelungen zählen, dass KI-Systeme sensibler auf Themen wie Diversität (DEI), Wahlen, Impfstoffe und Donald Trump reagieren sollen. Die Liste sensibler Themen wurde erweitert – neu hinzu kamen unter anderem DEI-Politik, Gaza, Krim, Kaschmir, Taiwan, Impfungen und Wahlen. Zuvor waren bereits LGBTQ+-Themen, Waffenbesitz oder umstrittene Gebiete abgedeckt. Ebenfalls geändert wurden laut Bericht Anweisungen, wie Annotator:innen mit Trump-bezogenen Themen umgehen. Die grundsätzliche Funktion der KI wurde bezüglich Trumps Person jedoch nicht modifiziert. Bestimmte Begriffe wie „Intoleranz“ oder „systemischer Rassismus“ strich man laut Politico-Quelle gänzlich aus den Richtlinien.
Apple und Transperfect widersprechen den Vorwürfen
Apple reagierte auf die Vorwürfe mit einem deutlichen Dementi. In einer Stellungnahme erklärte eine Apple Sprecher:in, die grundlegende Herangehensweise an KI-Trainingsprinzipien und die AI-Richtlinien habe sich nicht geändert. Das Unternehmen trainiere eigene Modelle, arbeite aber auch mit externen Dienstleistern zusammen. Dabei bewerte man regelmäßig sensible Themen, aktualisiere die Richtlinien und arbeite strikt nach firmeneigenen Prinzipien für „Verantwortungsvolle KI“. Diese umfassenden Leitlinien können Interessierte auf Apples offizieller Forschungswebseite nachlesen. Ergänzend wies Transperfects Co-CEO Phil Shawe die Anschuldigungen ebenfalls zurück. Man habe in den letzten zwölf Monaten mehr als 70 Updates für die Vorgaben erhalten, aber das Grundprinzip sei unverändert geblieben. Welche Behauptungen konkret als falsch zurückgewiesen wurden, ließ er offen.
Die Diskussion um Transparenz und kontrolliertes Verhalten von KI-Systemen angesichts polarisierender Themen ist aktueller denn je. Wie AI-Modelle künftig auf gesellschaftlich kontroverse Fragen reagieren, ist weiterhin Gegenstand intensiver Debatten.
Via: https://9to5mac.com
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