Apple plant im kommenden Jahr die ersten 2‑nm-Chips A20 und A20 Pro für iPhone 18 und iPhone Fold. Trotz großer Vorabkontingente bei TSMC drohen nun Produktionsengpässe.
Apple sichert großen Teil der 2‑nm-Kapazität von TSMC
Die A20- und A20-Pro-Chips sollen Apples erste 2‑nm-SoCs werden und in der iPhone‑18‑Reihe sowie im iPhone Fold eingesetzt werden, bevor Anfang 2027 das Basis‑iPhone 20 folgt. Da die A‑Serie in Millionenstückzahlen gefertigt wird, überrascht es nicht, dass Apple sich laut früheren Berichten mehr als die Hälfte von TSMCs anfänglicher 2‑nm‑Produktion gesichert haben soll, um Wettbewerber auf Abstand zu halten.
Ein aktueller Bericht zeichnet jedoch ein anderes Bild: Demnach hat Apple fast die Hälfte der anfänglichen Liefermenge erhalten, nicht deutlich mehr als 50 Prozent, wie zuvor gemeldet. Unabhängig von der exakten Zahl scheint TSMC mit der Nachfrage nach der neuen Fertigungstechnik überfordert zu sein, weshalb selbst Apple mit Engpässen rechnen muss. Gleichzeitig deutet nichts darauf hin, dass Apple deshalb zu Samsung und dessen 2‑nm‑GAA‑Verfahren wechseln wird.
TSMC soll darauf bestehen, seine modernsten Fertigungsprozesse in Taiwan zu belassen und nicht in den USA anzubieten. Dadurch entsteht dort keine vollwertige Lieferkette für die fortschrittlichsten Technologien. Zwar plant TSMC den Bau von drei zusätzlichen 2‑nm‑Fabriken in Taiwan, um die Nachfrage besser bedienen zu können, doch die Lage bleibt angespannt, und auch Großkund:innen wie Apple bekommen dies zu spüren.
Samsung setzt auf 2‑nm‑GAA und gewinnt erste Großaufträge
Samsung präsentiert sich parallel als Alternative mit einem eigenen 2‑nm‑GAA‑Prozess. Das Unternehmen hat kürzlich den Exynos 2600 als ersten eigenen 2‑nm‑GAA‑Chip vorgestellt und will die Massenfertigung dieser Strukturbreite bereits im kommenden Jahr im Werk in Taylor (USA) starten. Damit wäre Samsung TSMC beim Aufbau einer global verteilten Lieferkette voraus.
Darüber hinaus hat Samsung einen milliardenschweren Auftrag von Tesla für 2‑nm‑GAA‑Chips abgeschlossen und beliefert zusätzlich zwei chinesische Hersteller von Kryptowährungs-Hardware mit entsprechenden Bausteinen. Das deutet auf ein beträchtliches Marktpotenzial für Samsungs 2‑nm‑GAA‑Knoten hin, auch wenn Apple nach aktuellem Stand wohl weiterhin ausschließlich auf TSMC setzt.
Warum Apple trotz Engpässen wohl nicht zu Samsung wechselt
Apple dürfte an TSMC festhalten, weil der Konzern dem Auftragsfertiger offenbar höhere Ausbeuten zutraut und die enge Partnerschaft nicht gefährden will. Konkrete Details zu etwaigen Sonderkonditionen oder einer geheimen Vereinbarung zwischen Apple und TSMC sind nicht bekannt, doch offenbar sind die Rahmenbedingungen attraktiv genug, um Samsung außen vor zu lassen.
Hinzu kommt, dass der Erfolg von Samsungs 2‑nm‑GAA‑Fertigung noch nicht gesichert ist. Als Samsung im September mit der Massenproduktion des Exynos 2600 begann, lagen die Ausbeuten laut früheren Schätzungen bei lediglich 50 Prozent. Wirtschaftlich sinnvoll wird die Technologie erst ab rund 70 Prozent, ein Wert, den TSMC bei der 2‑nm‑Testproduktion im Dezember 2024 mit geschätzten 60 Prozent bereits fast erreicht haben soll.
Apple hat zudem noch keine Gespräche mit TSMC über den Einsatz des A16‑Fertigungsprozesses aufgenommen. Das deutet darauf hin, dass der Konzern nach 2 nm direkt den A14‑Prozess anstrebt, was die Zusammenarbeit mit TSMC weiter ausbauen würde. Gleichzeitig steigen die Waferpreise deutlich: Der A14‑Prozess soll pro Wafer rund 45.000 US‑Dollar (ca. 41.500 Euro) kosten. Angesichts dieser Entwicklung könnte Apple langfristig gezwungen sein, Samsung doch als mögliche Alternative zu prüfen, um sich bessere Konditionen für die Zukunft zu sichern.
Via: https://wccftech.com
Titelbild KI (Zur Illustration)
