Apple hat die Preise für externe Festplatten und SSDs im eigenen Online-Store und in den Ladengeschäften spürbar angezogen. Hintergrund ist eine KI-getriebene Knappheit bei Speicherchips.
Deutliche Preissprünge bei externen SSDs
Wie der Bloomberg-Journalist Mark Gurman in seinem aktuellen „Power On“-Newsletter berichtet, hat Apple in der vergangenen Woche die Preise für mehrere externe Laufwerke angepasst. Die Aufschläge fallen dabei deutlich aus und betreffen unterschiedliche Kapazitäten.
Ein externes SanDisk-SSD-Laufwerk mit 4 Terabyte Speicherplatz, das zuvor rund 500 US‑Dollar (rund 460 Euro) kostete, liegt nun bei 1.200 US‑Dollar (rund 1.100 Euro). Das gleiche Modell mit 1 Terabyte ist von 120 US‑Dollar (rund 110 Euro) auf 360 US‑Dollar (rund 330 Euro) gestiegen. Gurman zufolge wurden mehrere Angebote im Zubehörsortiment entsprechend neu bepreist.
Laut dem Bericht gehen die Preisanpassungen auf die hohe Nachfrage nach Speicher- und Speichermodul-Chips durch KI-Anwendungen zurück. Diese Nachfrage wirkt sich mittlerweile spürbar auf den Endkund:innenmarkt aus und treibt die Preise für entsprechende Produkte nach oben.
Gurman betont, dass bei Drittanbieter-Zubehör die jeweiligen Hersteller:innen die Preise festlegen, nicht Apple selbst. Für Käufer:innen im Apple Store macht dieser Unterschied jedoch keinen praktischen Unterschied, da die höheren Preise direkt an Euch weitergereicht werden.
Knappheit in Online-Store und Filialen
Die aktuelle Lage zeigt sich nicht nur an den gestiegenen Preisen, sondern auch an der Verfügbarkeit. Im Apple Online-Store sind externe Laufwerke derzeit weitgehend ausverkauft. Viele Modelle lassen sich weder liefern noch zur Abholung in einem Store reservieren.
In den physischen Apple Stores könnt Ihr mit etwas Glück noch Restbestände finden, müsst dort aber ebenfalls die neuen, höheren Preise bezahlen. Die Entwicklung ist zudem kein exklusives Apple-Problem. Ähnliche Engpässe und Preissprünge sind auch bei anderen Händler:innen wie Best Buy und Amazon zu beobachten.
In Deutschland haben die SSD-Preise im Apple-Online Store auch angezogen. So kostet zum Beispiel die SanDisk® Professional PRO-G40™ SSD – 4 TB zum Zeitpunkt dieses Artikels 1249,95 Euro. Bei Amazon gibt es das baugleiche Modell für „nur“ knapp 844 Euro.
KI-Rechenzentren verdrängen den Verbrauchermarkt
Die Knappheit basiert auf derselben Lieferverengung, die Apple bereits Anfang des Monats zu höheren Preisen bei MacBook Air und MacBook Pro gezwungen hat. Beide Baureihen wurden in den USA um 100 US‑Dollar (rund 90 Euro) teurer.
Auch die Streichung der höchsten 512‑Gigabyte‑RAM‑Option beim Mac Studio dürfte im Zusammenhang mit dieser Situation stehen. Die dafür benötigten Speicherchips sind derzeit besonders gefragt und entsprechend schwer verfügbar.
Aktuell fließen enorme Mengen an NAND-Flash und Speichermodulen in den Aufbau von KI-Rechenzentren. Hersteller:innen priorisieren diese lukrativen Aufträge aus dem Unternehmensbereich und bedienen den Verbrauchermarkt erst nachrangig. Gurman geht davon aus, dass sich die Lage im Laufe des Jahres 2026 weiter zuspitzen wird und möglicherweise auch darüber hinaus angespannt bleibt.
Via: https://www.macrumors.com
Titelbild: Symbolfoto – Sandisk
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