Apple hat die App „Eyes Up“ aus dem App Store entfernt. Die App dokumentierte Festnahmen durch US-Einwanderungsbehörden, indem sie Videos sammelte und archivierte.
Die „Eyes Up“-App archivierte Videos von Festnahmen durch die US-Einwanderungs- und Zollbehörde (ICE) aus unterschiedlichen Quellen und stellte diese auf einer interaktiven Karte dar. Nutzer:innen konnten eigene Videos einreichen oder auf einzelne Karten-Pins tippen, um Videos anzusehen und herunterzuladen. Ziel der App war nach eigenen Angaben, Regierungsverantwortung und Transparenz zu fördern und auf potenzielles Fehlverhalten von ICE hinzuweisen. Sie bot jedoch keine Echtzeit-Verfolgung der Behörden, sondern konzentrierte sich auf die Archivierung des Geschehens. Laut Aussagen der Administration von Eyes Up könnten die gespeicherten Videos unter Umständen als Beweismittel für gerichtliche Verfahren von Bedeutung sein.
Nach Angaben von 404 Media, die zuerst über die Entfernung berichteten, begründete Apple den Schritt mit einem Verstoß gegen die eigenen Richtlinien zu „anstößigen Inhalten“. Zusätzlich habe das Unternehmen von Strafverfolgungsbehörden Hinweise erhalten, dass die App Standortdaten über Polizeibeamt:innen bereitstellen könnte, um diesen einzeln oder als Gruppe zu schaden. Damit folgte Apple auf eine behördliche Information, die potenzielle Risiken durch den Einsatz der App für Beamte sah. Bereits in der vergangenen Woche hatte Apple eine vergleichbare App namens ICEBlock entfernt
, die ICE-Aktivitäten verfolgte und Echtzeit-Warnmeldungen über Festnahmen ausspielte. Anders als ICEBlock diente Eyes Up allerdings in erster Linie der Archivierung vergangener Vorgänge.Auch Google entfernte Apps wie „Red Dot“ aus dem Play Store, welche die Aktivitäten der Einwanderungsbehörden in Karten visualisierten. Ziel war es, das Teilen von Standortdaten sogenannter „verletzlicher Gruppen“ zu unterbinden. Apple reagierte zudem laut Fox Business auf eine direkte Anfrage der Generalstaatsanwältin Pam Bondi bezüglich ICEBlock. Die Entfernung von Eyes Up deutet darauf hin, dass Apple das Vorgehen gegen Anwendungen, die Standorte von ICE-Aktivitäten oder Behörden weitergeben, erheblich ausweitet. Die App „Eyes Up“ ist derzeit weiterhin über den Webbrowser abrufbar sowie im Google Play Store verfügbar. Es bleibt abzuwarten, ob weitere Plattformen in den kommenden Wochen vergleichbar handeln.
Via: https://www.engadget.com
Titelbild: Screenshots Google Play Store
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