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Apple benennt CPU-Kerne um: Mehr Leistung im Namen

Mit den neuen MacBook-Pro-Modellen mit M5 Pro und M5 Max ändert Apple nicht nur die Hardware, sondern auch die Bezeichnung seiner CPU-Kerne. Diese Umbenennung zielt klar auf die Außendarstellung der Chip-Architektur.

Von Effizienz- zu Leistungskernen

Apple unterscheidet in seinen Chips seit jeher zwei Arten von CPU-Kernen. Bisher standen die Bezeichnungen für maximale Leistung einerseits und hohe Energieeffizienz andererseits. Genau an diesem Punkt setzt Apple nun an und rückt die bisher als „effizient“ wahrgenommenen Kerne stärker als leistungsfähig ins Licht.

Nach Einschätzung vieler Gespräche mit Apple-Verantwortlichen gab es intern immer wieder Unzufriedenheit mit der Wahrnehmung dieser „kleineren“ Kerne. Sie galten bei vielen Beobachter:innen als deutlich schwächer, obwohl Apple regelmäßig betonte, dass diese Kerne nicht nur stromsparend, sondern für sich genommen auch sehr schnell seien.

Offenbar hatte Apple genug davon, die Effizienzkerne ständig rechtfertigen zu müssen. Die Umbenennung soll nun deutlicher machen, dass es sich nicht um zweite Wahl handelt, sondern um Kerne mit eigenem Leistungsschwerpunkt. Damit rückt Apple die Performance stärker in den Vordergrund und versucht, Missverständnisse in der Außenwahrnehmung zu korrigieren.

Verwirrung durch bekannte Begriffe

Die neue Namensgebung hat jedoch einen Haken: Apple greift auf bereits etablierte Fachbegriffe zurück und recycelt bestehende Bezeichnungen. Das erleichtert zwar das Marketing, erschwert aber die technische Einordnung für alle, die eng am Thema bleiben.

Wer die Entwicklung der M-Serie verfolgt, muss sich nun neu orientieren, wenn von bestimmten Kern-Typen gesprochen wird. Begriffe, die bislang klar einer Funktion zugeordnet waren, bezeichnen nun teilweise etwas anderes. Das kann die Erklärung der Architektur komplizierter machen und zu Missverständnissen führen.

Rückblickend wäre es möglicherweise sinnvoller gewesen, zwei vollständig neue Namen für die unterschiedlichen Kernarten einzuführen. So hätte Apple die Chance gehabt, die veränderte Positionierung eindeutig zu kommunizieren, ohne auf bestehende Begrifflichkeiten zurückzugreifen.

Technische Weiterentwicklung und Fusion-Architektur

Abseits der Namensänderung steckt im M5-Update ein klarer technischer Fortschritt: Die bisher als Effizienzkerne bekannten Einheiten haben beim M5 Pro und M5 Max ein deutliches Architektur-Update erhalten. Apple modernisiert nicht jeden Teil der Chips bei jeder Generation, sondern setzt Schwerpunkte – dieses Mal profitieren die energieeffizienten Kerne in der High-End-M5-Reihe.

Die besonders leistungsstarken „Super“-Kerne sind weiterhin für Spitzenlasten gedacht, etwa beim Rendern, Kompilieren oder anderen rechenintensiven Aufgaben. Ein Großteil der alltäglichen Mac-Nutzung erfordert diese Spitzenleistung jedoch nicht. Gerade hier spielen die überarbeiteten Kerne ihre Stärken aus, indem sie alltägliche Aufgaben zügig bearbeiten und gleichzeitig Strom sparen.

Vermutlich werden diese neuen Kerne in der nächsten Generation auch in den Basis-M6-Chips auftauchen und diese im Vergleich zum Basis-M5 spürbar verbessern. Die aktuelle Änderung ist damit nicht nur für die neuen MacBook-Pro-Modelle relevant, sondern deutet auf die weitere Entwicklung der Plattform hin.

Parallel dazu hat Apple die neue Fusion-Architektur vorgestellt. Sie ermöglicht es, verschiedene Chip-Bausteine in einem Paket zu kombinieren. So kann Apple ein einheitliches CPU-Set für M5 Pro und M5 Max entwickeln und gleichzeitig zwei unterschiedliche Grafikvarianten mit 20 (Pro) und 40 (Max) Kernen anbieten.

Diese modulare Herangehensweise eröffnet mehr Flexibilität beim Chip-Design und dürfte langfristige Auswirkungen auf zukünftige Modelle haben. Besonders spannend ist die Frage, welche Rolle das für ein mögliches M5-Ultra-Design spielt, etwa für einen kommenden Mac Studio mit M5-Chip, falls ein solches Modell erscheint.

Im Kern bleibt die Umbenennung der Kerne dennoch ein Marketingthema. Apple will die bisher „kleineren“ Kerne sichtbarer aufwerten. Ob sich die neuen Bezeichnungen durchsetzen, wird sich in den kommenden Jahren zeigen.

Via: https://sixcolors.com
Titelbild: Apple

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Michael Reimann

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