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App Store kämpft mit KI-Flut aus minderwertigen „Vibe-Coding“-Apps

Im App Store landen 2026 so viele neue Anwendungen wie seit Jahren nicht mehr. Ein großer Teil davon stammt offenbar aus KI‑Generatoren – und stößt kaum auf Nutzer:inneninteresse.

Rekordjahr: Über eine Million neue Apps in Sicht

Daten von Sensor Tower zeigen, dass die Zahl der App-Einreichungen im App Store in den vergangenen Jahren deutlich gestiegen ist. Nach einem Tiefstand von rund 420.000 neuen Apps im Jahr 2022 legte das Angebot wieder zu. 2025 kamen etwa 600.000 neue Anwendungen hinzu, ein Plus von 30 Prozent gegenüber 2024.

Allein zwischen Januar und Juni 2026 sollen nun fast 560.000 neue Apps im Store gelandet sein. Laut Bericht hat sich die Zahl der Einreichungen im ersten Halbjahr damit bereits verdoppelt, und der Trend dürfte vorerst anhalten. Hält das aktuelle Tempo an, steuert der App Store 2026 auf mehr als eine Million neue Apps zu und würde damit den bisherigen Höchststand von 890.000 aus dem Jahr 2016 übertreffen.

Für die weltweite App-Ökonomie wirkt das zunächst positiv: Mehr Angebote bedeuten theoretisch mehr Auswahl und Chancen für Entwickler:innen. Gleichzeitig verändert sich aber, wer diese Apps überhaupt einreicht – und wie sie entstehen.

„Vibe Coding“: KI-Werkzeuge statt Programmierkenntnissen

Laut Bericht unterscheidet sich die aktuelle Welle klar vom früheren App-Boom, der im Wesentlichen von ausgebildeten Entwickler:innen getragen wurde. Heute treiben vor allem Menschen ohne oder mit sehr wenig Programmiererfahrung das Wachstum voran. Viele nutzen dabei frei zugängliche KI‑Werkzeuge, die mit einfachen Spracheingaben lauffähige Anwendungen erzeugen.

Zehntausende der neuen Apps sollen mithilfe von KI-Coding-Tools wie Replit und Bolt.new entstehen. Diese Dienste generieren vollständige Anwendungen auf Basis natürlicher Spracheingaben. Auch professionelle und hobbymäßige Entwickler:innen setzen zunehmend auf sogenannte agentische KI‑Assistenten wie Claude Code oder GitHub Copilot, um sie bei der Programmierung zu unterstützen.

Die so entstehenden Anwendungen werden häufig unter dem Schlagwort „Vibe Coding“ zusammengefasst: Statt ausgereifter Konzepte dominiert der schnelle Entwurf, getrieben von Eingebungen und Experimentierlust – mit entsprechend schwankender Qualität.

Wenig Downloads, mehr Kopien und Sorgen um Sicherheit

Für die Macher:innen dieser KI‑Apps bleibt der Erfolg bislang meist aus. Laut Bericht stiegen die App-Downloads im App Store im vergangenen Jahr nur um 3 Prozent, 2026 bislang lediglich um 2 Prozent. Die stark wachsende Zahl veröffentlichter Apps spiegelt sich also kaum in der tatsächlichen Nutzung wider.

Phillip Shoemaker, der den App Store von 2009 bis 2016 leitete, warnt zudem, dass die aktuelle Flut Apples Ressourcen belasten könnte. Er befürchtet, dass böswillige Akteur:innen die Situation ausnutzen und Schadsoftware in den Store schleusen könnten.

Gleichzeitig scheint der zunehmende Andrang die Prüfprozesse zu verzögern. In Apples Entwickler:innen-Foren häufen sich Beschwerden, dass die Freigabe neuer Apps in den vergangenen Monaten wesentlich länger dauere. Apple widerspricht und erklärte gegenüber der „New York Times“, 90 Prozent aller Apps würden innerhalb von 48 Stunden genehmigt.

Parallel dazu wächst die Zahl der Nachahmer-Apps. In sozialen Netzwerken berichten Nutzer:innen von schlecht gemachten, KI‑generierten Klonen, die etablierten Anwendungen ähneln, aber weder Optik noch Funktionsumfang überzeugend nachbilden. Medienberichte heben zudem hervor, dass viele der neuen Apps entweder erhebliche Datenschutzprobleme aufweisen oder schlicht nicht wie beschrieben funktionieren.

Für Euch als Nutzer:innen bedeutet das: Die Zahl der Apps nimmt rasant zu, die Orientierung im Store wird aber schwieriger – während Qualitäts- und Sicherheitsfragen stärker in den Vordergrund rücken.

Via: https://www.techspot.com

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Michael Reimann

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