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Amazon plant Smartphone-Comeback mit Alexa und KI-Fokus

Amazon arbeitet offenbar an einem neuen Smartphone mit dem internen Codenamen „Transformer“, das Alexa und generative KI in den Mittelpunkt stellen soll. Mehrere Berichte zeichnen das Bild eines frühen, aber strategisch wichtigen Projekts.

Projekt „Transformer“: Neue Geräte-Einheit und Alexa im Zentrum

Der Reuters-Bericht beschreibt „Transformer“ als Entwicklung der Geräte- und Dienste-Sparte von Amazon. Verantwortlich ist der Bereich Devices, geleitet von Panos Panay, während die konkrete Arbeit in einer relativ neuen Einheit namens ZeroOne liegt. Diese wird von J Allard geführt, einem früheren Microsoft-Manager, der an Xbox und Zune mitgewirkt hat. ZeroOne soll laut internen Beschreibungen bahnbrechende Konsumgeräte entwickeln.

Das geplante Smartphone soll sich eng an Amazons bestehendes Ökosystem anlehnen. Genannt werden insbesondere Amazon Shopping, Prime Video, Prime Music sowie Alexa-basierte Smart-Home-Hubs. Intern wird es als persönlicher mobiler Begleiter beschrieben, der über den Tag hinweg eng mit Alexa und anderen Amazon-Diensten verzahnt ist. Ziel ist, Kund:innen den Zugang zu Amazon-Angeboten zu erleichtern und die Nutzung der KI-Funktionen von Alexa zu erhöhen.

Alexa bleibt dabei nicht nur Sprachfernbedienung für das Smart Home: Amazon hat die Assistenz in den vergangenen Jahren mit generativen KI-Funktionen ausgebaut und im Februar als Alexa+ neu gestartet. Die Assistenz kann laut Berichten Aufgaben wie Reiseplanung, Terminkoordination, Rezeptverwaltung, Filmempfehlungen oder Lernunterstützung übernehmen.

Weniger App-Store, mehr KI – und ein mögliches „Dumbphone“

Ein zentrales Merkmal des Projekts ist der Versuch, klassische App-Stores zu umgehen oder deren Bedeutung deutlich zu reduzieren. Statt einzelne Apps herunterzuladen, sollen generative KI-Funktionen Aufgaben wie Essensbestellungen, Videostreaming oder Einkäufe übernehmen. Quellen sprechen von Mini-Apps ähnlich denen in ChatGPT als möglichem Ansatz.

Der Fokus auf KI soll auch eine Lehre aus dem gescheiterten Fire Phone sein, dessen proprietäres Betriebssystem und 3D-Kameras damals wenig überzeugten. Beim neuen Projekt soll Alexa zwar das Erlebnis prägen, aber nicht zwingend als primäres Betriebssystem dienen. Details zu Plattform, Preisen oder einem Zeitplan für die Markteinführung gibt es bislang nicht.

Amazon prüft demnach mehrere Hardware-Varianten. Neben einem klassischen Smartphone, das direkt mit aktuellen Spitzenmodellen konkurrieren könnte, erwägt das Unternehmen eine bewusst einfache Variante im Stil eines „Dumbphones“. Inspiriert vom minimalistischen Light Phone mit Schwarz-Weiß-Display und ohne App-Store würde diese Version nur Basisfunktionen wie Kamera, Kalender oder Karte bieten. Sie könnte als Zweitgerät dienen und durch begrenzte Funktionen Bildschirmzeit reduzieren.

Rückkehr in einen schwierigen Markt

Mit dem Fire Phone war Amazon 2014 bereits im Smartphone-Markt vertreten, stellte den Verkauf aber nach einem Jahr wieder ein und verbuchte einen hohen Abschreibungsverlust. Tester:innen kritisierten damals Preis, Leistung und die starke Abhängigkeit vom Amazon-Ökosystem. Beobachter:innen weisen darauf hin, dass Amazon zwar günstige Elektronik platzieren kann, der schwierigere Teil aber ein eigenständig überzeugendes Smartphone ist.

Die Marktbedingungen sind heute anspruchsvoller. Apple führt aktuell bei den weltweiten Auslieferungen, während Analyst:innen für 2026 einen deutlichen Rückgang der Smartphone-Verkäufe erwarten. Zugleich setzen viele Technologiekonzerne auf KI-zentrierte Hardware, von Brillen bis hin zu experimentellen Geräten ohne klassischen Bildschirm. Erste Versuche wie Humane AI Pin und Rabbit R1 wurden jedoch nach schwacher Nachfrage eingestellt.

Wie viel Amazon konkret in „Transformer“ investiert, ist unklar, und interne Quellen schließen nicht aus, dass das Projekt bei veränderten Prioritäten gestoppt werden könnte. Amazon selbst lehnt Kommentare zu den Berichten bislang ab.

Via: www.iClarified.com · www.cnet.com · techcrunch.com · www.engadget.com · www.theverge.com

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Andreas Vogel

Autor Apfeltalk

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