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Alle Qualcomm‑Bauteile in iPhone, iPad, Apple Watch und mehr

Auch nach dem Start eigener Modems hängt Apple bei Mobilfunk-Hardware weiter stark von Qualcomm ab. Ein Überblick, in welchen Geräten welche Qualcomm‑Chips stecken.

Qualcomm‑Modems im iPhone

Beim iPhone zeichnen sich die Abhängigkeiten besonders deutlich ab. Apple setzte im ersten iPhone noch auf ein Infineon‑Modem, wechselte aber mit der Verizon‑Variante des iPhone 4 im Februar 2011 zu Qualcomm.

Der Auslöser lag in den unterschiedlichen Mobilfunkstandards der US‑Netzbetreiber. Bis 2011 boten alle iPhones nur GSM, also das Global System for Mobile Communications, und liefen bei AT&T. Sprint und Verizon nutzten dagegen CDMA, die Code Division Multiple Access‑Technik. Weil die bisherigen Infineon‑Modems nur GSM beherrschten, griff Apple für das CDMA‑iPhone 4 zum Qualcomm MDM6600. Dieser unterstützte zwar GSM und CDMA, das Verizon‑Modell war aber nur für CDMA ausgelegt und besaß keinen SIM‑Kartenschacht.

Mit dem iPhone 4S kam der Qualcomm MDM6610 zum Einsatz, der flexibel zwischen GSM und CDMA wechseln konnte. Das iPhone 5 führte diese Linie mit dem Qualcomm MDM9615M, auch bekannt als Qualcomm Gobi 5000, fort. Bis zum iPhone 7 nutzte Apple ausschließlich Qualcomm‑Modems. Erst dann kamen Intel‑Modems ins Spiel: Das Intel XMM7360 versorgte iPhones für AT&T und T‑Mobile, während CDMA‑Modelle des iPhone 7 weiterhin den Qualcomm MDM9645M nutzten.

Beim iPhone 8 und iPhone X setzte Apple für CDMA‑Modelle in den USA auf das gigabitfähige Qualcomm Snapdragon X16, während internationale GSM‑Modelle mit dem Intel XMM 7480 ausgestattet waren. Die Lage änderte sich mit iPhone XR, iPhone XS und der iPhone‑11‑Reihe erneut: Wegen eines Rechtsstreits mit Qualcomm ab Januar 2017 setzte Apple in diesen Generationen ausschließlich auf Intel‑Modems.

Mit der iPhone‑12‑Reihe kehrte Apple 2020 wieder vollständig zu Qualcomm zurück und verbaute das Snapdragon X55, das mmWave‑5G in den USA einführte. Qualcomm‑Modems blieben bei iPhone 13, iPhone 14 und iPhone 15 durchgängig an Bord. In der iPhone‑16‑Reihe nutzte Apple ebenfalls überwiegend Snapdragon‑Modems, bis auf ein Modell.

Das iPhone 16e war das erste iPhone mit einem hauseigenen Modem, dem Apple C1. Es brachte Vorteile bei Akkulaufzeit und Energieeffizienz, verzichtete aber auf mmWave‑Unterstützung. Das iPhone 17e führte diesen Weg mit dem C1X‑Modem fort, das auch im besonders dünnen iPhone Air steckt. Das reguläre iPhone 17, iPhone 17 Pro und iPhone 17 Pro Max vertrauten dagegen weiter auf Qualcomm Snapdragon‑Modems.

Für die iPhone‑18‑Familie plant Apple unterschiedliche Modem‑Konfigurationen. iPhone 18e und iPhone Air 2 sollen voraussichtlich Apple‑Modems nutzen. Außerhalb der USA könnte das Apple C2 zudem im iPhone 18 Pro verbaut sein, während mmWave‑fähige iPhone‑18‑Pro‑Modelle in den USA offenbar mit Qualcomm Snapdragon‑Modems ausgestattet werden.

In der Rückschau nutzte Apple also zunächst Infineon‑Modems, dann über Jahre Qualcomm‑Hardware, wechselte zwischendurch komplett zu Intel und setzte anschließend wieder auf Qualcomm, bis die Apple‑Modems C1 und C1X eingeführt wurden.

Qualcomm‑Modems in iPhone‑Modellen:

  • iPhone 4 (CDMA): MDM6600
  • iPhone 4S: MDM6610
  • iPhone 5, 5S, 5C: MDM9615M
  • iPhone 6 und iPhone SE 2016: MDM9625M
  • iPhone 6S: MDM9635M
  • iPhone 7 CDMA: MDM9645M
  • iPhone 8 und iPhone X CDMA: Snapdragon X16
  • iPhone 12‑Reihe: Snapdragon X55
  • iPhone SE 3 (2022): Snapdragon X57
  • iPhone 13‑Reihe: Snapdragon X60
  • iPhone 14‑Reihe: Snapdragon X65
  • iPhone 15‑Reihe: Snapdragon X70
  • iPhone 16‑Reihe (außer iPhone 16e): Snapdragon X71
  • iPhone 17‑Reihe (außer iPhone 17e und iPhone Air): Snapdragon X80
  • iPhone 18 Pro mmWave (erwartet): Snapdragon X85

Qualcomm‑Modems im iPad

Beim iPad verlief die Entwicklung ähnlich. Das erste iPad nutzte ein Infineon‑Modem. Beim iPad 2 setzte Apple für die GSM‑Variante auf ein Intel‑Modem, während das CDMA‑Modell den Qualcomm MDM6600 erhielt.

In den Mobilfunkvarianten des iPad 3 arbeitete der Qualcomm MDM9600 für CDMA und GSM. Der MDM9615 fand im iPad 4, im ersten iPad Air und in den ersten drei Generationen des iPad mini Verwendung. Das iPad Air 2 und das iPad mini 4 erhielten den Qualcomm MDM9625, gefolgt vom MDM9635 in den iPad‑Pro‑Modellen der Jahre 2015 und 2016. Das iPad 5 von 2017 blieb ebenfalls bei Qualcomm, während im iPad Pro 2017 der Qualcomm Snapdragon X12 verbaut wurde.

Ab dem iPad Pro 2018 und dem iPad 6 wechselte Apple – wie beim iPhone – auf Intel‑Modems, auch beim iPad Pro 2020 und dem iPad mini 5. Mit dem M1 iPad Pro kehrte Apple zurück zu Qualcomm und nutzte das Snapdragon X55. iPad mini 6, iPad Air 5 und das iPad der 10. Generation setzten auf den Qualcomm Snapdragon X60.

Das M2 iPad Pro erhielt ein Snapdragon X65‑Modem. Im M4 iPad Pro, im M2 iPad Air, im M3 iPad Air, im iPad mini 7 und im iPad mit A16‑Chip kam das Snapdragon X70 zum Einsatz. Mit dem M5 iPad Pro und dem M4 iPad Air stellte Apple dann auf das hauseigene C1X‑Modem um, um die Akkulaufzeit zu verbessern. Künftige iPad‑Pro‑Modelle dürften diesen Weg mit Apple‑Modems fortsetzen.

Qualcomm‑Modems in Mobilfunk‑iPads:

  • iPad 2 CDMA: MDM6600
  • iPad 3: MDM9600
  • iPad 4, iPad Air 1, iPad mini 1, 2, 3: MDM9615
  • iPad Air 2, iPad mini 4: MDM9625
  • iPad Pro 12,9 Zoll 2015 und iPad Pro 9,7 Zoll: MDM9635
  • iPad Pro 12,9 Zoll 2017 und iPad Pro 10,5 Zoll: Snapdragon X12
  • M1 iPad Pro: Snapdragon X55
  • iPad mini 6, iPad Air 5: Snapdragon X60
  • M2 iPad Pro: Snapdragon X65
  • M4 iPad Pro, M2 iPad Air, M3 iPad Air, iPad mini 7, iPad A16: Snapdragon X70

Qualcomm‑Modems in Apple Watch und anderen Geräten

Die Apple Watch bekam ihren Mobilfunkstart etwas später. Die erste Apple Watch von 2015 erschien nur als WLAN‑Modell und enthielt daher keine Qualcomm‑Komponenten. Für eine nie veröffentlichte Mobilfunkvariante der Apple Watch Series 2 war ein Qualcomm MDM9625 vorgesehen.

Die Apple Watch Series 3 war die erste Uhr mit Qualcomm‑Modem, dem MDM9635. Von Apple Watch Series 4 bis Series 7 sowie in der ersten Apple Watch SE nutzte Apple anschließend Intel‑Modems. Ab Apple Watch Series 8 bis Series 11 sowie bei Apple Watch Ultra 1 und Ultra 2 kehrte Apple wieder zu Qualcomm‑Modems zurück. Apple Watch Ultra 3 und Apple Watch SE 3 setzen hingegen auf ein MediaTek‑5G‑Modem mit RedCap‑Unterstützung, einer energieeffizienten 5G‑Variante.

Andere Produktlinien wie Apple TV, Apple Vision Pro, Mac und HomePod kommen ohne Qualcomm‑Bauteile aus, da sie keine Mobilfunkfunktionen bieten. Für WLAN und Bluetooth verbaut Apple überwiegend Broadcom‑Komponenten oder den eigenen N1‑Chip. Eine Ausnahme bildet die Siri‑Fernbedienung des Apple TV der vierten Generation, die ein Qualcomm CSR1010‑Bluetooth‑Funkmodul enthält; im Apple TV selbst steckt dieses jedoch nicht.

Unter dem Strich bezieht Apple Modems häufig von Qualcomm und tut dies teilweise immer noch, derzeit vor allem aus technischer Notwendigkeit. Sobald die Apple‑Modems der C‑Serie mmWave unterstützen, dürfte Apple die verbleibenden Qualcomm‑Modems schrittweise ablösen.

Via: https://appleinsider.com

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Michael Reimann

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