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9 wenig bekannte Gesundheitsfunktionen der Apple Watch – erklärt von einer Apple-Ärztin

Viele von euch nutzen die Apple Watch täglich für Nachrichten, Wetter und Bezahlen. Gleichzeitig bleiben einige Gesundheitsfunktionen oft unbemerkt, obwohl sie im Ernstfall sehr wichtig sein können.

Vitals-App: Überblick über wichtige Gesundheitswerte

Die Vitals-App wertet nächtliche Gesundheitsdaten aus und zeigt euch, wie sich euer Zustand von Tag zu Tag verändert. Herzfrequenz, Handgelenkstemperatur (ab Apple Watch Series 8 und allen Apple Watch Ultra Modellen), Atemfrequenz und Schlafdauer fließen in ein Gesamtbild eurer Gesundheit ein. Wenn zwei oder mehr Werte außerhalb eures typischen Bereichs liegen, erhaltet ihr eine Mitteilung mit möglichen Ursachen, etwa Krankheit oder Alkoholkonsum. So könnt ihr entscheiden, ob ihr es ruhiger angehen lasst oder ärztlichen Rat einholt.

Damit die typischen Werte ermittelt werden können, müsst ihr die Uhr mindestens sieben Nächte tragen, und sie sollte gut am Handgelenk anliegen. In den Einstellungen der Apple Watch aktiviert ihr unter „Vitals“ die Mitteilungen. Für Schlafdaten richtet ihr „Schlaf mit Apple Watch verfolgen“ ein und aktiviert „Schlaf-Fokus“ über die Gesundheits-App auf dem iPhone oder die Schlaf-App auf der Uhr.

Lärm, Sturz, Herz & Tageslicht: Schutz im Alltag

Die Lärm-App misst die Lautstärke eurer Umgebung und warnt euch, wenn es zu laut wird. In der Watch-App auf dem iPhone findet ihr unter „Mein Watch“ > „Lärm“ den Punkt „Lärm-Schwelle“, wo ihr einen Dezibel-Wert nach Empfehlungen der Weltgesundheitsorganisation auswählt. So könnt ihr vorbeugend euer Gehör schützen.

Die Sturzerkennung unterstützt euch nach einem schweren Sturz. Erkennt die Uhr einen starken Aufprall, löst sie einen Alarm aus, zeigt einen Hinweis an und tippt aufs Handgelenk. Ihr könnt „Mir geht’s gut“ wählen oder Notdienste anrufen. Bleibt ihr etwa eine Minute bewegungslos, ruft die Apple Watch automatisch den Rettungsdienst und informiert eure Notfallkontakte mit Standortdaten. Ohne Mobilfunk oder WLAN kann die Funktion, falls verfügbar, auch den SOS-Notruf per Satellit nutzen. Aktiviert wird sie auf dem iPhone in der Watch-App unter „Mein Watch“ > „Notruf SOS“ > „Sturzerkennung“, optional nur fürs Training. Auf der Apple Watch SE, Series 4 oder neuer sowie Apple Watch Ultra wird sie für Personen ab 55 Jahren automatisch eingeschaltet, sofern das Alter hinterlegt ist.

Für die Herzgesundheit kann euch die Apple Watch (ab Series 1, ab 13 Jahren) bei ungewöhnlich hoher oder niedriger Herzfrequenz sowie bei unregelmäßigem Herzrhythmus warnen. Laut Apple-Ärztin Lauren Cheung läuft dies im Hintergrund, nachdem ihr die Funktionen aktiviert habt. Zeigen sich Anzeichen für Vorhofflimmern, erhaltet ihr eine Mitteilung. Vorhofflimmern ist die häufigste Herzrhythmusstörung bei Erwachsenen und kann unbehandelt beispielsweise das Schlaganfallrisiko erhöhen, auch ohne deutliche Symptome. In der Gesundheits-App könnt ihr Benachrichtigungen und bei kompatiblen Modellen (ab Series 4 und Apple Watch Ultra) ein Elektrokardiogramm als PDF exportieren und mit eurem Arzt oder eurer Ärztin teilen.

Ebenfalls im Hintergrund misst die Umgebungslichtsensorik eure „Zeit im Tageslicht“. In der Gesundheits-App seht ihr, wie lange ihr draußen wart, auch für verwaltete Familienuhren. Laut Cheung können etwa 20 Minuten Tageslicht täglich Erwachsenen körperlich und psychisch helfen. Für Kinder empfiehlt das Internationale Myopie-Institut 80 bis 120 Minuten draußen, um das Risiko für Kurzsichtigkeit zu senken. Stellt dafür auf dem iPhone unter „Einstellungen“ > „Datenschutz & Sicherheit“ > „Ortungsdienste“ sicher, dass „Bewegungskalibrierung & Entfernung“ aktiviert ist; eure Werte findet ihr dann in der Gesundheits-App unter „Andere Daten“ > „Zeit im Tageslicht“.

Zyklus, Schlaf, Stimmung und Händewaschen: Mehr als Fitness-Tracking

Mit Apple Watch Series 8 oder neuer und allen Apple Watch Ultra Modellen misst die Uhr nächtliche Temperaturverläufe mit einem Zwei-Sensor-Design, das Umwelteinflüsse reduziert und Veränderungen von nur 0,1 Grad Celsius erfassen kann. Diese Werte nutzt die Zyklusprotokoll-App, um den Zeitpunkt des Eisprungs rückblickend zu schätzen. Der Temperaturanstieg nach dem Eisprung verbessert auch die Vorhersage der nächsten Periode. Dafür richtet ihr Zyklusprognosen in der Gesundheits-App ein, ohne laufende Zyklusfaktoren zu hinterlegen, und aktiviert Schlaftracking mit mindestens vier Stunden Schlaf-Fokus pro Nacht an fünf Nächten.

Die Apple Watch kann zudem auf mögliche Schlafapnoe hinweisen. Stellt ihr Schlaf in der Gesundheits-App ein und tragt die Uhr innerhalb von 30 Tagen an mindestens 10 Nächten, analysiert watchOS eure nächtlichen Atemstörungen. Bei erhöhten Auffälligkeiten über mehr als 30 Tage informiert euch eine Mitteilung über einen möglichen Verdacht auf Schlafapnoe. Ihr könnt dann ein PDF mit Zeitpunkten und Daten der letzten drei Monate erzeugen und ärztlich abklären lassen. Die Funktion steht für Apple Watch Series 9 oder neuer sowie Apple Watch Ultra 2 oder neuer zur Verfügung, richtet sich an Personen ab 18 Jahren ohne bekannte Schlafapnoe und setzt aktuelle Versionen von watchOS und iOS voraus.

Für die mentale Gesundheit gibt es „Gemütszustand“ in der Achtsamkeits-App. Ihr könnt eure momentane Stimmung oder den generellen Tageseindruck protokollieren und anschließend in der Gesundheits-App unter „Mentales Wohlbefinden“ analysieren. Dort seht ihr Zusammenhänge mit Schlaf, Bewegung, Zeit im Tageslicht und Achtsamkeitsminuten und könnt zusätzlich Depression- oder Angstfragebögen nutzen.

Seit 2020 unterstützt euch die Apple Watch auch beim Händewaschen. Ab Series 4 erkennt sie mit Hilfe von maschinellem Lernen typische Bewegungsmuster und die Geräusche von Wasser oder Seife. Beginnt ihr zu waschen, startet automatisch ein 20-Sekunden-Timer, entsprechend der Empfehlung der US-Gesundheitsbehörde. Brecht ihr früher ab, erinnert euch die Uhr weiterzumachen. In den Einstellungen der Apple Watch könnt ihr den Händewasch-Timer aktivieren und Erinnerungen beim Nach-Hause-Kommen einrichten, auch für verwaltete Uhren.

Die hier beschriebenen Funktionen ersetzen keine Diagnose und keine Behandlung durch medizinisches Fachpersonal. Sie können euch aber helfen, Auffälligkeiten früh wahrzunehmen und informierter zu handeln.

Via: https://www.cnet.com

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Michael Reimann

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