Werbung



NewsServicesMac

1Password – Remigrations Post von DHH löst Widerstand aus

1Password Preiserhöhung

Werbung



1Password steht nach einer Spendenzusage an eine Linux-Distribution des Entwicklers David Heinemeier Hansson (DHH) massiv in der Kritik. Kund:innen, Mitarbeitende und Beobachter:innen stellen die Werte des Unternehmens infrage.

300.000-Dollar-Spende an Omarchy entfacht Protest

Auslöser der Kontroverse ist eine Zusage von 1Password über 300.000 US‑Dollar an die Omacom Foundation, die die Linux-Distribution Omarchy finanziert. Omarchy ist eine von DHH initiierte, auf Arch Linux basierende Distribution, die seine bevorzugte Art der Linux-Nutzung abbilden soll.  Nach Angaben von 1Password ist sie inzwischen die zweitmeistgenutzte Linux-Distribution unter den Nutzer:innen des Passwortmanagers. Durch die Spende wird 1Password als „besonders herausragende:r Unternehmenspatron:in“ der Stiftung geführt.

Die Omacom Foundation wird nach eigenen Angaben von zwölf „gründenden Förderern“ mit je einer Million US‑Dollar unterstützt, darunter Patrick Collison (Stripe), Michael Dell, Jack Dorsey und Tobias Lütke (Shopify). DHH selbst steuerte ebenfalls eine Million US‑Dollar bei, seine Firma 37signals zusätzlich 300.000 US‑Dollar. 1Password ist der erste Unternehmenssponsor von Omarchy, der nicht DHH gehört.

Vorwürfe: Unterstützung von Aufrufen zu ethnischer Säuberung

DHH ist als Gründer von Ruby on Rails sowie Mitgründer von Basecamp und des E‑Mail-Dienstes Hey bekannt. Er steht aber seit Jahren wegen öffentlicher Äußerungen in der Kritik. In Blogbeiträgen aus dem Jahr 2026 beschreibt er Migrant:innen in Europa als „Wölfe“ und fordert die Deportation von Rom:nja und Sint:zze, die er mit „Wölfen“ vergleicht. In einem weiteren Beitrag äußert er sich zustimmend zu einer ethnischen Säuberung von Minderheiten in London. Kritiker:innen bezeichnen ihn als offen bigott und verweisen auf seine Unterstützung für Programme massenhafter Vertreibung und Gewalt gegen Minderheiten.

Bereits 2023 beendeten die Bibliotheken der Duke University die Nutzung von Basecamp. Zur Begründung verwiesen sie auf „Schäden, die wir durch die Führung“ von 37signals sehen. Sie nannten unter anderem Berichte über eine intern gepflegte, rassistisch konnotierte Liste „lustiger“ Kund:innennamen. Außerdem DHHs Angriffe auf Diversitätsprogramme und sein Eintreten für ein Verbot gesellschaftlicher und politischer Diskussionen im Unternehmen.

Ein vielbeachteter Blogbeitrag mit dem Titel „1Password unterstützt die ethnische Säuberung Europas“ wirft dem Passwortmanager vor, die Finanzierung eines Projekts zu übernehmen, dessen Hauptverantwortlicher offen zu ethnischer Säuberung aufruft. Die Autor:in des Beitrags, langjährige:r Nutzer:in von 1Password, kündigt an, das Produkt zu verlassen, sollte die Spendenzusage nicht zurückgenommen werden. Sie ruft andere Nutzer:innen, Arbeitgeber:innen und insbesondere in der Rust-Community aktive Mitarbeitende von 1Password zum Protest und zur internen Kritik auf.

Interner Widerstand und Rechtfertigungsversuche bei 1Password

Auch innerhalb von 1Password sorgt die Spende für Widerstand. Laut internen Slack-Nachrichten, über die berichtet wird, zeigen zahlreiche Reaktionen von Mitarbeitenden Unzufriedenheit mit der Entscheidung und den Erklärungen der Geschäftsführung. Mitgründer Roustem Karimov relativierte in einer internen Nachricht DHHs Äußerungen. Er betonte, Menschen hätten unterschiedliche Meinungen und es sei unfair, anderen die moralische Deutungshoheit abzusprechen oder Kolleg:innen auszugrenzen, die DHH nicht als „böse“ sähen.

CEO David Faugno versuchte dagegen, Distanz zu DHHs Positionen zu betonen. In einer Botschaft an die Belegschaft erklärte er, 1Password unterstütze keine hasserfüllten, entmenschlichenden oder ausgrenzenden Ansichten. Einschließlich jener, die DHH öffentlich vertrete. Gleichzeitig begründete er die Spende mit der starken Nutzung von Omarchy unter den eigenen Kund:innen. Er bezeichnete die Entscheidung als „auftragsorientiert“. Faugno hob hervor, dass das Geld an die Omacom Foundation und nicht an eine Einzelperson gehe, räumte aber ein, dass Omarchy eng mit dessen Gründer verbunden sei. Eine öffentliche Stellungnahme von 1Password zu der Spende lag zum Zeitpunkt der Berichte nicht vor; intern kündigte das Unternehmen weitere Gespräche in einem Mitarbeitenden-Meeting an.

Via: https://www.theverge.com · https://www.alilleybrinker.com

Den Beitrag in unserem Forum kommentieren

Werbung



Tags: David Heinemeier Hansson, Basecamp, Ruby on Rails, Linux, Spende, 1Password, Ethik, Omarchy, Omacom Foundation

Ähnliche Artikel

Werbung



Einkaufstipps
Beliebte Artikel

Werbung