OpenAI wird zehn Jahre alt und ist heute untrennbar mit dem Hype um generative KI verbunden. Der Weg dorthin begann jedoch deutlich leiser, als es die aktuelle Aufmerksamkeit vermuten lässt.
OpenAI entstand im Dezember 2015 als gemeinnützige Organisation. Hinter der Gründung standen mehrere bekannte Persönlichkeiten der Tech-Branche, darunter Elon Musk, Sam Altman, Ilya Sutskever und Greg Brockman. Musk und Altman übernahmen zunächst gemeinsam den Vorsitz. Das erklärte Ziel: die sichere und verantwortungsbewusste Entwicklung von künstlicher allgemeiner Intelligenz, also AGI.
In der eigenen Charta formuliert OpenAI diesen Anspruch klar: Die Mission bestehe darin sicherzustellen, dass künstliche allgemeine Intelligenz – definiert als hochgradig autonome Systeme, die Menschen bei den meisten wirtschaftlich relevanten Tätigkeiten übertreffen – der gesamten Menschheit zugutekommt. Das Unternehmen wolle selbst sichere und nützliche AGI entwickeln, sehe seine Aufgabe aber auch dann als erfüllt an, wenn die eigene Arbeit anderen helfe, dieses Ziel zu erreichen.
Zwischen der Gründung und dem späteren Durchbruch mit ChatGPT im Jahr 2022 arbeitete OpenAI lange Zeit eher im Hintergrund. Der erste offizielle Startschuss war eine öffentliche Beta von „OpenAI Gym“, einem Entwicklerwerkzeug zum Vergleich von Verfahren im bestärkenden Lernen. Zu den frühen Unterstützer:innen gehörte der Chiphersteller Nvidia, der OpenAI im August 2016 einen DGX-1-Supercomputer zur Verfügung stellte, um das Training größerer und komplexerer KI-Modelle zu beschleunigen.
Ein Meilenstein folgte im Februar 2019 mit der Vorstellung von GPT‑2. In diesem Moment rückte OpenAI für viele in Silicon Valley und der weiteren Tech-Welt erstmals stärker in den Fokus. GPT‑2 konnte auf Basis natürlicher Spracheingaben menschenähnliche Texte erzeugen und markierte damit einen deutlichen Entwicklungssprung, der die weitere Entwicklung des Unternehmens prägte.
Der Start von ChatGPT im November 2022 wirkte wie ein Paukenschlag in der globalen IT-Industrie. Künstliche Intelligenz war zwar längst kein neues Feld, doch der Aufstieg der „generativen KI“ markierte einen Wendepunkt. Anders als klassische, vorhersagende KI-Systeme konnte ChatGPT eigenständig Inhalte erzeugen – allein gesteuert durch natürliche Spracheingaben der Benutzer:innen.
In den ersten Wochen und Monaten nach dem Start probierten Menschen weltweit das System aus und testeten seine Grenzen. Bis heute ist ChatGPT der populärste Chatbot auf dem Markt, obwohl inzwischen zahlreiche Konkurrenzangebote existieren. Für Unternehmen stellte der Dienst viele Strategien auf den Kopf. OpenAI konnte dabei auf die Unterstützung von Microsoft setzen, das früh deutlich machte, die Entwicklung des Unternehmens langfristig zu fördern und KI-Modelle von OpenAI in zentrale eigene Produkte einbinden zu wollen.
Wettbewerber wie Google wurden davon überrascht. Konzernchef Sundar Pichai ordnete im Dezember 2022 interne Umstrukturierungen an und verlagerte Personal und Ressourcen hin zur KI-Entwicklung, um den Rückstand aufzuholen.
OpenAI existiert erst seit zehn Jahren und steht erst seit gut drei Jahren im breiten Rampenlicht der Branche. Trotzdem wirkt das Unternehmen inzwischen wie ein fester Bestandteil des Technologie-Ökosystems. Seine KI-Modelle bilden die Grundlage zentraler Produkte eines der größten Tech-Konzerne der Welt und sind mit vielen weiteren großen Anbietern eng verknüpft.
Da der Boom rund um generative KI derzeit keine Anzeichen einer Abschwächung zeigt, dürfte OpenAI eine zentrale Rolle in diesem Feld behalten. Die jüngere Annäherung an Oracle und die zugleich langsamere Loslösung von der bisherigen Dominanz durch Microsoft deuten dabei auf ein wachsendes Maß an Unabhängigkeit hin.
Via: https://www.techradar.com
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