Kategorien: Feature

Zugriff auf persönliche Daten: Apple entfernt über 250 Programme aus dem App Store

Erst vor rund einem Monat musste Apple im App Store aufräumen: Die Malware XcodeGhost platzierte ihren Schadcode unerkannt in Hunderten Apps. Mittlerweile sind die Nachrichten dazu, ohne dass sich Apple wirklich konkret geäußert hätte, verstummt. Nun musste Apple erneut den Löschstift ansetzen und über 250 Apps aus dem App Store entfernen. Grund war diesmal jedoch keine Malware, sondern die unerlaubte Verwendung von privaten APIs, mit denen ein Werbeanbieter persönliche Daten der App-Nutzer abgreifen konnte.

Die betroffenen Apps, zu denen keine weitere Details verfügbar sind, nutzen den Softwareentwicklungsbaukasten (SDK) des chinesischen Werbeanbieters Youmi. Dieses SDK griff über private Entwicklerschnittstellen (APIs), deren Verwendung Apple nicht erlaubt, auf persönliche Daten der Nutzer zu und übermittelte sie auf den Server von Youmi. Zu den abgegriffenen Daten zählten Angaben wie die Namen der auf dem Gerät installierten Apps, die Seriennummer des Gerätes, Device-Identifiers und auch die E-Mail-Adresse der Apple-ID.

Das Code-Analyse-Unternehmen SourceDNA, das auf das SDK von Youmi aufmerksam wurde, ermittelte insgesamt 256 betroffene Apps, die gemeinsam rund eine Million Mal heruntergeladen worden sein sollen. Die betroffenen Apps sollen vor allem von Entwicklern aus China stammen. SourceDNA glaubt jedoch nicht, dass diese sich der Probleme bei der Verwendung des Youmi-SDKs bewusst waren, da das SDK nur in binärer Form angeboten wird und die abgegriffenen Daten direkt auf die Server von Youmi geladen werden.

In einer Stellungnahme bestätigt Apple die Erkenntnisse von SourceDNA und gibt an, betroffene Apps aus dem App Store zu entfernen. „Wir haben eine Gruppe an Apps identifiziert, die ein Advertising-SDK eines Drittanbieters – entwickelt von Youmi, einem mobilen Werbeanbieter – verwenden, das über die Nutzung von privater APIs auf persönliche Informationen wie E-Mail-Adressen und Device-Identifiers zugreift und diese Daten zu ihrem Server weiterleitet. Das ist eine Verletzung unserer Sicherheits- und Datenschutz-Richtlinien“, so Apple in der Stellungnahme.

„Die Programme, die das Youmi-SDK verwenden, werden aus dem App Store entfernt und sämtliche neue Programme, die dieses SDK verwenden und in den App Store eingereicht werden, werden abgelehnt. Wir arbeiten eng mit den Entwicklern zusammen, um sie dabei zu unterstützen, aktualisierte Versionen ihrer Programme, die unseren Richtlinien entsprechen, schnell im App Store zu veröffentlichen“, erklärt Apple weiter. Bei der Prüfung zur Aufnahme in den App Store scheint der verschleierte Programmcode von Youmi nicht aufgefallen zu sein.

Bild von Dirk Vorderstraße (flickr), bestimmte Rechte vorbehalten

Via AppleInsider

Martin Wendel

Neueste Artikel

John Ternus: Apple plant keine Fusion von iPadOS und macOS

Apple hält an getrennten Betriebssystemen für iPad und Mac fest. CEO John Ternus sagte bei einer Telefonkonferenz zu den Geschäftszahlen,…

3. November 2026

OLED-iPad mini im Test: Mehr Display, weniger Gewicht

Das neue iPad mini verbindet ein OLED-Display mit einem dünneren Gehäuse, mehr Leistung und Schutz vor Wasser und Staub. Erste…

3. November 2026

Canva bringt die kostenlose Affinity-App aufs iPad

Canva hat Affinity für das iPad veröffentlicht. Die kostenlose Design-App vereint Zeichnen, Vektorgrafik, Fotobearbeitung und Layout und ergänzt die Bedienung…

3. November 2026

Apple Watch: KI-Funktionen für Gespräche starten im Betatest

Apple testet neue KI-Funktionen für die Apple Watch, die Gespräche zusammenfassen und kürzlich Gesagtes wiedergeben. Die Funktionen sind zunächst für…

3. November 2026

KI-Bots aussperren: So schützt Ihr Eure Website vor dem Auslesen

OpenAI, Google, Microsoft und Anthropic unterstützen ein gemeinsames Signal, mit dem Website-Betreiber:innen das Training von KI-Modellen mit ihren Inhalten untersagen…

3. November 2026

Apple: Siri AI kostet extra, Speicher wird teurer

Apple hat das vierte Geschäftsquartal 2026 mit Rekordzahlen abgeschlossen. Interessanter als die Bilanz waren allerdings einige Aussagen aus der anschließenden…

3. November 2026

Diese Website benutzt Cookies um Ihr Nutzererlebnis zu verbessern. Wenn Sie diese Website weiter nutzen, gehen wir von Ihrem Einverständnis aus.

Mehr lesen