Mit den neuen iPhones stellt Apple zahlreiche KI- und Kamera-Neuerungen vor. In den deutschen Pressemitteilungen verstecken sich jedoch im Kleingedruckten einige für Euch relevante Einschränkungen.
Siri-KI und Apple-Referenzbild: klare EU-Nachteile
Apple bewirbt die „nächste Generation von Apple Intelligence“ prominent für iPhone 18 Pro, iPhone 18 Pro Max und iPhone Duo. Laut Fußnote 2 gilt aber: Die Siri-KI ist zum Start in der Europäischen Union unter iOS nicht verfügbar. Das betrifft alle drei Modelle. Apple betont ausdrücklich, dass Funktionen, die auf Siri-KI basieren, ebenfalls zunächst fehlen.
Damit ergibt sich für Euch in der EU ein geteiltes Bild: Apple Intelligence ist grundsätzlich vorhanden, die Siri-KI und damit verknüpfte Features jedoch nicht. Einen Termin für die Einführung in der EU nennt Apple nicht und verwendet lediglich die Formulierung „zunächst nicht verfügbar“.
Beim Kamera-Feature Apple-Referenzbild zeigt sich eine weitere Einschränkung. Das iPhone 18 Pro erhält eine Funktion, bei der beim Fotografieren Sensordaten signiert und über Private Cloud Compute zu einem unveränderlichen Referenzbild verarbeitet werden. Damit soll sich später prüfen lassen, ob ein Foto verändert wurde, unter anderem mit Blick auf Fotojournalist:innen.
In Fußnote 4 stellt Apple klar: „In der EU wird die Apple Referenzbild Aufnahme zur Markteinführung der iPhone 18 Pro Modelle nicht verfügbar sein.“ Ihr könnt unter iOS 27, iPadOS 27 und macOS 27 zwar Referenzbilder entwickeln und anzeigen, in der EU zum Start aber keine eigenen Referenzbilder mit dem iPhone 18 Pro oder 18 Pro Max aufnehmen. In den USA sind Aufnahme, Anzeige und Verarbeitung möglich, in der EU vorerst nur Anzeige und Verarbeitung. Für China nennt Apple gesetzliche Vorschriften als Grund, für die EU lediglich die zeitliche Einschränkung.
Nutzungslimits für Apple Intelligence und fehlende Pro-Funktionen beim Duo
Neben den EU-spezifischen Punkten enthält das Kleingedruckte auch Hinweise, die weltweit gelten. Apple legt für bestimmte Apple-Intelligence-Funktionen mit serverseitigen Modellen tägliche Nutzungslimits fest. Genannt werden die Siri-KI, intelligente Fotobearbeitung, Bild-Spielplatz sowie AFM-3-Cloud-Modelle in Kurzbefehlen. Wie hoch diese Limits liegen, verrät Apple nicht. Sie sollen je nach Funktion, Komplexität, Systemauslastung und weiteren Faktoren variieren.
Spannend ist zudem der Satz: „Ein erweiterter Zugang zu diesen Features wird in Zukunft gegen eine Gebühr verfügbar sein.“ Apple kündigt damit an, zusätzliche KI-Kapazität künftig kostenpflichtig anzubieten. Ein Grundkontingent ist also enthalten, wer intensiver nutzt, soll später zahlen.
Für das iPhone Duo fehlt in der Pressemitteilung ein Hinweis auf Apple-Referenzbild. Apple verknüpft das Authentizitätsfeature klar mit dem neuen Sensor der Hauptkamera im iPhone 18 Pro. Beim Duo, das zwar den A20 Pro und neue Kamerafunktionen erhält, verspricht Apple Apple-Referenzbild nicht.
eSIM-Pflicht, iPhone-Handoff und möglicher Akkuvorteil für eSIM-Modelle
Beim iPhone Duo streicht Apple weltweit den SIM-Schacht. Laut Pressemitteilung kann das Gerät nur mit eSIM betrieben werden, es gibt keine physische SIM, auch nicht in Europa. In Deutschland unterstützen 1&1, Telekom, O2 und Vodafone die eSIM-Nutzung. Eine regionale EU-Variante mit SIM-Steckplatz existiert beim Duo nicht.
Eine positive Nachricht gibt es dagegen beim neuen iPhone-Handoff. Diese Funktion erlaubt es, bei unterstützten Netzbetreibern zwischen zwei iPhones mit derselben Telefonnummer zu wechseln. Zum Start werden nur zwei Partner genannt: T-Mobile in den USA und die Telekom in Deutschland. Kund:innen anderer deutscher Anbieter wie Vodafone, O2 oder 1&1 erhalten iPhone-Handoff zunächst nicht.
Interessant ist außerdem eine Fußnote zum iPhone 18 Pro Max. Apple schreibt, dass bei Modellen, die nur eSIM unterstützen, der durch den Wegfall der physischen SIM-Karte frei gewordene Platz die größte Steigerung der Batterielaufzeit ermöglicht, die es bislang bei einem iPhone gab. Daraus geht hervor, dass sich Akkugrößen je nach SIM-Konfiguration unterscheiden können. Welche Variante Apple in Deutschland genau verkauft, lässt sich allein aus den Pressemitteilungen nicht eindeutig ablesen und müsste gesondert geprüft werden.
Unterm Strich lassen sich auf Basis der Pressemitteilungen zwei sichere EU-Einschränkungen festhalten: Siri-KI fehlt zum Marktstart auf iPhone 18 Pro, 18 Pro Max und Duo komplett, und die Aufnahme von Apple-Referenzbildern ist auf den Pro-Modellen zunächst nicht möglich. Zusätzlich führen die globalen Nutzungslimits und der geplante kostenpflichtige Ausbau bestimmter Apple-Intelligence-Funktionen dazu, dass sich das Modell in Richtung eines abgestuften Angebots mit Grundkontingent und Bezahloption entwickelt.
