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Apple und Intel: Vorläufige Vereinbarung für künftige Apple‑Chips

Apple und Intel haben laut übereinstimmenden Medienberichten eine vorläufige Vereinbarung zum Bau künftiger Apple‑Chips getroffen. Damit könnte Apple seine starke Abhängigkeit von TSMC in den kommenden Jahren verringern.

Vorläufiger Deal nach über einem Jahr Verhandlungen

Wie das Wall Street Journal berichtet, haben Apple und Intel nach mehr als einem Jahr intensiver Gespräche eine Grundsatzvereinbarung geschlossen, wonach Intel künftig einen Teil der Chips für Apple‑Geräte fertigen soll. Die Unternehmen hätten in den vergangenen Monaten einen formalen Vertrag ausgearbeitet, Details zum Umfang der Zusammenarbeit sind jedoch noch nicht bekannt. Klar ist nur, dass Apple jährlich mehr als 200 Millionen iPhones sowie Millionen von iPads und Macs ausliefert und damit einen konstant hohen Bedarf an Halbleitern hat. Sowohl Apple als auch Intel haben auf Anfragen der US‑Medien bislang nicht reagiert.

Intel soll Chips auf Basis von Apples eigenen Prozessor‑Designs herstellen, ähnlich wie derzeit Taiwan Semiconductor Manufacturing Co. (TSMC). Zuvor hatte der Analyst Ming‑Chi Kuo berichtet, Intel könne ab 2027 mit der Fertigung der niedrigsten Ausbaustufe der M‑Serie für ausgewählte iPad‑ und Mac‑Modelle beginnen. Späteren Analysen zufolge könnte die Kooperation ab 2028 auch Prozessoren für das iPhone umfassen. Konkrete Produktlinien oder Zeitpläne wurden im aktuellen Bericht des Wall Street Journal aber nicht bestätigt.

Strategische Diversifizierung weg von TSMC

Apple setzt seit der Einführung von Apple‑Silicon‑Prozessoren vollständig auf eigene ARM‑Designs, die bislang ausschließlich von TSMC gefertigt werden. Diese Konzentration auf einen einzigen Auftragsfertiger hat Apple in den vergangenen Quartalen zunehmend unter Druck gesetzt. Konzernchef Tim Cook erklärte in der jüngsten Telefonkonferenz zu den Quartalszahlen, dass iPhone‑17‑Modelle zeitweise nicht in ausreichender Stückzahl verfügbar gewesen seien, weil TSMC nicht genug A19‑ und A19‑Pro‑Chips liefern konnte. Gleichzeitig produziert TSMC auch für andere Großkunden wie Nvidia und muss seine begrenzten Kapazitäten zwischen Rechenzentrums‑Chips für KI‑Server und Prozessoren für Konsumgeräte aufteilen.

Auch bei den Macs zeigte sich die angespannte Versorgungslage: Die starke Nachfrage nach dem MacBook Neo sowie ein Nachfrageboom bei Mac mini und Mac Studio führten zuletzt zu Lieferengpässen. Vor diesem Hintergrund hatte Bloomberg bereits berichtet, Apple führe Sondierungsgespräche mit Intel und Samsung, um die Chipproduktion geografisch breiter aufzustellen und unabhängiger von TSMC zu werden. Intel bietet mit seinen Prozessknoten 18A (1,8‑Nanometer) und künftig 14A (1,4‑Nanometer, geplant für 2028) potenziell passende Fertigungstechnologien an und sucht aktiv nach Großkund:innen für diese Plattformen.

Politischer Druck und neue Rolle für Intel

Eine wichtige Rolle bei dem angenäherten Schulterschluss spielt offenbar die US‑Politik. Laut Wall Street Journal hat Präsident Trump Apple‑Chef Tim Cook in einem Treffen im Weißen Haus persönlich gedrängt, stärker auf in den USA produzierte Komponenten zu setzen. Apple habe zugesagt, 400 Millionen US‑Dollar (rund 371 Millionen Euro) in entsprechende Maßnahmen zu investieren. Intel wiederum steht seit 2025 unter der Führung des neuen Vorstandschefs Lip‑Bu Tan, der den Fertigungsbereich des Konzerns neu ausrichtet. Die US‑Regierung hat im vergangenen Jahr eine Beteiligung von zehn Prozent an Intel übernommen und soll sich aktiv um neue Aufträge für das Unternehmen bemühen.

Vor der Umstellung auf Apple Silicon hatte Apple jahrelang Intel‑Prozessoren in Macs eingesetzt, war aber immer wieder mit Verzögerungen bei neuen Chip‑Generationen konfrontiert. Nun könnte Intel erstmals nicht mehr als klassischer Prozessor‑Lieferant auftreten, sondern als reiner Auftragsfertiger für von Apple entwickelte Chips. Sollten die Berichte zutreffen und Apple tatsächlich ab 2027 erste M‑Prozessoren aus Intel‑Werken beziehen, wäre das ein bedeutender Schritt zur Diversifizierung der Lieferkette. Angesichts des anhaltenden KI‑Booms und des weltweit steigenden Bedarfs an Hochleistungschips könnte eine zweite große Fertigungsquelle für Apple mittelfristig entscheidend werden.

Via: appleinsider.com · www.engadget.com · www.macrumors.com · www.theverge.com · 9to5mac.com
Titelbild KI (Zur Illustration)

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Michael Reimann

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