Feature

Apple stellt den Mac Pro nach 20 Jahren ein – Mac Studio übernimmt

Apple hat den Mac Pro offiziell eingestellt und plant keine weiteren Modelle. Damit endet nach zwei Jahrzehnten die Ära von Apples modularer Profi-Tower-Workstation.

Leises Aus für den letzten modularen Mac

Der Mac Pro ist von Apples Website und aus dem Online-Store verschwunden, alte Produktlinks leiten nun auf die allgemeine Mac-Übersicht um. Gegenüber 9to5Mac bestätigte Apple, dass die Workstation eingestellt ist und keine neuen Mac-Pro-Generationen mehr geplant sind. Zuletzt hatte Apple den Mac Pro im Juni 2023 aktualisiert und den M2-Ultra-Chip verbaut, das 2019 eingeführte Aluminium-Tower-Design und den Einstiegspreis von 6.999 US‑Dollar (rund 6.500 Euro) jedoch unverändert gelassen.

Der aktuelle Mac Pro war 2019 als klassischer Tower mit dem markanten „Reibeisen“-Design und Intel-Xeon-Prozessoren gestartet. Er brachte die von vielen Pro-Anwender:innen gewünschte Modularität mit zahlreichen PCIe-Steckplätzen zurück. Zuvor hatte Apple 2013 mit dem zylindrischen „Papierkorb“-Mac-Pro-Design thermische Probleme eingeräumt, weil sich der Markt Richtung großer Einzel-Grafikkarten entwickelt hatte. Mit dem Wechsel auf Apple-Silicon-Chips ab 2020 geriet der Tower jedoch zunehmend in eine Randposition.

Apple-Silicon-Strategie und Rolle des Mac Studio

Mit der Umstellung auf M‑Prozessoren passte die Idee eines hochgradig modularen Systems immer weniger zu Apples System-auf-einem-Chip-Ansatz. Bei den M‑Chips sitzen Arbeitsspeicher und Grafikprozessor direkt im Chip, externe Grafikkarten oder nachrüstbarer RAM werden nicht unterstützt. Selbst im Mac Pro mit M2 Ultra boten die PCIe-Slots daher vor allem Platz für Netzwerk-, Speicher- oder spezialisierte Video- und Audio-Karten, nicht aber für zusätzliche GPUs. Damit verfügte der große Tower über die gleichen Rechenleistungen wie der deutlich kleinere und günstigere Mac Studio, dessen kompakte Bauform besser zur Apple-Silicon-Strategie passt.

Der Mac Studio, 2022 eingeführt, hat sich in der Folge zu Apples wichtigster Profi-Desktopplattform entwickelt. Er ist aktuell mit M3 Ultra und M4 Max erhältlich und gilt als künftiger Träger eines erwarteten M5-Ultra-Chips. Um fehlende interne Erweiterbarkeit auszugleichen, baut Apple verstärkt auf externe Anbindung: macOS Tahoe 26.2 hat eine geringe Latenz über RDMA via Thunderbolt 5 eingeführt, sodass mehrere Macs zu einem Cluster zusammengeschaltet und ihre Rechenleistung kombiniert werden können. Thunderbolt‑5‑Modelle des Mac Studio lassen sich so besonders für KI-Workloads und andere rechenintensive Aufgaben skalieren, zudem existieren Rackmount-Lösungen von Drittanbietern für den Serverseinsatz.

Display-Wechsel, Zubehör-Ende und gestrafftes Line-up

Parallel zum Mac Pro hat Apple auch das Pro Display XDR eingestellt, das 2019 gemeinsam mit dem Tower gestartet war. Es wurde durch das Studio Display XDR ersetzt, das stärker auf den Mac Studio und eine prosumer-orientierte Zielgruppe zugeschnitten ist. Ebenfalls ausgelaufen sind das Mac-Pro-Rollenkit für 700 US‑Dollar (rund 650 Euro) und das 300‑US‑Dollar-Fußkit (rund 280 Euro); beide Produkte wurden komplett aus dem Sortiment entfernt, alte Links führen direkt in den Apple Online Store. Wer seinen vorhandenen Mac Pro nachträglich mit Rollen ausstatten möchte, findet mit dem Rover-Pro-Rollenset eines Drittherstellers eine Alternative für 200 US‑Dollar (rund 185 Euro).

Der Mac Pro war das letzte Apple-Gerät, das in den USA gefertigt wurde. Apple hat inzwischen angekündigt, ab diesem Jahr den Mac mini in einer ausgebauten Produktionsstätte in Houston zu montieren, um eine Fertigung in den Vereinigten Staaten aufrechtzuerhalten. Mit dem Wegfall des Mac Pro besteht die Desktop-Palette nur noch aus iMac mit 24‑Zoll-Display, Mac mini und Mac Studio. Auf der mobilen Seite spiegelt Apple diese Staffelung mit MacBook Neo für 699 Euro unterhalb von MacBook Air und MacBook Pro. Für professionelle Nutzer:innen setzt Apple damit klar auf einen weniger modularen, aber einheitlich auf Apple Silicon ausgerichteten Gerätepark.

Sie sehen gerade einen Platzhalterinhalt von YouTube. Um auf den eigentlichen Inhalt zuzugreifen, klicken Sie auf die Schaltfläche unten. Bitte beachten Sie, dass dabei Daten an Drittanbieter weitergegeben werden.

Mehr Informationen

Via: www.cnet.com · www.iClarified.com · www.engadget.com · www.theverge.com · www.macrumors.com · www.tomshardware.com

Den Beitrag in unserem Forum kommentieren

Michael Reimann

Neueste Artikel

Apfeltalk die Woche vom 26. Oktober 2026 bis 1. November 2026

In einer Woche voller Produktneuheiten und Updates rückt Apple mit neuen Macs, einem überarbeiteten iPad mini und umfangreichen Systemaktualisierungen gleich…

1. November 2026

AirPods verbinden sich nicht mit dem iPhone: Diese Lösungen helfen

Wenn Deine AirPods keine Verbindung zum iPhone herstellen oder kein Ton zu hören ist, steckt oft eine einfache Ursache dahinter.…

1. November 2026

iPhone-Duo-Review: Klappt immer besser

Das iPhone Duo hatte - wenn man Social Media glauben schenken darf - einen schwierigen Start. Neue iPhone s müssen…

1. November 2026

Apple bremst bei KI, Amazon investiert Milliarden – was bringt es im Alltag?

Apple-Chef John Ternus will keine künstliche Intelligenz um ihrer selbst willen veröffentlichen. Amazon setzt dagegen Milliarden für KI-Infrastruktur ein –…

1. November 2026

Mac mit Touchscreen: praktische Ergänzung oder Bruch mit Apples Prinzipien?

Apple ermöglicht erstmals, macOS per Berührung auf dem Bildschirm zu steuern. Ob das im Alltag hilft oder Maus, Tastatur und…

1. November 2026

Apple Angebote des Tages – 01.11.2026

Die 10 stärksten Apple-Angebote am 01.11.2026 im Überblick — darunter 1 neue Bestpreise.

1. November 2026

Diese Website benutzt Cookies um Ihr Nutzererlebnis zu verbessern. Wenn Sie diese Website weiter nutzen, gehen wir von Ihrem Einverständnis aus.

Mehr lesen