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Spoileralarm: Folgenkritik zu Pluribus Folge 1 und 2

Folgenkritik Pluribus

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Mit „Pluribus“ präsentiert Vince Gilligan, bekannt als Schöpfer von „Breaking Bad“ und „Better Call Saul“, eine neue Serie, die erneut seine Handschrift für komplexe Charaktere und innovative Erzählweisen trägt. Ich habe die ersten beiden Folgen der ersten Staffel gesehen. Hier meine Gedanken.

Ich bin ein einfach gestrickter Serien-Gucker. Mich müssen das Setting, die Story und die Hauptcharaktere schnell, wenn nicht gar sofort, ansprechen. Sonst bin ich weg. Als Science-Fiction-Fan war der Start von Pluribus auf Apple TV für mich quasi ein Muss. Und da ich fast keine anderen Streaming-Dienste mehr abonniert habe, war der Samstagabend also den ersten beiden Folgen vom „Breaking Bad“-Macher Gilligan gewidmet. Fun Fact: Breaking Bad ist neben Star Trek die einzige Serie, die ich komplett zweimal geschaut habe. Das aber nur am Rande.

Spolieralarm

Soweit das allgemeine Geplänkel. Wer sich nicht spoilern lassen will, sollte an dieser Stelle nicht weiterlesen. Ich erwähne den einen oder anderen Fakt, der vielleicht lieber selber erlebt werden will.

Die Serie startet relativ langsam, bald aber wird klar, dass es irgendwie mit „Außerirdischen“ zu tun hat. Wie sich später herausstellen wird, sind es aber keine Aliens, die die Welt übernehmen. Es ist die Menschheit selber. Aus dem All kommt – wie genau das passiert, wird nur am Rande erwähnt, ein Bauplan für ein Molekül oder Protein, das Menschen, die damit in Berührung kommen, zu einer Mischung aus Zombies und modernen Sklaven macht.

Da war ich auch schon fast wieder weg von der Serie. Die 100. Version einer Außerirdischen Invasion, durch Mikroben, hat mich dann doch nicht abgeholt. Aber halt. Da ist was anders als bei anderen Serien. Hier stellen sich die „Invasoren“ nicht als blutrünstige Monster, sondern als freundliche Menschen von nebenan dar. Man will nichts Böses, man will nicht töten, man will retten.

Rettung um jeden Preis

Mit Beginn der zweiten Folge wird einem das ganze Ausmaß dieser Invasion klar. Fast die gesamte Menschheit (mit Ausnahme von 13 Personen) ist von dem „Virus“ (das keines ist) befallen. Gut, mit Pandemien kennen wir uns ja aus. Aber in diesem Fall ist es anders. Denn wer einmal „dabei“ ist, hat nicht nur Zugriff auf das gesamte Wissen der Menschheit, das haben wir ja dank KI, Wikipedia und co. sowieso, nein, wer „infiziert“ ist, hat Echtzeitzugriff auf Alles, was alle Menschen zu jedem Zeitpunkt erleben. Eine moderne Version der Borg aus Star Trek, nur dass die Borgs diesmal freundlich und hilfsbereit sind.

Alle wissen alles und können Alles

Alles läuft Hand in Hand. Niemand muss mehr sprechen, denn alle wissen zu jedem Zeitpunkt um alles. Das gilt auch für die Fähigkeiten. Einen Jumbojet fliegen, überhaupt kein Problem. Einen Bagger bedienen, auch nicht. Alles wäre nahezu perfekt. Wenn da nicht Carol Sturka wäre. Die Bestseller-Autorin ist eine der 13 Menschen auf der Welt, die nicht „infiziert“ wurde, bzw. die immun gegen die „Seuche“ ist. Ich mache es kurz: Carol (hervorragend dargestellt von Rhea Seehorn) nervt. Ich muss zugeben, auch mich nervt sie. Denn Carol ist das Sandkorn im Getriebe der perfekten Welt. Sie hinterfragt, sie zeigt alle Seiten eines Antagonisten. Will den alten Zustand der Welt wiederherstellen und ist – völlig unbeabsichtigt – eine Massenmörderin.

Die tolle neue Weltgemeinschaft repräsentiert durch Zosia (gespielt von Karolina Wydra) hat ein Problem. Sie kann mit negativen Gefühlen, Wut, Angst und Gewalt nicht gut, bzw., gar nicht umgehen. Ein Wutausbruch von Carol gegenüber Zosia sorgt für eine weltweite Katastrophe, weil Millionen Menschen auf einmal tot umfallen. Dieser Moment macht einem als Zuschauer das ganze Ausmaß der „Pandemie“ klar. Vielleicht ist es auch ein Ansatz, wie man das Problem lösen kann. Aber wie löst man ein Problem, das oberflächlich betrachtet gar keines ist? Alle – also bis auf die Millionen Toten – sind doch glücklich.

Problemlösung?

Glückliche Menschen, Frieden auf Erden, Wissen ist allen zugänglich, alle können alles verstehen auch ohne Worte. Liebe überall. Das ist doch eine schöne Welt. In so einer Welt möchte man doch angesichts von Kriegen, wahnwitzigen Politikern und dem erstarken rechter Kräfte lieber leben. Ja, möchte man das? Noch gibt der Verlauf der Serie nur wenig Angriffspunkte, aber dass ein einfacher Wutausbruch Millionen von Menschen tötet, sollte uns hellhörig machen. Carol, die mich wirklich nervt, denn die Harmonie dieser neuen Welt scheint so greifbar, ist vielleicht doch die Einzige, die sie retten kann. Wir lernen im Verlauf der zweiten Folge aber auch die anderen Menschen kennen, die diesen Konflikt leben. Teilweise Familien, in denen der Mann und der Sohn „betroffen“ sind, die Mutter aber nicht.

Fazit der ersten beiden Folgen

Vince Gilligan schafft es, eine Vision einer „Invasion“ zu erzählen, die zumindest meine Vorstellungskraft enorm strapaziert. Zusammen mit der extrem nervigen Carol (und das meine ich als Kompliment an Rhea Seehorn, die das wirklich gut darstellt) und der von einer bedrohlichen Ruhe geprägten Zosia hat man das Gefühl, ganz langsam in einen Abgrund gezogen zu werden. Wie heißt es aber so schön: die Hoffnung stirbt zuletzt. Fun Fact: Teile der Serie spielen in Carols Heimatstadt Albuquerque, wo auch große Teile von Breaking Bad spielen. Das sorgt für eine gespenstische Vertrautheit.

Klare Empfehlung von mir. 9/10.

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