Ausprobiert

HOVERAir X1 PROMAX – Der fliegende Kameramann in 8K

Ich habe in den letzten Wochen die HOVERAir X1 PROMAX, eine unheimlich kleine 8K Drohne ausprobiert. Was sie anders macht als der Wettbewerb und weshalb sie genau deshalb spannend ist, lesen Sie hier.

Jeder, der schon einmal versucht hat, sich selbst beim Radfahren, Skifahren oder einfach nur beim Wandern spektakulär in Szene zu setzen, kennt das Problem: Der Selfie-Stick ist immer im Weg, und die stationäre Kamera filmt meistens nur, wie man kleiner wird und aus dem Bild verschwindet. Hier versprach schon die erste HoverAir X1 Abhilfe. Nun legt der Hersteller ZeroZero Robotics nach und schickt die HOVERAir X1 PROMAX ins Rennen. Ich habe mir die Drohne, die eher eine fliegende Action-Cam sein will, genauer angesehen.

Die Idee ist so simpel wie genial: Eine Kamera, die man einfach in die Luft wirft, die einem folgt und danach wieder in der Hand landet – ganz ohne Controller-Akrobatik.

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Während der Vorgänger noch als nettes Gadget für Social Media durchging, will die PROMAX-Version nun mit 8K-Video, massiver Windbeständigkeit und hohen Geschwindigkeiten auch „echte“ Content Creator und Sportler abholen. Hält das Versprechen? Oder ist es nur teures Spielzeug?

Ausgepackt

Schon beim Auspacken merkt man: Hier hat sich jemand Gedanken gemacht. Die Verpackung wirkt fast Apple-like – clean, durchdacht und hochwertig.

Die Drohne selbst ist mit knapp 192 Gramm ein Fliegengewicht und fällt damit entspannt unter die kritische 250 Gramm Grenze der Drohnenverordnungen. Das Design ist funktional: Die Propeller sind in einem flexiblen Käfig aus einem hyper-elastischen Material (HEM) komplett umschlossen. Das schreit förmlich: „Fass mich an!“ Und genau das ist das Konzept. Starten und Landen aus der Handfläche, ohne Angst um die Fingerkuppen.

Besonders spannend ist das Zubehör im „Beacon“-Bundle. Der sogenannte Beacon ist ein kleines Modul mit OLED-Display, das als Tracker und Fernsteuerung dient.

Aber der Clou ist der Transformer-Aspekt: Mit zwei ansteckbaren Griffen verwandelt sich der kleine Kasten in einen vollwertigen Controller, in den man sogar sein Smartphone klemmen kann. Die Haptik ist ordentlich, das Klapp-Design der Drohne selbst wirkt robust genug, um auch mal rüder im Rucksack zu landen. Ein nettes Detail: Das mitgelieferte Ladecase erinnert an ein klassisches Brillenetui, lädt die Drohne aber unterwegs auf und hält den Akku bei Skitouren warm.

Die Daten

Bevor wir abheben, ein kurzer Blick auf das Datenblatt, denn hier protzt die PROMAX ordentlich. Der 1/1.3 Zoll CMOS Sensor liefert Videos in bis zu 8K bei 30 fps oder butterweiche 4K mit 120 fps für Zeitlupen. Das ist eine Ansage, vor allem im Vergleich zur DJI Neo, die hier deutlich das Nachsehen hat.

Doch Auflösung ist nicht alles. Die Drohne trotzt Windstärke 5 und erreicht im Verfolgungsmodus Geschwindigkeiten von bis zu 60 km/h. Das ist der entscheidende Unterschied zum Vorgänger, der bei einer flotten Radtour schnell die Puste (oder die Verbindung) verlor.

Gespeichert wird auf 64 GB internem Speicher, der sich aber – Gott sei Dank – per microSD Karte erweitern lässt. Konnektivität wird großgeschrieben: Wi-Fi 6 sorgt für schnelle Übertragungsraten aufs iPhone. Ein wichtiges Detail für Wintersportler: Die Drohne besitzt einen „Omni-Terrain“-Modus, der dank verbesserter Sensoren auch über Wasser und Schnee zuverlässig funktionieren soll – beides Untergründe, die optische Sensoren gerne mal verwirren.

Bei Amazon finden wir die HOVERAir X1 PROMAX für 669 Euro und im Controller Bundle sind dies 999 Euro.

Im Alltag: Fliegen lassen

Genug der Theorie. Wie schlägt sich das Teil in der Praxis? Die Einrichtung über die App ist kinderleicht und in wenigen Minuten erledigt.

Der Start ist magisch: Drohne aufklappen, Knopf drücken, Modus wählen (z.B. „Follow“ oder „Orbit“), Hand ausstrecken – und surr, sie schwebt.

Im Test zeigt sich, dass die X1 PROMAX tatsächlich hält, was sie verspricht. Im „Follow“-Modus klebt sie förmlich an den Fersen. Selbst bei schnellen Richtungswechseln auf dem Mountainbike bleibt sie dran, wo andere Drohnen längst den Faden verlieren. Die neuen Modi wie „Side Track“ (Profilansicht) oder „Dolly Track“ (fliegt vor einem her) liefern kinematografische Ergebnisse, für die man früher einen zweiten Kameramann auf einem E-Bike brauchte.

Besonders der Beacon ist ein Gamechanger. Klippt man ihn an den Lenker oder die Jacke, trackt die Drohne nicht nur visuell, sondern auch per GPS-Signal des Beacons.

Verliert sie euch im Wald kurz aus den Augen, bleibt sie dank des Signals trotzdem auf Kurs. Die Bildqualität ist bei Tageslicht exzellent. 8K bietet enorme Reserven für den Zuschnitt (Crop) im Nachhinein, auch wenn 4K für die meisten völlig ausreichen dürfte. Die Stabilisierung arbeitet hervorragend – selbst bei Windböen wirkt das Bild wie auf Schienen.

Doch wo Licht ist, ist auch Schatten: Die Hinderniserkennung ist rudimentär. Sie hat zwar Sensoren nach hinten und unten, aber wer im dichten Wald „Side Track“ aktiviert, die Drohne also blind seitwärts fliegt, riskiert Crashes. Hier muss man als Pilot mitdenken. Die Drohne ist robust und überlebt das meistens, aber unzerstörbar ist sie nicht.

Kritikpunkte

Nichts ist perfekt, auch nicht die X1 PROMAX. Hier sind drei Dinge, die uns aufgefallen sind:

  1. Akkulaufzeit: Der Hersteller verspricht 16 Minuten. In der Realität, besonders bei Wind und 8K-Aufnahme, landen wir eher bei 12 bis 13 Minuten. Das reicht für kurze Clips, aber für eine längere Abfahrt oder Tour braucht man zwingend das Ladecase und Ersatzakkus.

  2. Preis: Mit rund 670 Euro Einstiegspreis ist sie kein Schnäppchen mehr. Man bewegt sich im Preisbereich einer DJI Mini 4 Pro, die als „echte“ Drohne bei Reichweite und Flugdauer deutlich vielseitiger ist, wenngleich sie die autonomen Follow-Fähigkeiten der Hover nicht ganz erreicht.

  3. App-Verbindung: Während der Beacon super funktioniert, hakelt die direkte Verbindung nur zum Smartphone hin und wieder. Manchmal muss man Bluetooth/WLAN kurz toggeln, bis die Live-Vorschau steht. Das ist Meckern auf hohem Niveau, aber im Apple-Kosmos sind wir „it just works“ gewohnt.

Fazit

Die HOVERAir X1 PROMAX ist keine Drohne für Landschaftsfotografen, die den Sonnenuntergang aus 500 Metern Höhe filmen wollen. Sie ist eine fliegende Action-Cam, ein persönliches Film-Team für die Hosentasche. Und in genau dieser Nische ist sie derzeit konkurrenzlos.

Die Kombination aus 8K-Bildqualität, hoher Geschwindigkeit und der idiotensicheren Bedienung macht einfach Spaß. Wer viel solo unterwegs ist – sei es auf dem Bike, den Skiern oder dem Skateboard – und dynamische Aufnahmen von sich selbst möchte, kommt an diesem Gerät kaum vorbei. Der hohe Preis schmerzt zwar kurz, ist angesichts der gebotenen Technik, vor allem im Vergleich zur DJI Neo, aber gerechtfertigt.

Für den nächsten Urlaub oder das Wochenende auf dem Trail ist die X1 PROMAX definitiv in meiner Tasche.

Ausprobiert und für gut, ja einzigartig befunden.

Die HOVERAir X1 PROMAX wurde uns von HOVER für diesen Test zur Verfügung gestellt. Vielen Dank an den Hersteller.

Zu den Einkaufstipps:

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Bilder Autor und Hover

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Andreas Vogel

Autor Apfeltalk

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