Paperlike verfolgt seit Jahren ein klares Ziel: Das iPad soll sich beim Schreiben und Zeichnen mehr wie Papier anfühlen. Wie isch die dritte Generation schlägt erfahrt ihr in unserem Test. Mit der dritten Generation der Schutzfolie möchte der Hersteller genau das noch besser umsetzen – bei gleichzeitig geringerer Beeinträchtigung von Bildschärfe und Farben. Ich habe Paperlike 3 auf dem iPad Pro M4 ausprobiert.
Paperlike 3 ist eine matte, strukturierte Schutzfolie, die das Glas des iPad-Displays deutlich verändert. Die Oberfläche ist leicht „körnig“ und bricht das Licht, wodurch Spiegelungen reduziert werden. Das iPad wirkt weniger wie ein spiegelnder Glasklotz und etwas mehr wie ein mattes Zeichen- oder Schreibgerät.
Die Beschichtung sorgt für spürbaren Widerstand bei Stiftbewegungen. Der Apple Pencil gleitet nicht mehr völlig glatt über Glas, sondern „kratzt“ leicht – im positiven Sinn. Das vermittelt ein vertrautes Schreibgefühl, das sehr nahe an Papier herankommt. Gerade bei längeren Notizen oder Skizzen wirkt sich das angenehm auf die Handkontrolle aus.
Ganz ohne Nebenwirkungen bleibt das nicht: Die Darstellung wirkt minimal weicher, Farben verlieren ein wenig Brillanz. Im Alltag fällt die Farbverfälschung aber nur bei direktem Vergleich mit einem nackten Display auf. Für Filme, Fotos und Spiele geht die Qualität aus meiner Sicht noch absolut in Ordnung – wer pixelperfekte Schärfe priorisiert, muss sich diesen Kompromiss aber bewusst machen.
Die Anbringung ist der Punkt, an dem sich entscheidet, ob man mit solchen Folien glücklich wird. Paperlike 3 macht es einem nicht „einfach“, aber fair. Das beiliegende Zubehör (Reinigungstuch, Staubsticker, Ausrichtungshilfen) und die Schritt-für-Schritt-Anleitung sind gut durchdacht. Das begleitende Video erklärt den Prozess anschaulich.
Trotzdem: Man braucht Zeit, Ruhe und Geduld. Staubkörner finden immer einen Weg, und die Folie ist groß. Wer sich fünf Minuten zwischen Tür und Angel erhofft, wird enttäuscht. Nimmt man sich aber wirklich 20–30 Minuten und arbeitet sorgfältig, ist ein nahezu perfektes Ergebnis drin. In meinem Fall gelang die Montage nach einem Durchgang ohne sichtbare Blasen.
Im Alltag macht sich die Folie schnell unsichtbar – im besten Sinne. Wischen, Tippen und Gesten funktionieren wie gewohnt. Fingerabdrücke fallen durch die matte Oberfläche weniger auf. Nach einigen Tagen hatte ich nicht mehr das Gefühl, „auf einer Folie“ zu arbeiten, sondern einfach auf einem anderen Displaytyp.
Ihre Stärken spielt Paperlike 3 klar beim Arbeiten mit dem Apple Pencil aus. Notizen in GoodNotes, Skizzen in Procreate oder handschriftliche Markierungen in PDFs profitieren spürbar vom höheren Widerstand. Linien lassen sich kontrollierter setzen, gerade bei langsamen, präzisen Bewegungen.
Wer sein iPad vor allem als Notizblock, Skizzenbuch oder zum Annotieren von Dokumenten nutzt, profitiert hier am meisten. Auch beim bloßen Tippen auf der Bildschirmtastatur fühlt sich die Oberfläche angenehmer an als blankes Glas, weil die Finger nicht so abrupt „festkleben“.
Für Nutzer:innen, die ihr iPad überwiegend als Medienkonsumgerät verwenden, ist die Rechnung komplexer. Die Entspiegelung ist angenehm, aber der leichte Verlust an Schärfe und Brillanz ist objektiv vorhanden. Wenn Serien, Spiele und Fotos im Vordergrund stehen, würde ich eine solche Folie eher als „optional“ einstufen.
Paperlike 3 ist eine konsequente Weiterentwicklung der bekannten Idee: Weniger Glas, mehr Papiergefühl. Die Montage ist nichts für Ungeduldige, aber mit der guten Anleitung und dem Video absolut machbar – vorausgesetzt, man bringt Zeit und Ruhe mit. Das Ergebnis belohnt einen: Schreiben und Zeichnen fühlen sich deutlich natürlicher an, und wer einen etwas „körnigeren“ Look mag, bekommt genau das.
Ja, es gibt nach wie vor eine leichte Farb- und Schärfeveränderung. In meiner Nutzung auf dem iPad Pro M4 fiel sie aber so gering aus, dass sie im Alltag kaum stört. Preis und Aufwand bei der Anbringung sind hoch – aus meiner Sicht ist es das jedoch wert, wenn das iPad intensiv als Arbeits- und Kreativgerät mit Pencil genutzt wird.
Wer hauptsächlich konsumiert, braucht Paperlike 3 nicht unbedingt. Wer aber viel schreibt, zeichnet oder bewusst ein „weniger gläsernes“ iPad möchte, liegt mit dieser Folie sehr richtig. Insgesamt bin ich mit dem Ergebnis sehr zufrieden.
Die Paperlike 3 ist für eine breite Palette an iPad-Modellen erhältlich. Das Angebot umfasst iPad (7. Generation und neuer), iPad Air (3. Generation und neuer), iPad mini (5. Generation und neuer) sowie alle iPad Pro-Modelle ab 11 und 12,9 Zoll. Für mein Testgerät, das iPad Pro M4 mit 11 Zoll, liegt der Preis bei etwa 39 Euro, für die 13-Zoll-Variante bei circa 45 Euro. Im deutschsprachigen Raum kostet die Folie zwischen 35 und 50 Euro je nach Modell – sie ist direkt bei Amazon verfügbar.
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