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Tour de France 2007 Thread

Du glaubst nicht wirklich, dass dieser Sport wieder sauber werden kann, oder? Wenn man sich die kriminelle Energie der Dopingfahrer anschaut, dann mag ich daran nicht glauben. Sorry.

Ist ein bisschen wie der 'Wettbewerb' zwischen Softwareherstellern und Raubkopierern: immer wieder gibts neue Schutzmassnahmen und die werden immer schneller umgangen. Vertane Zeit IMO.

Aber man wird sehen wie es weitergeht. Spätesens zur nächsten TdF 2008.
 
Also - ich bin hin- und hergerissen. Man muss nicht professionell Radfahren. Aber wenn man es denn unbedingt will, hängt man schliesslich in einem System drin, dessen Zwänge und Rankünen mit Sport und seinen Grundsätzen rein gar nichts mehr zu tun haben. Vermutlich sind die Leistungen, die bei der Tour den Fahrern abverlangt werden, schon längst nicht mehr ohne Mittel zu leisten. Das "höher, weiter, schneller" pervertiert sich hier selbst, weil es darum längst nicht mehr geht, sondern halt ganz profan ums Geldverdienen einerseits und ums Prestige andererseits. Das betrifft aber den Sport ganz allgemein und wird hier nur sehr plastisch. Ich bin sehr pessimistisch, dass sich das ändern lässt. Sport spiegelt die Gesellschaft wider. Im Sport wird sichtbar, wo es klemmt - in den Köpfen, in den Erwartungen, in der Annahme, dass sich Leistungen/Profit spiralförmig ohne Ende höher und höher schrauben lassen.
Und übrigens wundere ich mich schon die ganze Zeit, warum die EHEMALIGE Präsidentin des BdR viel häufiger seriöse Interviews zu den wirklich interessanten und brennenden Fragen rund um den Radsport/Tour de France gibt als der amtierende. Auch das spricht für sich.

Schönen Gruss, Bertha
 
Es gab da einige Skandale die soweit ich mich erinnere damals das Ende der BDR Karriere für Fr. Schenk bedeuteten.

Sportverbände sind allerdings eh ne zwiespältige Sache und zu Sportfunktionären muss man wohl nichts sagen.


Habe ich Hoffnung auf sauberen Radsport? Natürlich hab ich die, ob diese nun realistisch ist oder nicht spielt keine Rolle. Die alternative zum Kampf bleibt letztendlich die Freigabe von Doping. Das führt dazu das ich als arbeitender Mensch der als intensives Hobby Radrennen auf gehobenem Amateurniveau bestreitet mich nicht nur in Rennen immer wieder mit Profis messen muss (da die höheren Amateurklassen bei Rennen oft mit Fahrern aus Profiteams der 3. Kategorie starten) sondern zusätzlich davon ausgehen muss das die von vorne bis hinten verstrahlt und voll sind.

Anderseits zum Amateursport: http://zegger.ze.funpic.de/bilder/corpus.jpg
 
Vermutlich sind die Leistungen, die bei der Tour den Fahrern abverlangt werden, schon längst nicht mehr ohne Mittel zu leisten. Das "höher, weiter, schneller" pervertiert sich hier selbst, weil es darum längst nicht mehr geht, sondern halt ganz profan ums Geldverdienen einerseits und ums Prestige andererseits. Das betrifft aber den Sport ganz allgemein und wird hier nur sehr plastisch. Ich bin sehr pessimistisch, dass sich das ändern lässt. Sport spiegelt die Gesellschaft wider. Im Sport wird sichtbar, wo es klemmt - in den Köpfen, in den Erwartungen, in der Annahme, dass sich Leistungen/Profit spiralförmig ohne Ende höher und höher schrauben lassen.

Die Diskussion ob eine 3-Wochen-Rundfahrt ohne Doping zu überstehen ist muss nicht geführt werden. Sowas ist absolut möglich nur halt auf einem anderen Level.
Die Problematik ist auf dieser Welt immer die gleiche - Geld. Fahrer verdienen durch ihre Leistung, wobei mehr Leistung gerade im Sport recht schnell mit mehr Geld einhergeht oder aber auch in schlechtbezahlten Sportarten (der großteil der Sportler die z.b. bei der Tour de France starten träumt wohl nur von 6stelligen Gehältern) einfach mit einer Verlängerung des Vertrages. Der Olympische Gedanke ist eine wirre Erfindung der im Sport wo es um Ruhm, Anerkennung und Geld geht nie vorhanden war. Es gibt Menschen die sich mit Amphetaminen zukleistern um das lokale Rennen 100x um die Kirche in irgendeinem Dorf zu gewinnen, und auch die, die in allen anderen Bereichen des Lebens nachhelfen.
 
Die Diskussion ob eine 3-Wochen-Rundfahrt ohne Doping zu überstehen ist muss nicht geführt werden. Sowas ist absolut möglich nur halt auf einem anderen Level.
Die Problematik ist auf dieser Welt immer die gleiche - Geld. Fahrer verdienen durch ihre Leistung, wobei mehr Leistung gerade im Sport recht schnell mit mehr Geld einhergeht oder aber auch in schlechtbezahlten Sportarten (der großteil der Sportler die z.b. bei der Tour de France starten träumt wohl nur von 6stelligen Gehältern) einfach mit einer Verlängerung des Vertrages. Der Olympische Gedanke ist eine wirre Erfindung der im Sport wo es um Ruhm, Anerkennung und Geld geht nie vorhanden war. Es gibt Menschen die sich mit Amphetaminen zukleistern um das lokale Rennen 100x um die Kirche in irgendeinem Dorf zu gewinnen, und auch die, die in allen anderen Bereichen des Lebens nachhelfen.

Recht hast du! Ich hatte bis vor kurzem ein Praktikum in einem der Teams gemacht, bis meine Zähne Ärger gemacht haben und war noch ziemlich begeistert von den Sportlern. Meine eigene Kondition auf dem Fahrrad reicht leider nur für einen 30-er Schnitt auf einer Etappe mittlerer Kategorie, aber ich bin der Meinung, dass man es auch annähernd so gut ohne Dopingmittel schaffen sollte.
Vielleicht sollten die Veranstalter die Strecken etwas kürzen bzw. die Fahrer etwas früher am Tag starten lassen (um 8 Uhr und nicht um 12), damit die Fahrer fitter durch die Etappe kommen.

Gruß
Christopher
 
Die Startzeiten der Etappen werden wohl kaum wieder vorgelegt, zu wichtig ist der Zieleinlauf am Abend (17/18Uhr) für die TV-Vermarktung.
Kürzere Etappen sind sicherlich eine Überlegung- spannend können sie auf jeden fall sein wenn man sich an 96 erinnert wo Riis auf einer radikal auf ~50km gekürzten Etappe (das Wetter war Schuld) das Feld in seine Einzelteile zerlegte. (Mittlerweile wissen wir allerdings auch warum er da so beeindruckend war)
Die Fahrer dagegen äußern nur wenig Protest über zulange Etappen (die Transfers finden da eher Kritik) und ich glaub sie sind ein bedeutender Teil für die notwendige Selektion und um die Hektik zu entzerren und TV-Zeiten zu garantieren. (Kurze Etappen = keine langen Ausreissversuche, hohe Nervosität = mehr Stürze)
 
Die Tour zu verkürzen halte ich für falsch. Sie ist im Laufe der Jahre eh immer kürzer geworden. Meiner Meinung nach sollte sie so wie auch die Tour Direct durchgeführt werden. Dabei wird die Tour nonstop und ohne Transfers gefahren. Das Nonstop lässt man dann halt weg und schon hat man wieder ein schönes Etappenrennen.


KayHH
 
Du glaubst nicht wirklich, dass dieser Sport wieder sauber werden kann, oder? Wenn man sich die kriminelle Energie der Dopingfahrer anschaut, dann mag ich daran nicht glauben. Sorry.

Nenn mir EINEN Sport, der sauber ist. Nur einen! Ihr glaubt doch nicht ernsthaft, dass es in irgend einem Profisport sauber zugeht...
 
Ich habe diesen Thread nicht weiter verfolgt, aber beim durchschauen der Mediathek vom ZDF ist mir heute morgen diese Auflistung unter Sport aufgefallen.

Finde ich, unabhängig von den Vorkommnissen der letzten Tage, traurig so mit dem Radsport generell umzugehen. Da zeigt sich einfach nur, auf was der Radsport momentan runterreduziert wird - wirklich schade! Mir tuts vor allem um die (meiner Meinung nach vorhandenen) ehrlichen Sportler leid.
 

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Eilmeldung auf tagesschau.de:
Vierter Dopingfall bei Tour?
Der Kolumbianer Juan Mauricio Soler, Spitzenreiter der Bergwertung bei der 94. Tour de France, ist laut einem Bericht der belgischen Zeitung "Het Laatste Neuws" bei einer Doping-Kontrolle nach der 14. Etappe positiv getestet worden.
 
Von spiegel.de

"Aufregung über einen Bericht der Nachrichtenagentur dpa: In der Nacht meldete sie Dopingfall Nummer vier während der Tour - Bergkönig Soler sei einem belgischen Zeitungsbericht zufolge durch eine Kontrolle schwer belastet. Jetzt zog die Agentur die Meldung zurück, auch die Verantwortlichen dementieren."

Das plötzliche auftrumpfen von Soler, der bisher im Radsportzirkus nicht durch große Leistungen aufgefallen ist und in diesem Jahr auch nur bei kleineren Rundfahrten am Start war, bietet jedoch Anlass zu Spekulationen - Überraschende Leistungen im Sport sind wohl leider einfach zu erklären.
Ähnlich gings im letzten Jahr mit dem zweiten der Giro d'Italia Jose Enrique Gutierrez der plötzlich am Berg überraschend stark war, Fuentes sei dank.
 
Trotzdem musste ich herzlich lachen:

"Ich habe gehört, ich soll eine Transfusion mit dem Blut meines Vater gemacht haben", sagte er, "das ist absurd. Dann wäre ich höchstens positiv auf Wodka getestet worden."

;-)