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Tim Cook zu unerlaubten Steuertricks: "Das ist vollkommener politischer Mist!"

Ich glaube du unterschätzt die Macht institutioneller Anleger gewaltig.
Wenn denen die Politik eines Unternehmens nicht gefällt, sitzt das Management morgen auf der Straße.

Das mag auf bestimmte Branchen bzw Unternehmen durchaus zutreffen aber lässt sich vermutlich nicht pauschalisieren.
 
Wenn er sich genauso für ausgereifte innovative Produkte kümmern würde wie um das Thema Steuern , würde ich das sehr begrüßen. So bleibt er immer was er war - ein "Taschenrechner" aus der Büroetage.
 
So einfach ist das eben nicht, wenn ich als Deutscher im Ausland eine GmbH gründe, dann wird das Geld, das diese GmbH erwirtschaftet auch in diesem Land versteuert. Und das ist genau was alle großen Firmen machen.
 
So einfach ist das eben nicht, wenn ich als Deutscher im Ausland eine GmbH gründe, dann wird das Geld, das diese GmbH erwirtschaftet auch in diesem Land versteuert.

Das ist ja auch richtig so.

Das Steuersparmodell sieht allerdings (stark vereinfacht) vor, die Wertschöpfungskette und damit die Kosten dort zu haben, wo qualifizierte Arbeitskräfte und idealerweise ein funktionierendes Sozialsystem existiert, während die Einkünfte in einem anderen Unternehmensteil eingefahren werden, vorzugsweise da, wo man wenig Steuern bezahlt. Dadurch fährt die Produktion/Entwicklung Buchverluste ein, die steuerlich absetzbar sind, während die aus diesen Produkten erzielten Gewinne in einem ganz anderen Land anfallen - und mit weniger Steuern belegt werden. Sollte dieses Land "zufällig" kein Doppelbesteuerungsabkommen mit dem Land haben, in dem die Verluste anfallen, "kann" man Verluste und Gewinne nicht gegeneinander aufrechnen.

Eine GmbH im Ausland zu gründen ist also nicht "ganz" das gleiche.
 
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Hat die EU eigentlich mittlerweile etwas gegen das unglaubliche Starbucks Steuervermeidungs-Modell mit den Niederlanden unternommen?
 
Was sich negativ anhört, ist eigentlich nur eine faire Beteiligung der Infrastrukturanbieter am ganzen Geschäft. Irgendeiner muss schließlich die Infrastruktur aufbauen, beitreiben, warten und schließlich auch kontinuierlich ausbauen.
Genau, Infrastruktur, ich will eigentlich gar nicht das private Unternehmen Infrastrukturen aufbauen die für die gesamte Bevölkerung wichtig ist, das gilt genauso für Abwasserleitungen oder Straßen, solche Dinge sollte der Staat lieber selber machen!!!
 
Genau, Infrastruktur, ich will eigentlich gar nicht das private Unternehmen Infrastrukturen aufbauen die für die gesamte Bevölkerung wichtig ist, das gilt genauso für Abwasserleitungen oder Straßen, solche Dinge sollte der Staat lieber selber machen!!!

Richtig. Und dazu gehören eben auch Datennetze (Festnetz/Mobil), die von einer staatlichen Behörde aufgebaut werden und deren Kapazitäten an Unternehmen vermietet werden sollten, die als Netzanbieter auftreten.

So hätte man den Druck aus der Wirtschaft auf die Behörde, schnelle und komplexe Netze aufzubauen, so dass es nicht so rückständig ist wie zu Bundespost-Zeiten, aber eine Regulierungsbehörde bräuchte es nicht. Die Behörde würde für Chancengleichheit Stadt vs. Land sorgen, indem sie einfach überall ausbaut. Wer auf dem Netz Leistungen anbieten will, zahlt automatisch die billige Stadt und das teure Land.

Denn einen Vorteil hatten die Bundespost-Zeit: Jeder hatte die Chance auf einen gleichwertigen Telefonanschluss, egal ob jemand in Hamburg oder auf dem Dorf wohnte.

Beim Internet ist das schon lange nicht mehr der Fall, weder mobil noch fest.
 
Hat die EU eigentlich mittlerweile etwas gegen das unglaubliche Starbucks Steuervermeidungs-Modell mit den Niederlanden unternommen?

Die EU-Kommission hat den Niederlanden doch befohlen, die fehlenden Steuereinnahmen einzutreiben. Dagegen wurde Einspruch erhoben. Oder meinst du etwas anderes?
 
Ich hätte vor 10 Jahren in die Schweiz auswandern (aber in D weiter arbeiten) können. Habe ich nicht getan, weil ich solcherlei Tricks widerwärtig und asozial finde.
Da wärst du auch seltenblöd gewesen - mit deutschem Lohn freiwillig in der Schweiz wohnend das doppelte von zu Hause zu bezahlen. So viel Steuern könntest du wohl gar nicht sparen als du in der Schweiz für alles mehr bezahlen würdest...
 
Der Cook kann ja auch nur sagen, was er als Manager/CEO da eben sagen "muss": er steht in Abhängigkeit von Aufsichtsrat und Vorstand und vor allem den Aktionären. Wird alles nicht so heiß gegessen, wie es gekocht wird.
 
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Da wärst du auch seltenblöd gewesen - mit deutschem Lohn freiwillig in der Schweiz wohnend das doppelte von zu Hause zu bezahlen. So viel Steuern könntest du wohl gar nicht sparen als du in der Schweiz für alles mehr bezahlen würdest...

Das ist ein Fehler im Satz. Gemeint war: In der Schweiz arbeiten und an der Grenze auf deutscher Seite wohnen.
 
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Genau, Infrastruktur, ich will eigentlich gar nicht das private Unternehmen Infrastrukturen aufbauen die für die gesamte Bevölkerung wichtig ist, das gilt genauso für Abwasserleitungen oder Straßen, solche Dinge sollte der Staat lieber selber machen!!!

Das wäre in der Tat zu begrüßen. Allerdings bereitet mir die digitale Inkompetenz unseres Staates da Sorgen und insbesondere wäre es dann dem Staat noch einfacher möglich, seine Bürger zu bespitzeln.

Es hätte aber wirklich Charm, wenn die ganze Infrastruktur steuerfinanziert wäre.
 
Das funktioniert aber auch nicht, ohne Steuern in D bezahlen zu müssen.

Doch, irgendwie ging das - ist einfach zu lange her. Die haben mir genau vorgerechnet, wie ich die relativ niedrigen Preise in D mit der niedrigen Steuerpflicht in CH kombinieren kann.

Aber wie gesagt: Kam für mich eh nicht in Frage.
 
Doch, irgendwie ging das - ist einfach zu lange her. Die haben mir genau vorgerechnet, wie ich die relativ niedrigen Preise in D mit der niedrigen Steuerpflicht in CH kombinieren kann.

Aber wie gesagt: Kam für mich eh nicht in Frage.

Da gab es mal sone Grenzgängerregel...Freunde nutzten solch merkwürdigen Konstrukte...
 
Wenn du in D wohnst, aber in CH arbeitest, bist du in D trotzdem noch steuerpflichtig. Die in CH abgezogene Quellensteuer wird aber angerechnet.
 
Das war dasselbe Konstrukt, das Fußballspieler des 1. FC Köln nutzen, die ihren Wohnsitz in Belgien oder Luxemburg haben, das weiß ich noch. Ich bin zu wenig Steuerexperte, um das noch auseinanderzufummeln.
 
FarafanDie EU rennt gerade mit Vollgas mit TTIP in den Kampf-Kapitalismus.​
Wenn du das nicht gut findest: Was tust DU dagegen?
 
ScotchIch hab' das hier schon ein paar mal geschrieben: Ich habe in meinem (sehr viel) größeren Unternehmen Einsicht in solche Dinge. Und es nicht so, dass jeder global player sich so verhält, ganz im Gegenteil. Bei uns gibt es eigene (unabhängige) Kontrollinstanzen, die gerade in Ländergesellschaften mit viel Raum für kreative Steuergestaltung dem Controlling auf die Finger gucken, dass das nicht auf Teufel komm 'raus ausgereizt wird. Insb. ist das Gründen von 100%igen Töchtern in Steueroasen per Code of Conduct ausgeschlossen.​
Ich kann das für ein anderes Unternehmen auch bestätigen. Es machen nicht "alle das so".