• Es ist bereits Apfeltalk-Tradition und wir möchten sie auch in diesem Jahr fortsetzen: Unser Apfeltalk-Weihnachtslogo-Wettbewerb hat begonnen! Gestaltet für uns das Weihnachtsbanner, das im Monat Dezember bis zum Weihnachtsfest unsere Webseite schmücken soll. Lasst Eurer Kreativität freien Lauf! Hier geht es zum Wettbewerb --> Klick
  • November - das bedeutet oftmals Herbstblues, grauer Himmel, Tristesse und Wetter, bei dem man gern im Warmen bleibt. Aber nur oftmals! Wir fordern Euch gern auf, gegen den Herbstblues anzukämpfen und hoffen, dabei hilft Euch unser aktuelles Monatsthema. Neugierig geworden? --> Zum Mitmachen bitte hier klicken

Tim Cook zu unerlaubten Steuertricks: "Das ist vollkommener politischer Mist!"

Martin Wendel

Redakteur & Moderator
AT Administration
AT Moderation
AT Redaktion
Registriert
06.04.08
Beiträge
45.644
Das US-Nachrichtenmagazin "60 Minutes" wird morgen Abend einen Beitrag zu Apple ausstrahlen. Unter anderem wird es darin eine Führung durch das Designstudio von Jony Ive zu sehen geben, aber auch Tim Cook wird in einem Interview mit Charlie Rose zu Wort kommen. Das Gespräch dreht sich unter anderem um die Steuertricks des Unternehmens, die seit mehreren Jahren immer wieder in den Medien sind und von Behörden näher untersucht werden.

Ungewohnt direkt äußert sich Cook zu der Behauptung, dass Apple im Ausland nur sehr wenige oder gar überhaupt keine Körperschaftssteuern für seine Auslandsumsätze in Höhe von 74 Milliarden US-Dollar bezahle. "Das ist vollkommener politischer Mist", so Cook. "Dahinter steckt kein Stückchen Wahrheit. Apple bezahlt jeden Dollar an Steuern, den wir schulden." Pläne, den massiven Geldbetrag auf ausländischen Konten in die USA zu holen, hat Apple offenbar jedoch keine.

Video im Magazin

"Ich würde es liebend gerne nach Hause bringen", erklärt Cook. Dies würde dem Unternehmen jedoch 40 Prozent kosten, weshalb es dem Apple-Chef nicht vernünftig erscheine. "Diese Steuerbestimmungen wurden für das Industriezeitalter geschaffen, nicht für das digitale Zeitalter. Es ist rückständig und es ist furchtbar für Amerika. Es hätte bereits vor vielen Jahren behoben werden sollen. Es ist schon überfällig, dass dies gemacht wird."

Derzeit untersucht die EU-Kommission, ob die irischen Steuerbehörden US-Unternehmen wie Apple unerlaubte Staatsbeihilfen zukommen haben lassen. Ursprünglich hätte es noch in diesem Jahr ein Ergebnis geben sollen, vor wenigen Tagen wurde nun bekannt, dass die EU-Kommission die Untersuchung jedoch ausweitet und erst im nächsten Jahr ein Abschlussbericht vorliegen wird.

Via 9to5Mac


zurück zum Magazin...
 
Also wenn ich diese Cook Zitate lese, wird mir nur schlecht.
Das ist genau die Diktion der Big Player wie Google & Co, die fordern, dass für sie andere Gesetze gelten sollen.
Wer dem Beifall spendet, der ist bereits ein Opfer der Lobbyarbeit der großen Konzerne, die sich nicht an gesellschaftliche Spielregeln halten wollen.
Apple zeigt zunehmend ein Gesicht, dass nicht nur unsympathisch ist sondern längst bedenkliche Züge aufweist...
 
Zuletzt bearbeitet:
Richtig. Diese Gesetze gelten für uns alle. Wenn ich im Ausland Geld verdiene, muss ich das auch versteuern.

40% klingt viel, sehr viel. Ist es in absoluten Zahlen auch. So ist das Leben. Ich habe einen Bekannten, der recht wenig für seine gesetzliche Krankenversicherung bezahlt, ich zahle als freiwillig Versicherter über 8.000€ im Jahr. Dennoch bekommen wir für die gleiche Krankheit die gleiche Behandlung. Ich bekomme keine Leistungen, die er nicht auch bekommen könnte.

Die Starken zahlen für die Schwachen, das nennt man einen modernen Staat. Apple ist wahrlich stark und für diese 40% baut der Staat Schulen, Straßen und viele andere Dinge.

Ich finde es anmaßend, wenn gerade die Vermögenden immer wieder erzählen, sie bezahlen zuviel. Das ganze Prinzip funktioniert nur, weil sie soviel zahlen. Die Alternative wäre, dass man für die "Nettoempfänger" keine Leistungen mehr bietet.

Schulen nur für die Kinder gut verdienender Angestellter - das ist Barbarei!
 
Richtig, du musst.

Internationale Konzerne haben da durchaus fantasievollere und legale Möglichkeiten. Diese würdest auch du nutzen wenn dir die Gesetzgebung dazu die Freiheit lassen würde.
Ach je.
Dieses Argument liest man immer als erstes.
Nur stimmt es nur bei sehr oberflächlichlicher Betrachtung.
Es besteht durchaus ein Unterschied, ob ein Steuerpflichtiger, sei es ein Unternehmen oder ein Bürger, geltende Regelungen der Steuergesetzgebung anwendet, oder ob er Horden von "Fachleuten" darauf ansetzt, Steuergesetze der Länder nach Hintertüren, Vermeidungsoptionen etc abzuklopfen und ein Unternehmen danach zu konstruieren, dass möglichst wenig Steuern zu zahlen sind.
Dabei ist den Akteuren in Wirklichkeit auch durchaus bewußt, dass sie nicht nur geltende Gesetze im Sinne des Gesetzestextes anwenden, sondern jede nur ach so kleine Lücke nutzen bzw Konstrukte entwerfen, die die ursprüngliche Idee aushebeln. Einen an sich positiv konnotierten Begriff wie "fantasievoll" in diesem Zusammenhang zu nutzen, finde ich unangemessen. Da fallen mir andere Attribute zu ein...
Das ganze hat recht wenig mit der Steuerrealität durchschnittlicher Steuerpflichtiger, seien es Bürger oder kleinere, sogenannte mittelständische Unternehmen zu tun.
Das sollte man nicht schön reden und eben auch nicht wie ein Tim Cook mit völliger Hybris wegwischen.
Und außerdem stelle ich auch die Aussage in Frage, dass wirklich jeder so tickt und so handeln würde, wenn er könnte,, was immer unterstellt wird.
Tatsächlich gibt es Menschen, die eben nicht jeden noch so fiesen Trick anwenden, um sich Vorteile zu verschaffen, selbst wenn sie Kenntnis davon verlangen.
Sowas nennt man dann verantwortliches Handeln.
Das das für viele Menschen unpopulär oder absurd erscheint, zeigt nur, wie kaputt die Gesellschaft mittlerweile ist.
 
Diese würdest auch du nutzen wenn dir die Gesetzgebung dazu die Freiheit lassen würde.
Das oft angeführte Totschlagargument. So quasi, "... na und, die anderen sind auch nicht besser ..." Somit gesteht man eigentlich ... was? Dass man selber auch kein Guter ist?

Eine bedenkliche Mentalität. Gefördert wird dies in der kürzeren Vergangenheit von Beraterfirmen vom Schlage McKinsey und dergleichen. Deren Tarife sind derart pervers, dass diese nur mit Steuerhinterziehung à la, "das würdest Du auch tun" zu stemmen sind.

Um es klar auszudrücken, ich würde nicht. Schliesslich und endlich gebe ich auf diesem Planeten nur ein befristetes Gastspiel. Ob in meinen Grabkammern unermessliche Schätze zur freien Bedienung für korrupte Priester und sonstige Grabräuber und Leichenfledderer liegen, mich kümmert das am allerwenigsten.
 
Ja und ?
Wenn der Wettbewerb diese Möglichkeiten nutzt bist du als Unternehmer nahezu dazu gezwungen es ebenfalls zu tun.
Kein Mensch kauft bei dir ein Produkt das deutlich teuer ist nur weil du treu und brav Steuern zahlst. Das ist dem Verbraucher völlig egal.
 
  • Like
Reaktionen: KALLT
Juristisch benehmen sich Apple, Google, Facebook, Microsoft und wie sie alle heißen (vermutlich) völlig korrekt. Ihr Handeln mag man moralisch niederträchtig finden, nur spielt das überhaupt keine Rolle.

Die Gesetzgebung erlaubt offensichtlich ziemlich fiese Tricks zur Steuervermeidung. Da sehe ich jetzt zwei Möglichkeiten: Entweder lässt der Gesetzgeber die Gesetze von juristischen Laien und Volltrotteln erstellen (was ein ausgesprochenes Armutszeugnis wäre) - oder diese Lücken wurden billigend in Kauf genommen, um die Unternehmen ins Land zu holen.

Aber jetzt, wo das Thema mittlerweile mit schöner Regelmäßigkeit mindestens einmal im Monat auftaucht, empört die moralische Karte zu ziehen: das funktioniert nicht.

Die Lücken im Gesetz müssen gestopft werden. Und man darf da keine Praktikanten ranlassen, sondern Profis.
 
Wenn ich das richtig verstanden habe, geht es hier außerdem nicht um Geld welches Apple dem amerikanischen Fiskus schuldet oder worauf die USA überhaupt ein Anrecht hat. Es wird lediglich die Frage gestellt, ob Apple das Geld aus ihren Vermögen in anderen Ländern entziehen kann. Cook könnte mit Sicherheit Apples Aktionären bzw. Vorstand nicht weismachen, dass dies eine gute Entscheidung wäre. Dafür könnte er sogar haften.

Die vermutete illegale Staatshilfe in Irland ist ein anderes Thema.
 
  • Like
Reaktionen: quiddjes
Deren Tarife sind derart pervers, dass diese nur mit Steuerhinterziehung à la, "das würdest Du auch tun" zu stemmen sind.

Das ist alleine schon deshalb Quatsch, da deren Gehälter komplett als Betriebsausgaben absetzbar sind.

Wenn der Wettbewerb diese Möglichkeiten nutzt bist du als Unternehmer nahezu dazu gezwungen es ebenfalls zu tun.

Das Argument ist bei Einkommensmilliardären hinfällig. Wir reden schliesslich nicht über irgendeinen Mittelständler, der sich gegen Konkurrenz von Gott und der Welt behaupten muss, sondern das teuerste, reichste und am besten verdienende Unternehmen der Welt.

Wenn nicht Apple hier mal mit gutem Beispiel voran gehen kann - wer dann?!

Die Lücken im Gesetz müssen gestopft werden.

Genau gegen diese Bestrebungen wettert Hr. Cook.

Cook könnte mit Sicherheit Apples Aktionären bzw. Vorstand nicht weismachen, dass dies eine gute Entscheidung wäre. Dafür könnte er sogar haften.

Ich bin mal gespannt, was Hr. Cook macht, wenn die grossen ISPs der Welt Ernst machen und Content Providern wie Apple Bandbreite nur noch gegen Umsatzbeteiligung zur Verfügung stellen.

Ob dann hier auch Verständnis für die Gewinnmaximierung von Telekom & Co. und deren Verpflichtungen Ihrer Aktionäre gegenüber herrscht, oder ob dass dann doch eher als moralisch fragwürdig und nicht mit theoretischen Konzepten wie "Netzneutralität" vereinbar gesehen wird, wenn Apple Musik plötzlich teurer wird oder Apple dies "leider" in Land XY wegen "überzogener Forderungen" der Provider nicht anbieten "kann".

Ich mein', es ist doch klar, das Apple 30% von allem Umsatz in den App Stores kassiert, weil sie die Infrastruktur zur Verfügung stellen.

Wo kämen wir da hin, wenn jemand auf die Idee käme, 30% von Apple zu kassieren, weil sie die Infrastruktur für Apple's Infrastruktur zur Verfügung stellen...

ich schätze, spätestens dann wird über "moralische Verpflichtungen" diskutiert - denn legal wäre das auch schon heute.
 
Zuletzt bearbeitet von einem Moderator:
Ja und ?
Wenn der Wettbewerb diese Möglichkeiten nutzt bist du als Unternehmer nahezu dazu gezwungen es ebenfalls zu tun.
Kein Mensch kauft bei dir ein Produkt das deutlich teuer ist nur weil du treu und brav Steuern zahlst. Das ist dem Verbraucher völlig egal.
Haha.
Das ist im Zusammenhang mit Apple Produkten aber ein ziemlich dünnes Argument.
Apple Produkte sind teuer, sauteuer!
Sie werden trotzdem gekauft.
Nur sind sie nicht teuer, weil Apple brav Steuern zahlt, sondern weil sie damit unglaubliche Gewinne erzielen und mittlerweile auf einem riesigen Vermögen sitzen und den Top Managern riesige Gehälter zahlen, die für mehrer Leben ausreichen.
Bitte nicht Logikketten auf den Kopf stellen!
Und nein! Diesen Automatismus gibt es nicht, dass man etwas tun muss, nur weil andere es auch tun.
Kleine Kinder argumentieren so. Ich hab das gemacht, weil der Kevin das auch gemacht hat.
Verantwortliches Handeln legitimiert sich nicht aus dem Verweis auf die Handlungen anderer sondern auf Legitimation durch grundsätzliche Werte, Überzeugungen und der Berücksichtigung der Auswirkungen des eigenen Handelns auf andere.
Apple hat mal (und tun sie irgendwie immer noch) ziemlich nachdrücklich behauptet, sie seien die "Guten". Viele Apple User glauben das auch immer noch.
Dann sollte man an sein eigenes Handeln auch andere Maßstäbe ansetzen als "die andern machen das auch" oder "ich sehe nicht ein, gesellschaftliche Rahmenbedingungen zu akzeptieren, weil ich finde, die müssen sich unseren Vorstelllungen anpassen".
In diesem Zusammenhang verweise ich mal auf die Millionebeträge, die solche IT Konzerne für Lobbyarbeit, also für die Beeinflussung dieses "politischen Mistes" ausgeben und das es schon persönliche Empfänge eines Steve Jobs oder Tim Cooks bei hohen amerikanischen Regierungsvertretern bis hin zum Präsidenten gegeben hat, um Sonderregelungen für Apple auszuhandeln...
wohlgemerkt, ein Konzern, der quasi an Geld erstickt und absolute Hochoreispolitik fährt und in einem Land wie Deutschkand sogar eine Umsatzsteuererstattung vom Fiskus erhält...
Das kann ganz schön verbittern, wenn man dann seinen eigene Steuerbescheid anschaut....

P.S: Apple steht hier natürlich nur stellvertretend für viel andere Unternehmen. Aber sie verdienen dafür auch nicht netter behandelt oder in Schutz genommen zu werden!
 
Zuletzt bearbeitet:
Richtig, du musst.

Internationale Konzerne haben da durchaus fantasievollere und legale Möglichkeiten. Diese würdest auch du nutzen wenn dir die Gesetzgebung dazu die Freiheit lassen würde.

Nein. Und jetzt plaudere ich mal aus dem Nähkästchen:

Ich hätte mich vor 20 Jahren privat versichern können, das habe ich abgelehnt - weil ich ein Verfechter der Solidargemeinschaft war und bin.

Ich hätte vor 10 Jahren in die Schweiz auswandern (aber in D weiter arbeiten) können. Habe ich nicht getan, weil ich solcherlei Tricks widerwärtig und asozial finde.

Man muss nicht arm sein, um asozial zu sein - Reiche haben viel mehr Möglichkeiten, viel asolzialer zu sein als jeder arme Schlucker. Jeder, der sich in jungen Jahren privat versichert, um im Alter mit Tricks in die Gesetzliche zu kommen, verhält sich asozialer, als die alleinerziehende Mutter, die zur puren Existenzsicherung schwarz putzen geht oder der Hartz-IV-Empfänger, der zu seinem (ohnehin schon entwürdigendem) 1€-Job schwarz fährt, weil er sich die Monatskarte nicht leisten kann.

Geldgier finde ich furchtbar. Es ist mir ein völliges Rätsel, dass hochrangige Fußball-Funktionäre, die viel mehr Geld haben als ich je besitzen werde, sich noch hintenrum Bestechungsgelder zahlen lassen.

"Alle" sind stolz auf die Errungenschaften unseres Sozialstaates - bis sie Nettozahler werden. Ich habe einen Steuersatz von über 40% und zahle den schon erwähnten Betrag für die Krankenversicherung.

Und so bescheuert das für Anderer Ohren klingen mag: Ich finde es erstrebenswert, ein Nettozahler zu sein. Denn nur so funktioniert unsere Gesellschaft: Indem es Nettozahler gibt. Je mehr Nettozahler es gibt, umso besser ist die Versorgung und/oder umso weniger muss jeder Nettozahler zahlen. Nettozahler zu sein, ist eine von vielen Möglichkeiten, ein nützlicher Leistungsträger zu sein. Eine andere ist ehrenamtliche Arbeit für den Staat (ich z. B. bin Schöffe am LG Hamburg*) und andere (ich bin ein großer Fan und leidenschaftlicher Förderer von Hamburg Leuchtfeuer**) oder die Ausübung von wichtigen, aber unterbezahlten Tätigkeiten (Polizei, Feuerwehr, Kranken- und Altenpflege, etc.).

Nettozahler zu sein oder so viel Geld zu verdienen, dass ich anderen Gutes tun kann, erfüllt mich mit innerer Befriedigung. Dieser Staat hat mir so viel gegeben - Sicherheit, Frieden, Bildung, Gesundheit, etc. Da kann ich auch was dafür tun, dass sich die Gesellschaft weiterentwickelt und unsere Kinder eine ähnliche Förderung erhalten wie ich. Funkt euch den Horror des Krieges an, vor dem derzeit viele, viele Millionen Menschen fliehen.

*ich hatte dort lange Probleme, weil ich zu jeder Verhandlung meine Einkommensbescheinigung einreichen muss, die dann auf einen Stundensatz umgerechnet wird, damit sie mir dann eröffnen, dass sie mir DAS nicht bezahlen können. Inzwischen legt sich das, weil sich mein Satz "wäre ich geldgeil, hätte ich nicht Schöffe werden dürfen" inzwischen dort herumgesprochen und gefestigt hat.

**Ich habe letzte Woche meine Weihnachtsspende geleistet. 500€, wie jedes Jahr. Für mich ist das Kleingeld, das mir nicht weh tut. Ich verrauche jeden Monat fast soviel. Der Aufriss, den die darum machen, ist mir fast (nein, nicht fast - es ist mir definitiv) peinlich.

Auch die Frage, ob ich das hier so Posten sollte, hab ich mir mehrfach gestellt - schon weil es eigentlich eine peinliche Selbstbeweihräucherung ist. Aber ich rede lieber darüber als darüber, wer das Finanzamt am kreativsten "beschissen" hat. Ein Wettrennen, wer am Asozialsten ist, finde ich widerwärtig.

Auf der anderen Seite möchte ich zeigen, dass die zitierte Aussage Quatsch ist (es ist eben nicht zwangsläufig so) und andere dazu ermuntern, auch etwas zu tun.

Kauft einen Stapel Teddies und fahrt sie in ein Kinderhospiz. Gebt das Spielzeug, aus dem eure Kinder herausgewachsen sind, weiter. Oder noch besser: Lasst die Kinder aussuchen, was sie nicht mehr brauchen und nehmt sie mit, wenn ihr das spendet. Dann bekommen sie das Feedback direkt mit und machen das in ein paar Jahren wieder.

Backt Kekse und gebt sie in einem Flüchtlingslager ab, das kann man auch geil als Familienevent oder Nachbarschaftsevent machen, dann macht das sogar richtig Spaß.

Schmeißt alte Kleidung nicht weg, die man noch tragen kann, sondern gebt sie denen, die sie lokal verwerten können (nicht den kommerziellen Unternehmen, die mit dessen Ausfuhr die Textilindustrie in der 3. Welt kaputtmachen!). Und nein: Heels und Dessous an Flüchtlinge weiterzugeben, ist nicht sinnvoll (ich habe gerade erst gelesen, dass sie Hamburger Kleiderkammer in sowas ersäuft).

Wer einmal in seinen Leben eine Kleinigkeit verschenkt und z. B. die Tränen der Dankbarkeit in den Augen eines zum zeitnahen Sterben verurteilten Kindes gesehen hat, der mag damit gar nicht wieder aufhören (denn was für den Einen eine Kleinigkeit ist, ist für den Anderen die Erfüllung eines Lebenstraumes). Das macht definitiv süchtig!
 
Ich bin mal gespannt, was Hr. Cook macht, wenn die grossen ISPs der Welt Ernst machen und Content Providern wie Apple Bandbreite nur noch gegen Umsatzbeteiligung zur Verfügung stellen.

Ob dann hier auch Verständnis für die Gewinnmaximierung von Telekom & Co. und deren Verpflichtungen Ihrer Aktionäre gegenüber herrscht, oder ob dass dann doch eher als moralisch fragwürdig und nicht mit theoretischen Konzepten wie "Netzneutralität" vereinbar gesehen wird, wenn Apple Musik plötzlich teurer wird oder Apple dies "leider" in Land XY wegen "überzogener Forderungen" der Provider nicht anbieten "kann".

Ich mein', es ist doch klar, das Apple 30% von allem Umsatz in den App Stores kassiert, weil sie die Infrastruktur zur Verfügung stellen.

Wo kämen wir da hin, wenn jemand auf die Idee käme, 30% von Apple zu kassieren, weil sie die Infrastruktur für Apple's Infrastruktur zur Verfügung stellen...

ich schätze, spätestens dann wird über "moralische Verpflichtungen" diskutiert - denn legal wäre das auch schon heute.
Da sprichst du einen sehr interessanten Punkt an, der sich mit einer These von mir deckt, was da eines Tages noch kommen wird.
Wir können das heute schon an den Volumentarifen im Mobilfunk bzw den Datenmengenlimits bei Breitbandanschlüssen sehen.
Die Berechnung der Nutzungsentgekte nach Datenmenge sind die Geldquelle der Zukunft!
Wenn erst mal alle Leute auf Musikstreamingabos, Online Videotheken, Cloudanwendungen und Cloudspeicher umgestiegen sind, alle sich mit ihren Content & Serviceangebiten etabliert haben, dann kann man an diesem Punkt grandios ansetzen.
Und dann werden nicht nur die Endkunden mit ihren Datentarifen zur Kasse gebeten, sondern auch die Diensteanbieter werden mehr dafür bezahlen müssen, damit sie ihre Services zum Endkunden bringen.
Wer die aktuellen Bestrebungen zur Regulierung der Datenströme im Netz verfolgt, dürfte schon bemerkt haben, dass das Internet in seiner heutigen Struktur der freien Datenströme auf keine. Fall ewig so weiter laufen wird.
Sowohl die Politik als auch die Wirtschaft wollen den Zugriff und die Kontrolle darauf. Die einen aus Gründen der Beseitigung eines mehr oder weniger rechtsfreien Raumes bis hin zur massiven Kontrolle/Zebsur, die anderen um mehr Gewinn, mehr Geschäftsmodelle umsetzen zu können.
Das Internet befindet sich zur Zeit in einer Phase, die der frühen Phase der industriellen Revolution gleicht, und wenn man die Entwicklung dort vergleicht, bekommt man eine Vorstellung, was das für das Internetzeitalter bedeutet und was da noch kommen wird.
 
Das ist alleine schon deshalb Quatsch, da deren Gehälter komplett als Betriebsausgaben absetzbar sind.
Gezahlt werden muss dennoch. Vollkommen schnuppe ob auf ein Konto in Liechtenstein, Delaware, Monaco, Singapur oder Vanuatu. Und das ganze natürlich an den Steuern vorbei.

Aber in der These steckt auch wieder heftig Perversion. Ein Unternehmer der von den Anforderungen seiner Tätigkeit hoffnungslos überfordert ist, braucht Berater um seine Bezüge in 2-stelliger Millionenhöhe auf 3- bis 4-stellig zu maximieren.
 
Herrje - hier liest man mal wieder das hohe Klagelied der armen Steuerzahlenden. Liebe Freunde, jeder, dem dies nicht gefällt, kann ja gerne sein Apple-Produkt im nächsten Gartengrill verbrennen. Die anderen sollten sich freuen, dass Apple diese Steuergelder nutzt, um damit Rücklagen, Arbeitsplätze, Neuentwicklungen und ordentliche Produkte zu schaffen. Wem das nicht gefällt - bitte ein anderes Produkt kaufen. Die anderen Hersteller machen dann nur das gleiche aber man bekommt (meiner Meinung nach) kein ordentliches Produkt. ... und wer weiter auf "betroffen" macht, sollte sich mal in der Treasury Abteilung seines Brötchengebers nach den Geldflüssen erkunden. Sofern es sich um einen grösseren Arbeitgeber handelt, wird dort Ähnliches durchgeführt. Nur da wird es dann von den gleichen Schreihälsen akzeptiert, weil es den eigenen Arbeitsplatz sichert ;-) Nur Politik kann hier etwas ändern. Sie sieht's leider aus.
 
Herrje - hier liest man mal wieder das hohe Klagelied der armen Steuerzahlenden. Liebe Freunde, jeder, dem dies nicht gefällt, kann ja gerne sein Apple-Produkt im nächsten Gartengrill verbrennen. Die anderen sollten sich freuen, dass Apple diese Steuergelder nutzt, um damit Rücklagen, Arbeitsplätze, Neuentwicklungen und ordentliche Produkte zu schaffe.

Solange Apple keine Schulen und Straßen baut, keine Sozialversicherung betreibt und andere Staatsausgaben übernimmt, ist das irrelevant.

Ich kann auch Geld für mich und "meine Leute" (Familie) zurücklegen. Das entbindet mich nicht von der Steuerpflicht
 
Ich finde die Diskussion - sorry für das harte Wort - verlogen.

Wenn all den Moralaposteln hier der Steuerberater eine Möglichkeit aufzeigt Geld in erheblichem Umfang völlig legal am Finanzamt vorbei zu bewegen, so werden dies 99 % aller Menschen tun.
Im Falle eines börsennotierten Unternehmens ist es sogar die Pflicht einer Unternehmensführung alle Möglichkeiten hierzu auszunutzen.

Wie war das in einem alten, dicken Buch mit dem Splitter im Auge des Anderen und dem Balken vor dem eigenen?
 
  • Like
Reaktionen: alex34653 und rootie