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Tim Cook zu unerlaubten Steuertricks: "Das ist vollkommener politischer Mist!"

und wer weiter auf "betroffen" macht, sollte sich mal in der Treasury Abteilung seines Brötchengebers nach den Geldflüssen erkunden. Sofern es sich um einen grösseren Arbeitgeber handelt, wird dort Ähnliches durchgeführt.

Ich hab' das hier schon ein paar mal geschrieben: Ich habe in meinem (sehr viel) größeren Unternehmen Einsicht in solche Dinge. Und es nicht so, dass jeder global player sich so verhält, ganz im Gegenteil. Bei uns gibt es eigene (unabhängige) Kontrollinstanzen, die gerade in Ländergesellschaften mit viel Raum für kreative Steuergestaltung dem Controlling auf die Finger gucken, dass das nicht auf Teufel komm 'raus ausgereizt wird. Insb. ist das Gründen von 100%igen Töchtern in Steueroasen per Code of Conduct ausgeschlossen.
 
Ich denke, dass man das individuelle und kollektive Verhalten der Menschen in einer Gesellschaft als Maßstab für den Engwicklungsstand heranziehen sollte. Wennschon den thread so lese, würdenich sagen "gemisch". Is doch teilweise ganz ok :)

Ich hab' das hier schon ein paar mal geschrieben: Ich habe in meinem (sehr viel) größeren Unternehmen Einsicht in solche Dinge. Und es nicht so, dass jeder global player sich so verhält, ganz im Gegenteil. Bei uns gibt es eigene (unabhängige) Kontrollinstanzen, die gerade in Ländergesellschaften mit viel Raum für kreative Steuergestaltung dem Controlling auf die Finger gucken, dass das nicht auf Teufel komm 'raus ausgereizt wird. Insb. ist das Gründen von 100%igen Töchtern in Steueroasen per Code of Conduct ausgeschlossen.

Ich kann das für ein anderes Unternehmen auch bestätigen. Es machen nicht "alle das so".
 
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Moralisch ist Apple genauso asozial wie alle anderen Global Player...
 
Ich möchte Tim Cook, Apple und das Verhalten dieser - und auch anderer - Unternehmungen nicht entschuldigen, aber primär ist es die Finanzwirtschaft, die die Realwirtschaft mittlerweile kontrolliert und auch alle Regeln aufstellt, denen sich nicht einmal der CEO eines der erfolgreichsten und reichsten Unternehmen dieser Welt entziehen kann - selbst wenn er es wollte.

Nur ein Beispiel: warum kauft Apple, mit ihren gigantischen Bargeldreserven, eigene Aktien in großer Menge auf Kredit zurück? Weil die Zinsen dieses Kredites geringer sind als die Summe der nicht ausbezahlen Dividenden an die Aktionäre der zurückgekauften Aktien.

Was haben solche finanzwirtschaftlichen Tricks mit der operativen Tätigkeit eines Unternehmens zu tun? Nichts, aber auch gar nichts! Da das Geld aber in den Unternehmen steckt, fordern die institutionellen Anleger exakt diese Form der Maximierung des Kapitals, egal welche Auswirkungen das hat. Und das ist nur ein Beispiel der finanziellen Aktivitäten, welches sich dann bis zu Steuervermeidungsstrategien und auch Entzug spannt.

Es ist die Finanzwirtschaft die mittlerweile Unternehmen und auch Politik kontrolliert und führt und so lange wir nicht radikal Umdenken und andere Systeme und Spielregeln in Betracht ziehen, wird sich daran nichts ändern. Solidarität, gesellschaftlicher Nutzen und Gemeinwohl sind Fremdwörter im Vokabular dieser Eliten.
 
Es besteht durchaus ein Unterschied, ob ein Steuerpflichtiger, sei es ein Unternehmen oder ein Bürger, geltende Regelungen der Steuergesetzgebung anwendet, oder ob er Horden von "Fachleuten" darauf ansetzt, Steuergesetze der Länder nach Hintertüren, Vermeidungsoptionen etc abzuklopfen und ein Unternehmen danach zu konstruieren, dass möglichst wenig Steuern zu zahlen sind.
Dabei ist den Akteuren in Wirklichkeit auch durchaus bewußt, dass sie nicht nur geltende Gesetze im Sinne des Gesetzestextes anwenden, sondern jede nur ach so kleine Lücke nutzen bzw Konstrukte entwerfen, die die ursprüngliche Idee aushebeln. Einen an sich positiv konnotierten Begriff wie "fantasievoll" in diesem Zusammenhang zu nutzen, finde ich unangemessen.

Finde ich nicht. In einem Rechtsstaat gelten nunmal Gesetze, Gerichtsurteile und andere Vorschriften. Wenn diese nicht klar sind oder Lücken vorweisen, oder gar bewusst Freiraum bieten, steht es jedem absolut zu, sich nicht daran zu halten. Dann hat man an erster Stelle die Gesetzgeber und Richter zu kritisieren, und natürlich die Parteien und Wähler. Steuerrecht ist nicht ohne Grund so kompliziert.

Unternehmen wie Apple sind nach wie vor keine Menschen. Es sind fiktive Vehikel die nur aus einem Grund bestehen, nämlich eine Privatwirtschaft für ihre Eigentümer zu ermöglichen. Jegliche Ethik wird ihnen bloß von den Vorständen, Managern und Aktionären angedichtet . Es ist für mich schlichtweg der falsche Ansatz um das Problem bei den Unternehmen selbst zu suchen, wenn sie lediglich das tun was ihnen das Gesetz erst ermöglicht bzw. wenn sie so handeln wie es das Gesetz auch vorsieht, nämlich immer im Interesse der Eigentümer, Aktionäre und natürlich auch Angestellten. Das viele Unternehmen sich besser als andere verhalten mag zwar sein, ist aber nicht vorgeschrieben.

Cook hat recht wenn er sagt, dass der erste Schritt beim Gesetzgeber liegt. Apple hat nur wirtschaftliche Interessen ‘im Kopf’ und keinen Grund um unter diesen Bedingungen Geld in die USA zu bringen, genauso wenig hat Apple kein Interesse um aus Prinzip mehr Steuern zu zahlen oder Staatshilfen abzulehnen, wenn sie schon angeboten werden.
 
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... Die anderen sollten sich freuen, dass Apple diese Steuergelder nutzt, um damit Rücklagen, Arbeitsplätze, Neuentwicklungen und ordentliche Produkte zu schaffen. ......
Was 99,999% aller restlichen Firmen dieser Welt auch ohne solche Steuervermeidungssysteme schaffen.

Wobei, wäre es nicht doch besser, viel mehr Firmen hätten diese Möglichkeiten?
Jeder könnte individuell für sich entscheiden wie er die vermiedene Steuerschuld besser investiert?
Mehr Geld für Entwicklung, Service, Produkte und vor allem:
Mehr Geld für Angestellte (LOL!!)

Aber noch viel besser finde ich die individuelle Entscheidungsfreiheit die daraus resultiert, überspitzt gesehen.
Man darf wieder selber entscheiden wie man seine Kinder unterrichten, welchen Teil seiner brennenden Bude man zuerst löscht, ob man erst den Einbrecher oder den Autodieb verfolgt, ob man selber die Straße vom eigenen kleinen Häuschen bis zur nächsten Stadt pflastern oder teert, ob man Menschen aufgrund fehlendem Einkommens verhungern lässt oder ihnen nen belegtes zusteckt.
Dürft ihr dann irgendwann nämlich alles selber machen, mal überlegt wie ein Staat existieren soll ohne Steuereinnahmen?
Klar, die Abgaben erhöhen und viel mehr Schulden machen, auf den Banken liegt ja dann unendlich viel Geld....

Erschreckend wie viele Menschen für alles Verständnis haben, solange es um Apple geht.
Hätte oben im Text nicht Apple, sondern Silvio Berlusconi, Donald Trump, Google, Amazon, FB oder eine griechische Rederei gestanden, wären dann die gleichen Leute genauso verständnisvoll?
 
Ich frage mich wie man immer noch glauben kann das dieser anglo-amerikanische Kapitalismus etwas mit Moral und Ethik zu tun hat.

Es geht um Geldvermehrung. Und da Geld ein begrenztes Gut ist, klappt das nur wenn man es jemand anderem wegnimmt. Dem Fiskus, den Mitarbeitern oder auf Kosten der Umwelt. Wer die aktuellen erschreckenden Bilder aus Peking noch nicht gesehen hat, der sollte dies unbedingt nachholen.

Soll sich ein Herr Cook vor die Aktionäre stellen und sagen das er das Geld der Anleger dazu verwendet hat mehr Steuern als notwendig zu zahlen? Ich glaube dann kommt er kaum ohne Blessuren aus dem Saal und kann umgehend sein Büro räumen.

Und selbst wenn: sollte Apple oder ein anderer global player zu höheren Steuerzahlungen gezwungen werden so werden dafür nicht die Aktionäre, sondern die Arbeiter bei Foxconn bezahlen.
Ach, gefällt euch auch nicht?
 
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Der letzte Schluss ist nicht zwingend. Foxconn ist nicht nur billig, sondern auch hochspezialisiert.

Apple würde sich ganz schön schwer tun, würde Foxconn wegbrechen.
 

Ja.

Soll sich ein Herr Cook vor die Aktionäre stellen und sagen das er das Geld der Anleger dazu verwendet hat mehr Steuern als notwendig zu zahlen?

Mehr Steuern als notwendig zahlen != künstliche Firmenstrukturen schaffen, um aktiv Stuerzahlungen zu umgehen

Ansonsten gehe ich davon aus, dass ihr auch voll des Verständnisses für die deutschen Superreichen seid, die zwar das deutsche Rechts- und Sozialsystem beanspruchen, aber Ihr Kapital in Liechtenstein, Monaco, der Schweiz und Österreich geparkt haben. Ganz legal.

Ich mein', als Milliardär mangels Einkommen in D Sozialhilfe beziehen und nicht für seine Krankenkasse zu bezahlen, weil sämtliche Einkünfte eine Stiftung im Ausland ohne Steuerabkommen mit Deutschland erzielt werden ist vollkommen legal und dient nur der selbstverständlichen Gewinnmaximierung.

Oder?
 
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Es geht um Geldvermehrung. Und da Geld ein begrenztes Gut ist, klappt das nur wenn man es jemand anderem wegnimmt. Dem Fiskus, den Mitarbeitern oder auf Kosten der Umwelt. Wer die aktuellen erschreckenden Bilder aus Peking noch nicht gesehen hat, der sollte dies unbedingt nachholen.

Soll sich ein Herr Cook vor die Aktionäre stellen und sagen das er das Geld der Anleger dazu verwendet hat mehr Steuern als notwendig zu zahlen? Ich glaube dann kommt er kaum ohne Blessuren aus dem Saal und kann umgehend sein Büro räumen.

Und selbst wenn: sollte Apple oder ein anderer global player zu höheren Steuerzahlungen gezwungen werden so werden dafür nicht die Aktionäre, sondern die Arbeiter bei Foxconn bezahlen.
Ach, gefällt euch auch nicht?

Wenn es den Aktionären nicht gefällt sollen sie ihre Aktien abstoßen. Aber das werden die meisten nicht tun weil es trotzdem immer noch ein sehr profitables Geschäft wäre.

Effektiv zahlen nicht die Aktionäre sondern die Kunden sämtliche Kosten des Unternehmens. Der Aktionär finanziert eventuell vor aber das tut er ja nur weil er sich auf kurze oder lange Frist einen finanziellen Gewinn dadurch erhofft.
 
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Wenn es den Aktionären nicht gefällt sollen sie ihre Aktien abstoßen.
Ich glaube du unterschätzt die Macht institutioneller Anleger gewaltig.
Wenn denen die Politik eines Unternehmens nicht gefällt, sitzt das Management morgen auf der Straße.
 
Wird hier in einem Technikforum - unter Berufung auf ein Buch mit fiktiven Geschichten, unter anderem über Menschen die übers Wasser gehen können und die Erschaffung unseres Planeten vor ein paar tausend Jahren (obwohl wir weit ältere Fossilien aufgefunden haben) ernsthaft verlangt dass ein Unternehmen seine finanziellen Mittel minimiert?

Also freiwillig mehr bezahlt als es muss? Und damit ev. auch die Investitionen in die Weiterentwicklung reduziert?
 
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Nein. Und jetzt plaudere ich mal aus dem Nähkästchen:

Ich hätte mich vor 20 Jahren privat versichern können, das habe ich abgelehnt - weil ich ein Verfechter der Solidargemeinschaft war und bin.

Ich hätte vor 10 Jahren in die Schweiz auswandern (aber in D weiter arbeiten) können. Habe ich nicht getan, weil ich solcherlei Tricks widerwärtig und asozial finde.

Man muss nicht arm sein, um asozial zu sein - Reiche haben viel mehr Möglichkeiten, viel asolzialer zu sein als jeder arme Schlucker. Jeder, der sich in jungen Jahren privat versichert, um im Alter mit Tricks in die Gesetzliche zu kommen, verhält sich asozialer, als die alleinerziehende Mutter, die zur puren Existenzsicherung schwarz putzen geht oder der Hartz-IV-Empfänger, der zu seinem (ohnehin schon entwürdigendem) 1€-Job schwarz fährt, weil er sich die Monatskarte nicht leisten kann.

Geldgier finde ich furchtbar. Es ist mir ein völliges Rätsel, dass hochrangige Fußball-Funktionäre, die viel mehr Geld haben als ich je besitzen werde, sich noch hintenrum Bestechungsgelder zahlen lassen.

"Alle" sind stolz auf die Errungenschaften unseres Sozialstaates - bis sie Nettozahler werden. Ich habe einen Steuersatz von über 40% und zahle den schon erwähnten Betrag für die Krankenversicherung.

Und so bescheuert das für Anderer Ohren klingen mag: Ich finde es erstrebenswert, ein Nettozahler zu sein. Denn nur so funktioniert unsere Gesellschaft: Indem es Nettozahler gibt. Je mehr Nettozahler es gibt, umso besser ist die Versorgung und/oder umso weniger muss jeder Nettozahler zahlen. Nettozahler zu sein, ist eine von vielen Möglichkeiten, ein nützlicher Leistungsträger zu sein. Eine andere ist ehrenamtliche Arbeit für den Staat (ich z. B. bin Schöffe am LG Hamburg*) und andere (ich bin ein großer Fan und leidenschaftlicher Förderer von Hamburg Leuchtfeuer**) oder die Ausübung von wichtigen, aber unterbezahlten Tätigkeiten (Polizei, Feuerwehr, Kranken- und Altenpflege, etc.).

Nettozahler zu sein oder so viel Geld zu verdienen, dass ich anderen Gutes tun kann, erfüllt mich mit innerer Befriedigung. Dieser Staat hat mir so viel gegeben - Sicherheit, Frieden, Bildung, Gesundheit, etc. Da kann ich auch was dafür tun, dass sich die Gesellschaft weiterentwickelt und unsere Kinder eine ähnliche Förderung erhalten wie ich. Funkt euch den Horror des Krieges an, vor dem derzeit viele, viele Millionen Menschen fliehen.

*ich hatte dort lange Probleme, weil ich zu jeder Verhandlung meine Einkommensbescheinigung einreichen muss, die dann auf einen Stundensatz umgerechnet wird, damit sie mir dann eröffnen, dass sie mir DAS nicht bezahlen können. Inzwischen legt sich das, weil sich mein Satz "wäre ich geldgeil, hätte ich nicht Schöffe werden dürfen" inzwischen dort herumgesprochen und gefestigt hat.

**Ich habe letzte Woche meine Weihnachtsspende geleistet. 500€, wie jedes Jahr. Für mich ist das Kleingeld, das mir nicht weh tut. Ich verrauche jeden Monat fast soviel. Der Aufriss, den die darum machen, ist mir fast (nein, nicht fast - es ist mir definitiv) peinlich.

Auch die Frage, ob ich das hier so Posten sollte, hab ich mir mehrfach gestellt - schon weil es eigentlich eine peinliche Selbstbeweihräucherung ist. Aber ich rede lieber darüber als darüber, wer das Finanzamt am kreativsten "beschissen" hat. Ein Wettrennen, wer am Asozialsten ist, finde ich widerwärtig.

Auf der anderen Seite möchte ich zeigen, dass die zitierte Aussage Quatsch ist (es ist eben nicht zwangsläufig so) und andere dazu ermuntern, auch etwas zu tun.

Kauft einen Stapel Teddies und fahrt sie in ein Kinderhospiz. Gebt das Spielzeug, aus dem eure Kinder herausgewachsen sind, weiter. Oder noch besser: Lasst die Kinder aussuchen, was sie nicht mehr brauchen und nehmt sie mit, wenn ihr das spendet. Dann bekommen sie das Feedback direkt mit und machen das in ein paar Jahren wieder.

Backt Kekse und gebt sie in einem Flüchtlingslager ab, das kann man auch geil als Familienevent oder Nachbarschaftsevent machen, dann macht das sogar richtig Spaß.

Schmeißt alte Kleidung nicht weg, die man noch tragen kann, sondern gebt sie denen, die sie lokal verwerten können (nicht den kommerziellen Unternehmen, die mit dessen Ausfuhr die Textilindustrie in der 3. Welt kaputtmachen!). Und nein: Heels und Dessous an Flüchtlinge weiterzugeben, ist nicht sinnvoll (ich habe gerade erst gelesen, dass sie Hamburger Kleiderkammer in sowas ersäuft).

Wer einmal in seinen Leben eine Kleinigkeit verschenkt und z. B. die Tränen der Dankbarkeit in den Augen eines zum zeitnahen Sterben verurteilten Kindes gesehen hat, der mag damit gar nicht wieder aufhören (denn was für den Einen eine Kleinigkeit ist, ist für den Anderen die Erfüllung eines Lebenstraumes). Das macht definitiv süchtig!

DANKE!!!

Wirklich danke, für diesen ehrlichen und vor allem konstruktiven Beitrag!

Warum führen wir hier eigentlich immer solche Ohnmachtsdebatten, in denen man die Schuld immer bei den Anderen sucht, egal ob Konzerne, Anleger, Gesetzgeber oder Politiker!

Ich nehme mich da durchaus nicht aus, denn ich klage zum Beispiel sehr Gerne die asozialen oder amoralischen Geschäftsgebaren gewisser Großkonzerne oder Lobbyverbände an. Allerdings bleibt diese anklage völlig gehaltlos wenn man nichtmal ansatzweise endsprechend handelt.

Ich bin seit über 15 Jahren in der Ehrenamtlichen Jugendarbeit tätig, und habe daher sehr wohl (Pfadfinder) erfahren, dass gemeinschaftliches und solidarisches aber vor Allem verantwortliches Handeln effektiver und nachhaltiger funktioniert als rein kompetitives oder wachstumsorientiertes Handeln.

Ihr habt jeden Tag die Wahl euch für eine Gesellschaft zu entscheiden in der Ihr leben wollt. Ihr entscheidet euch mit eurer Stimme, eurem Handeln und eurem Portemonnaie. Egal welcher Einkommensgruppe oder welchem Milieu ihr angehört, ihr seid handlungsfähige Menschen, die in der Lage sind sich verantwortungsvoll und vernünftig zu Entscheiden.

Ich habe letztes Jahr zum Beispiel entschieden das mein erstes Smartphone ein Fairphone wird, statt ein endsprechendes Gerät der üblichen verdächtigen zu wählen. Und wenn man sich das Fairphone nicht leisten kann (damals 320€ und in seiner heutigen neuen Auflage sogar 520€) dann kann man sich immer noch überlegen ob man ein gebrauchtes Fairphone bspw. bei ebay ersteht oder eben ein anderes gebrauchtes gerät eines Vertretbaren Herstellers, denn damit tu ich gleichzeitig auch der Umwelt was gutes, wenn ich statt eines Neugeräts ein Gebrauchtgerät wähle (und dieses so lange wie möglich nutze).

Es gibt soviele Möglichkeiten die wir nutzen können, also lasst uns doch lieber darüber reden, wie wir die Verhältnisse beeinflussen können, dann wird der Appell (oder meinetwegen auch die Klage) den man an andere Größen richtet auch viel glaubwürdiger.
 
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Du glaubst wirklich hier lässt sich das Rad zurückdrehen?
Die EU rennt gerade mit Vollgas mit TTIP in den Kampf-Kapitalismus.
 
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Effektiv zahlen nicht die Aktionäre sondern die Kunden sämtliche Kosten des Unternehmens.

Oh, also in diesem Fall zahlen ganz massiv die irischen Steuerzahler und EU-Mitglieder die "Kosten" des Unternehmens. Irland geht es ja nun wirtschaftlich nicht gerade blendend.

Auch hier denke ich wieder, dass die Diskussion eine völlig andere wäre, wenn dem deutschen Fiskus zig-Millionen per annum durchgehen würden, die dann halt vom deutschen Steuerzahler direkt aufgebracht werden müssten.

ernsthaft verlangt dass ein Unternehmen seine finanziellen Mittel minimiert?

Es wird ernsthaft verlangt, dass ein Unternehmen welches Geld quasi druckt - u.a. durch unsere Beiträge - ethisch handelt.

Was findest du falsch daran?

Warum führen wir hier eigentlich immer solche Ohnmachtsdebatten, in denen man die Schuld immer bei den Anderen sucht, egal ob Konzerne, Anleger, Gesetzgeber oder Politiker!

Well man dabei automatisch außen vor (vulgo fein 'raus) ist und vor allem diskutieren kann, ohne Position zu beziehen.

Die EU rennt gerade mit Vollgas mit TTIP in den Kampf-Kapitalismus.

Wenn du das nicht gut findest: Was tust DU dagegen?
 
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