Wenn deine Firma sich gegen einen politisch motivierten Ausfall der amerikanischen Cloud Infrastruktur abgesichert hat, super.
Aber ich wage es zu bezweifeln, dass dies für viele andere Firmen und Institutionen gilt.
das ist ein wirklich komplexes Thema.
Vorab, man muss zwischen IT und ehemals OT, jetzt IoT unterscheiden.
Das IoT Netz ist isoliert und wird unabhängig von jedweder Cloud betrieben.
Insofern hätte ein Ausfall einer US Cloud "nur" Auswirkungen auf die "Bürokommunikation", also IT.
Nur in Anführungsstrichen, denn das wäre dramatisch genug.
Fakt ist aber auch, dass alle KRITIS relevanten Firmen strengeren Gesetzen unterliegen und mit der Regierung eng zusammenarbeiten.
Fakt ist auch, dass sich US Cloud Dienste wie M365, AWS und Google Cloud bisher als zuverlässige IT Partner bewiesen haben.
Fakt ist auch, dass es gültige Verträge mit diesen Cloud Anbietern gibt und diese gewillt sind, ihre Leistungen zu erbringen. Die möglichen Strafen bei Nichterfüllung will auch Niemand bezahlen.
Insofern denke ich nicht, dass sich die deutschen KRITIS Firmen mittel- oder langfristig von den US Cloud Anbietern trennen werden.
Was absolut unklar ist, ob die Speicherung der Daten in EU eigenen Datencentern und das Verarbeiten der Daten mit Open Source die gleiche Produktivität gewährleistet.
Die Tools, die Microsoft und andere anbieten sind nun mal - und das ist explizit meine Meinung - wirklich in vielen Dingen hervorragend.
Und das die Amerikaner sich "zum Schutz gegen terroristische Aktivitäten" gern an den Datentöpfen der Verbündeten bedienen, das ist seit Snowden offiziell bekannt, war aber auch vorher schon kein richtiges Geheimnis.
Was dagegen unbestätigt ist, dass die US Wirtschaft von den Daten, die die US Geheimdienste auslesen, profitiert, obwohl es hier auch seit vielen Jahren entsprechende Gerüchte gibt.