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Labern und Quatschen rund um den „Ich hab was Neues-Thread

Es wäre Arbeitszeit.

Ich glaube, ich habe meinem Arbeitgeber in den zurückliegenden 23 Jahren schon locker 2.000 Überstunden „geschenkt“. Ist halt so. Allerdings mache ich schon seit bestimmt 10 Jahren keine Zeiterfassung mehr. Schaut auch keiner drauf, denn ich muss einfach nur meine KPIs erfüllen und zuverlässig und pflichtbewusst arbeiten. Dafür werde ich dann ja auch ganz ordentlich bezahlt.

Im Gegenteil, als ich noch Zeiterfassung machte, gab‘s regelmäßig einen drauf, weil ich die 10 Stunden am Tag überschritten hatte. Ist ja auch in vielen Jobs durchaus sinnvoll, aber nicht in meinem, zumal ich auch noch Außertarifler bin. Aber gut, so ist das halt in großen Industrieunternehmen.
 
Ich glaube, ich habe meinem Arbeitgeber in den zurückliegenden 23 Jahren schon locker 2.000 Überstunden „geschenkt“. Ist halt so. Allerdings mache ich schon seit bestimmt 10 Jahren keine Zeiterfassung mehr. Schaut auch keiner drauf, denn ich muss einfach nur meine KPIs erfüllen und zuverlässig und pflichtbewusst arbeiten. Dafür werde ich dann ja auch ganz ordentlich bezahlt.

Im Gegenteil, als ich noch Zeiterfassung machte, gab‘s regelmäßig einen drauf, weil ich die 10 Stunden am Tag überschritten hatte. Ist ja auch in vielen Jobs durchaus sinnvoll, aber nicht in meinem, zumal ich auch noch Außertarifler bin. Aber gut, so ist das halt in großen Industrieunternehmen.
Mache ich unter der Woche auch weiterhin. Mache in der Regel keine Pause. Und auch wenn ich offiziell nicht mehr arbeite, unter der Woche, dann schaue ich nicht immer auf die Uhr.

Nur ist das Wochenende Wochenende und Urlaub Urlaub.
 
Urlaub ist Urlaub.

Spreche ich auch niemandem ab. Ich nehme ja auch jedes Jahr meine 30 Tage. Nur halt ungerne in großen Blöcken.

Es soll ja auch sehr viele geben, die empfinden Wandern im Wald als erholsam. Ich finde das total stressig, weil ich dann erst Recht an alle Probleme, die mir im Kopf rumschwirren, denke. Will ich mich erholen, mache ich die Glotze an. 😎
 
Spreche ich auch niemandem ab. Ich nehme ja auch jedes Jahr meine 30 Tage. Nur halt ungerne in großen Blöcken.

Es soll ja auch sehr viele geben, die empfinden Wandern im Wald als erholsam. Ich finde das total stressig, weil ich dann erst Recht an alle Probleme, die mir im Kopf rumschwirren, denke. Will ich mich erholen, mache ich die Glotze an. 😎
Und genau hier solltest du ansetzen, denn Probleme lösen sich nicht auf, wenn man nicht darüber nachdenkt.

Hier mal ein Ansatz der alles verändern könnte, bei mir tat er es.

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Noch mal zum Thema mit der Dampfmaschine. Der Händler hat mir eben geschrieben, dass ich die Maschine einpacken und zurückschicken soll. Er würde sie dann zur Reparatur an Wilesco weiterleiten. Nach drei Wochen hätte ich sie zurück. Hab ihm dann freundlich für das Angebot gedankt und bin vom Kauf zurückgetreten. Die Maschine hab ich verpackt und eben zum nächsten Paketshop gebracht. Die haben nämlich hier auch samstags bis abends um 18:00 Uhr auf.

Ich bestelle das Teil jetzt einfach noch mal. Ist mir insgesamt zu viel Hickhack. Dann habe ich spätestens am Dienstag eine neue hier.

Hier mal ein Ansatz der alles verändern könnte, bei mir tat er es.

Aber genau dieser Ansatz sagt doch, dass es sich nicht lohnt, über Probleme nachzudenken. Also wozu sollte ich in den Wald gehen? Ich jogge da am Sonntag meine 8 km durch und damit hat sich‘s dann auch mit der Natur für die Woche.
 
Es gibt halt so Grauzonen bezüglich Arbeitszeit.
Beispielsweise hab ich als Lehrer ja theoretisch 12 Wochen Ferien im Jahr.
Es ist aber quasi unmöglich in der Zeit wirklich nichts für die Arbeit zu tun.
Sei es Klausuren zu korrigieren, Unterricht vorzubereiten und wir haben beispielsweise auch in der letzten Ferienwoche der Sommerferien immer Anwesenheitspflicht, z.B. für Prüfungen, Fortbildungen, Konferenzen etc.
Arbeitszeit hier zu erfassen und abzurechnen ist quasi unmöglich. Wobei das tatsächlich eigentlich gemacht werden müsste, aber bei den Arbeitszeiten, die typische Lehrer haben (oft 50+h die Woche) wäre das halt nicht mehr zu finanzieren.
Insofern ist "Arbeitszeit" da ein bisschen ein Wischiwaschi Begriff.
Technisch hab ich grad Ferien, aber trotzdem hab ich in den letzten Tage öfter mal Mails gecheckt, mir bei guten Ideen Notizen gemacht und ein wenig voraus geplant. Und ganz ehrlich ist es schön dafür mal entspannt Zeit zu haben und dafür den Stress aus dem Alltag zu nehmen. Weil klar: Ich könnte das alles aufschieben und erst nach den Ferien machen, aber dann säße ich halt dann immer abends noch am Rechner und muss das machen, wenn ich müde bin. Insofern nutze ich halt die "Ferien" um meine Arbeitszeit im Alltag zu reduzieren. Und so ist es auch gedacht. Wie in der Uni sind es halt eigentlich keine Ferien, sondern vorlesungsfreie/schulfreie Zeit.
Und ehrlich gesagt bin ich ein großer Fan dieser freien Zeiteinteilung. Ich hab halt eine Kern-Arbeitszeit von durchschnittlich 5h am Tag, wo ich in der Schule bin und den Rest kann ich halt in meiner Freizeit oder in den Ferien machen, wie es mir beliebt.
Manchmal sind das dann halt auch mal 15h am Tag, aber glücklicherweise in den letzten Jahren durch gute Vorbereitung und clevere und sorgfältige Organisation hab ich auch viele Tage an denen ich dann nach den durchschnittlich 5h dann eben auch gar nix mehr machen muss. Muss man aber eben für clever sein und auch die richtigen Fächer unterrichten.

Abschalten muss jeder selbst wissen. Ich hab z.B. oft Stress, wenn ich in den Urlaub fahre: Planung, Fahrt, Organisation vor Ort, "was unternehme ich heute?" etc. Aber ich bin auch immer froh, wenn ich es mache. Neue Eindrücke, raus aus dem Alltag und das Hirn auffrischen. Meist mache ich im Urlaub viel mehr Sport als sonst und insofern ist das nicht wirklich Erholung, sondern Quälerei ;-)
Aber ich könnte halt auch nie im Hotel am Pool liegen.. da wär mir nach spätestens ner Stunde todeslangweilig.

Jetzt aktuell renoviere ich meine Wohnung.. ganz ehrlich würde ich da lieber Arbeiten ;-)
Aber wenigstens kann ich lange ausschlafen. Das ist für mich die größte Erholung in den Ferien, egal ob ich wegfahre oder hier bleibe. Nicht aufstehen, weil ein Wecker klingelt, sondern weil man ausgeschlafen hat... Gold wert.
 
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Hier mal ein Ansatz der alles verändern könnte, bei mir tat er es.
Das ist das zweite Mal, dass ich das hier in den letzten Tagen lese und wieder fällt mir auf, wie übermäßig simplifizierend das ist..

Was ist denn z.B. mit:
"Do you have a problem in life? --> Yes --> Can you do something about it? --> I DON'T KNOW, CAN I?"
oder
"Do you have a problem in life? --> I DON'T KNOW?"

Mal den super simplen und häufigen Fall: Jemand hat Krebs, aber weiß es nicht.
Hat er ein Problem? Ja, aber er weiß es halt nicht.
Aber wenn er sich Sorgen um seine Gesundheit macht, kommt er möglicherweise irgendwann auf die Idee sich testen zu lassen und das herauszufinden. "Why worry?".. Weil man so vielleicht Probleme erkennt, denen man sich gar nicht bewusst war und diese dann angehen kann.
Jemand der sich keine Sorgen um seine Gesundheit macht, lebt dann vielleicht mal 20 oder 30 Jahre weniger.

Oder nehmen wir Klimawandel und Kriege: "Can you do something about it?".. Können wir? Hat es irgendeinen Einfluss, wenn wir auf der Straße protestieren gehen? Oder ist das vollkommen wirkungslos? Macht es einen Unterschied ob ich meinen Müll trenne oder nicht? Wenn ich mal öfter das Auto stehen lasse? Wenn ich KI boykottiere?
Sollte ich mir Sorgen machen, wen ich als nächstes wähle oder nicht? Vielleicht kann ich mit meiner richtigen Wahl einen Krieg verhindern oder den Kindern vielleicht eine Welt hinterlasse die nicht zerbombt oder von Hitzewellen, Tornados, Sturmfluten und Schockkälte geprägt ist..?

Ja, Mr Mönch, der in seiner kleinen Welt im Kloster lebt, ohne Besitz und ohne Kinder oder andere Familie.. der braucht sich vielleicht keine Sorgen machen, wenn seine Tochter 2h nach der vereinbarten Zeit noch nicht zu Hause ist und nicht ans Telefon geht. "Can you do something about it?"... vielleicht? Vielleicht auch nicht? Das ist ja gerade das Problem, wieso sich viele Leute Sorgen machen: Die Ungewissheit ob das was man tun kann ausreicht oder nicht oder ob man noch andere Optionen hat /gehabt hätte. Die Frage ob man seine begrenzte Zeit sinnvoll und effektiv einsetzt, den mit Sicherheit könnte man gegen viele Probleme etwas unternehmen, aber man muss sich irgendwann entscheiden und priorisieren, weil einfach die Zeit nicht reicht.

Man kann natürlich auch sagen "Nach mir die Sintflut", "Überall sterben Menschen, aber betrifft mich ja nicht.. why worry ob ich der nächste bin?", "Ob die Welt in 100 Jahren noch bewohnbar ist... nicht mein Problem und Kinder hab ich ja auch nicht"..
Vielleicht gehen wir einfach alle ins Kloster und meditieren die ganze Zeit.. moment, was? Dann produziert niemand mehr Nahrungsmittel oder Medikamente... why worry?

Klar, wenn ich mich alle Dinge entledige, seien es materielle Dinge oder soziale Bindungen, mir die anderen Menschen auf der Welt am Hintern vorbeigehen und der einzige um den ich mich sorgen müsste bin ich selbst und was mit mir passiert ist mir egal.. ja, dann brauch ich mir halt auch keine Sorgen um irgendetwas machen.
 
Ich sag mal so. Das Leben endet ganz sicher mit dem Tod. Warum wehren wir uns dann so dagegen? Don‘t worry, be happy!
 
Ratet mal, warum ich z.B. so gerne bei Amazon einkaufe? Oder auch Apple? Welches Deutsche Unternehmen kann da auch nur ansatzweise mithalten? Stattdessen heißt es da dann Vorsicht, Kunde.
Da bin ich voll bei Dir.
Und jetzt kann man wieder eine Riesen Diskussion auf machen, aber: was ich hier in den USA erlebe, das ist Kundenservice at its best.
Da gehst Du in einen Target und bringst etwas zurück, was Du irgendwann mal gekauft hast. Ohne Kassenzettel o.ä. Und es wird anstandslos zurück genommen. Jedes mal! Nicht nur aus Kulanz. Oder sonst eine Reklamation, sei es in einem Restaurant, in Geschäften jeglicher Art.. No Problem.
Neulich hatte ich einen Hoodie gekauft. Mit nach Deutschland genommen, im Schrank gehabt. 3 Monate später wollte ich ihn das erste Mal anziehen, viel zu groß. Keine Ahnung, was mich da geritten hatte. Also eingepackt, in NY in den Store, Schildchen waren schon lange ab, Kassenzettel hatte ich gar keinen mit genommen. Ohne Probleme konnte ich ihn umtauschen. Ohne Fragen, oder ähnlichem.

Weiß nicht, ob du schon mal davon gehört hast, dass sich Jobs durchaus unterscheiden können.
Da bin ich froh, dass es in meinem so was nicht gibt. Da mache ich die Tür zu, und das wars 😉 Auch ein großer Vorteil.
 
Da bin ich voll bei Dir.
Und jetzt kann man wieder eine Riesen Diskussion auf machen, aber: was ich hier in den USA erlebe, das ist Kundenservice at its best.
Da gab es mal eine Doku über deutsche Discounter. Da wurde Marmelade zurückgegeben - geöffnet und nicht mehr voll. Eine Packung Druckerpapier - da haben schon einige Blätter gefehlt, aber man „war mit dem Weiß nicht zufrieden“. Usw. - in allen Fällen gab es Geld zurück. Ich war fast schockiert…
 
Ich habe das mal gesehen, dass Jemand eine verbrannte Tiefkühlpizza zurück gegeben hat, weil die Angabe auf der Verpackung, wie lange sie im Ofen sein muss, nicht stimmte.
 
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Schreibt ein Lehrer, der sich im Prinzip wenig Sorgen um den Job und die finanzielle Zukunft machen muss? Im Gegensatz zu vielen anderen Leuten.
Ich mache mir nicht wenig Sorgen um Job und Finanzen, sondern überhaupt keine.
Wenn mir meine Schule nicht mehr gefällt, kann ich kündigen und dann kann ich mir aus tausend anderen Schulen eine aussuchen, die mir gefällt. Willkommen im Lehrermangel. Auf die Stelle die ich grad habe, war ich der einzige Bewerber und das war ein Gymnasium in einem hervorragenden Einzugsgebiet (Sozialindex 1 (es geht von 1 bis 9, wobei 9 das schlechteste ist)).
Auch sonst habe ich mit meinen Qualifkationen keine Probleme anderweitig Geld zu verdienen, aber mir geht es auch finanziell besser als den meisten, so dass ich vmtl auch über die Runden kommen würde, wenn ich mein Geld für mich arbeiten lasse und meinen Lebensstil runterfahre.

Das war aber gar nicht der Punkt, den ich gemacht habe.
Mein Punkt war, dass man sich halt trotzdem Sorgen machen sollte. Vielleicht gar nicht mal um sich selbst, sondern um andere oder um die Menschheit im Allgemeinen und nicht alles mit "Why worry?" abtun sollte.
Diese Schwarz-Weiß-Malerei, die der Mönch da auf seinem Schaubild hat, mag für ihn und seinen Lebensstil super funktionieren, aber das liegt halt daran, dass er sich jeglicher materiellen Dinge erledigt hat und keinerlei Verantwortung (z.B. Kinder) trägt.
In vielen Fällen funktioniert diese Haltung aber eben einfach nicht, weil eben diese Voraussetzungen nicht gegeben sind. Ich hatte ein paar Beispiele genannt. Insofern ist es vollkommen verständlich, wenn sich andere Leute eben Sorgen (um Zukunft, Verwandte etc) machen und man sollte das nicht mit einem "kannste eh nix tun, also wieso Sorgen machen?" abtun.
Manchmal kann man eben doch was machen, wenn man mal drüber nachdenkt. Oder man hält es für so wichtig, dass man andere Dinge dafür aufgibt und Zeit dafür schafft.
Es war genau diese Haltung von "Guck, ich bin in so ner tollen Position, dass ich mir keine Sorgen machen muss, und nun belehre ich dich, dass du dir auch keine Sorgen machen musst, obwohl ich keine Ahnung hab , wie deine Lebenssituation aussieht, aber ist nen supertolles philosophisches Modell" die ich kritisiert habe.
Geht mir aber mit vielen Dingen so, wo Leute aus ihrer Situation heraus argumentieren und daraus allgemeine Regeln ableiten wollen. Auch in meinem Beruf.. was ich da im Studium/Ref an pädagogischen, soziologische und philosophischen Konzepten lernen musste, die allesamt komplett an der Realität scheitern, weil sie die Lebenssituation, die technische Entwicklung und die allgemeine Situation der Bildung in Deutschland einfach überhaupt nicht berücksichtigen. Aber hört sich halt gut an und Leute verdienen damit jede Menge Geld..
 
Ein Leben ohne Sorgen wird es nicht wirklich geben können - auch der Mönch wird Sorgen haben. Vielleicht keine zu großen und vielleicht geben manche Life-Coaches es nicht zu, dass sie auch Sorgen haben und versuchen, alle davon zu überzeugen, dass das möglich ist (natürlich gegen einen finanziellen Ausgleich für den Wissens-Transfer).

Aber es ist ja auch irgendwie nicht schlecht, wenn man Sorgen hat? Vielleicht schützt es auch irgendwie in einigen Situationen?
 
Meine Mutter hat eine diagnostizierte Demenz. Soll ich der dieses dämliche Why-Worry?-Diagamm zeigen, damit wir mal ordentlich drüber lachen können?
 
Oh weh oh weh..
Es gibt berechtigte Sorgen, und Sorgen, die sich manche Leute völlig unnötig machen. Das sind aber einfach die verschiedenen Menschen. Optimisten / Pessimisten. Sorgenbehaftet / Sorgenfrei. Und alles dazwischen. Ich sehe leider viel zu viele Menschen, die sich Sorgen machen, ohne, dass sie genau darauf Einfluss haben. Und das ist in meinen Augen dann vergeudete Lebenszeit. Also juckt mich ja auch nicht, ich vergeude meine begrenzte Zeit ja nicht.
 
Aber es ist ja auch irgendwie nicht schlecht, wenn man Sorgen hat?
Das ist genau mein Punkt.
Ich sehe "sich Sorgen machen" eher als Motivation einem Problem mehr meiner Zeit einzuräumen, auf Lösungsansätze zu kommen.
Ähnlich sehe ich es mit Angst im Allgemeinen. Es hat ja seinen Grund, wieso wir Menschen Angst empfinden. Das ist letztlich zu unserem Vorteil. (solange es nicht krankhaft ist)

Dieses "Why worry"-Zeug funktioniert vielleicht, wenn dein Problem ist, dass sich die Sohle von deinem Schuh löst, aber in größeren Kontexten, die nicht so schwarz-weiß sind, empfinde ich das als äußerst flach..
Würde aber gerne mal mit so jemandem wie dem Mönch reden. (Für den ich übrigens großen Respekt habe, sowohl für seine Art zu leben, als auch für das was er mit seinem Geld macht)

ich vergeude meine begrenzte Zeit ja nicht.
Du vergeudest sie halt hier. Ist die Frage ob das besser ist ;-)
 
Ich mache mir nicht wenig Sorgen um Job und Finanzen, sondern überhaupt keine.
Wenn mir meine Schule nicht mehr gefällt, kann ich kündigen und dann kann ich mir aus tausend anderen Schulen eine aussuchen, die mir gefällt. Willkommen im Lehrermangel. Auf die Stelle die ich grad habe, war ich der einzige Bewerber und das war ein Gymnasium in einem hervorragenden Einzugsgebiet (Sozialindex 1 (es geht von 1 bis 9, wobei 9 das schlechteste ist)).
Auch sonst habe ich mit meinen Qualifkationen keine Probleme anderweitig Geld zu verdienen, aber mir geht es auch finanziell besser als den meisten, so dass ich vmtl auch über die Runden kommen würde, wenn ich mein Geld für mich arbeiten lasse und meinen Lebensstil runterfahre.

Das war aber gar nicht der Punkt, den ich gemacht habe.
Mein Punkt war, dass man sich halt trotzdem Sorgen machen sollte. Vielleicht gar nicht mal um sich selbst, sondern um andere oder um die Menschheit im Allgemeinen und nicht alles mit "Why worry?" abtun sollte.
Diese Schwarz-Weiß-Malerei, die der Mönch da auf seinem Schaubild hat, mag für ihn und seinen Lebensstil super funktionieren, aber das liegt halt daran, dass er sich jeglicher materiellen Dinge erledigt hat und keinerlei Verantwortung (z.B. Kinder) trägt.
In vielen Fällen funktioniert diese Haltung aber eben einfach nicht, weil eben diese Voraussetzungen nicht gegeben sind. Ich hatte ein paar Beispiele genannt. Insofern ist es vollkommen verständlich, wenn sich andere Leute eben Sorgen (um Zukunft, Verwandte etc) machen und man sollte das nicht mit einem "kannste eh nix tun, also wieso Sorgen machen?" abtun.
Manchmal kann man eben doch was machen, wenn man mal drüber nachdenkt. Oder man hält es für so wichtig, dass man andere Dinge dafür aufgibt und Zeit dafür schafft.
Es war genau diese Haltung von "Guck, ich bin in so ner tollen Position, dass ich mir keine Sorgen machen muss, und nun belehre ich dich, dass du dir auch keine Sorgen machen musst, obwohl ich keine Ahnung hab , wie deine Lebenssituation aussieht, aber ist nen supertolles philosophisches Modell" die ich kritisiert habe.
Geht mir aber mit vielen Dingen so, wo Leute aus ihrer Situation heraus argumentieren und daraus allgemeine Regeln ableiten wollen. Auch in meinem Beruf.. was ich da im Studium/Ref an pädagogischen, soziologische und philosophischen Konzepten lernen musste, die allesamt komplett an der Realität scheitern, weil sie die Lebenssituation, die technische Entwicklung und die allgemeine Situation der Bildung in Deutschland einfach überhaupt nicht berücksichtigen. Aber hört sich halt gut an und Leute verdienen damit jede Menge Geld..
Du hast das glaube ich gar nicht richtig eingeordnet und schaust aus dem falschen Blickwinkel auf das Video. Es geht einfach nur darum sich lockerer zu machen, die Dinge vernünftig zu ordnen und rational und mental gewinnbringend an die Dinge ran zu gehen.

Ich bringe ein paar Beispiele:

Du hast ein Problem auf der Arbeit, kurz vor den Sommerferien, kannst es vor den Ferien nicht mehr lösen, erst danach. Jetzt gibt es zwei Arten damit umzugehen. Sich bis zur Lösung des Problems jeden Tag über Wochen damit zu beschäftigen oder sich erst dann damit zu beschäftigen wenn man es lösen kann.

Du wirst geblitzt mit dem Auto, du weißt dass es dieses Mal entweder viel Geld kostet oder 4 Wochen den Führerschein kosten wird, bist dir aber nicht sicher. Du weißt es erst, wenn die Post da ist, dann sind wir wieder beim immer daran denken oder sich dann damit zu beschäftigen wenn die Post gekommen ist.

Du fährst mit dem Auto, hast einen Platten, du fährst rechts ran rufst den ADAC, er schleppt dich ab zum Reifenhändler, du bekommst neue Reifen, weiter gehts. Jetzt kann man sich wie ein Rohrspatz aufregen dass man einen Platten hat und den Prozess bis zum neuen Reifen in völliger Aufregung verbringen oder dir denken "Gut, Reifen ist platt, der ADAC kommt, wir fahren zum Reifenhändler, es gibt neue Reifen, ändern kann ich es nicht, weiter gehts."

Man kann noch ganz viele Beispiele.

Es geht letztlich darum, wie man mit den Dingen umgeht, welche einem begegnen. Dabei geht es nicht darum selbst zum Mönch zu werden oder in ein Kloster zu gehen, es geht um die Metapher.

Leichter unterwegs sein, entspannter sein, ein angespanntes ich führt zu einer angespannten Persönlichkeit, einem angespannten Umfeld und dann kommt oft eins zum andern.
 
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