John Gruber: AirPower ist "richtig im Arsch"

Martin Wendel

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John Gruber: AirPower ist "richtig im Arsch"



Vor über einem Jahr wurde AirPower vorgestellt, inzwischen findet sich auf der Apple-Webseite so gut wie kein Hinweis mehr zur kabellosen Ladematte. Was ist passiert? Apple-Experte John Gruber äußert sich in einem Artikel zum Apple-Event in der vergangenen Woche auch dazu. Er habe über mehrere Ecken erfahren, dass AirPower "richtig im Arsch" sei. Das Problem habe mit dem Merhspulen-Design zu tun, das zu warm werde – viel zu warm.
Techniker waren von Beginn an skeptisch


Manche Techniker haben laut Gruber von Beginn an gesagt, dass die Ladematte niemals funktionieren würde – und haben nun einen "Ich hab es euch doch gesagt"-Gesichtsausdruck aufgesetzt. Apple sei im vergangenen Jahr offenbar von Argumenten überzeugt worden, dass man es doch noch irgendwie hinkriege. "Sie lagen eindeutig falsch", so Gruber. Seiner Einschätzung nach habe Apple mit der AirPower-Entwicklung entweder gänzlich neu begonnen, oder man habe sich entschieden aufzugeben und will das einfach noch nicht zugeben.
Was AirPower hätte sein sollen


Mit AirPower sollten sich drei Apple-Geräte parallel aufladen lassen – iPhone, Apple Watch und ein noch nicht erhältliches kabelloses Ladecase für die AirPods. Anders als bei üblichen Qi-Ladegeräten, die mehrere Geräte aufladen können, wäre es egal gewesen, wo die Geräte genau auf der Ladematte platziert werden. Apple gab damals an, dass AirPower zwar auf dem Qi-Standard basiere, dieser aber für die spezielle Funktionsweise der eigenen Ladematte adaptiert und weiterentwickelt wurde. Apple wollte sich im Anschluss daran bemühen, dieses Adaptierungen in den offiziellen Qi-Standard aufnehmen zu lassen.

Via Daring Fireball
 

Zenturio

Ingol
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Sieht so aus, als würde auch in Cupertino nur mit Wasser gekocht. Es funktioniert also doch nicht alles auf Anhieb :).
 

MarcNRW

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Echt schade :(
die Matte hätte ich sofort gekauft.
 

Cohni

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Vielleicht kehren sie mit dieser Erfahrung zu alten Tugenden zurück und veröffentlichen Infos zu Geräten/Diensten nicht mehr als monatelange Ankündigung, sondern kurz vor dem tatsächlichen Release.

Diese seit Jahren eingefahrene Ankündigungskultur bei Apple geht mir persönlich ziemlich auf den Geist. Jetzt rächt es sich halt mal.

Ansonsten...pfff...passiert eben. Das sehe ich eher entspannt. Sie sollten damit aber offen umgehen, so etwas macht dann eher wieder menschlich sympathisch.
 

GunBound

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Irgendwie die typische Apple-Mentalität seit ein paar Jahren: einfach mal jahrzehntelange Forschung kurz aufgreifen, laut rausposaunen, wie exciting und amazing alles werden wird und meinen, die vielen Milliarden auf der Bank würden's schon richten. So geschehen bei den Apple Maps, den Cloud-Diensten, den Machine Learning-Diensten und jetzt dem kabellosen Laden. Allesamt Produkte oder Dienstleistungen, die mit Probleme behaftet waren bzw. sind.

Früher war Apple mal wie Canon heute: man hatte zwar nicht zwingend den neusten Hype an Bord, brachte jedoch Innovationen in anderen, teilweise interessanteren Aspekten. Schlussendlich funktionierte aber alles und war zuverlässig und komfortabel zu bedienen. Heute sehe ich dies zwar nach wie vor in gewissen Punkten, aber es verschwindet immer mehr aus der Apple-Welt.
 
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Golden Noble
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Ja, mit der Matte sind sie nun mal auf den aller wertesten gefallen.

Die Grund Idee wäre gut gewesen, egal wo das iPhone/watch/AirPod Case hingelegt wird, es wird geladen. Die Realität sieht aber wohl halt noch anders aus, es muss auf bestimmte Positionen gelegt werden, damit es auch wirklich funktioniert.

Bzgl. der Watch wäre ich auf der AirPower eh zweispaltigen gewesen. Denn weder mit den Milianse, Gliederband noch mit den Sport Loop hätte die Watch geladen werden können. Dafür hätte immer ein Bandconnector von der Watch getrennt werden müssen.

Und wann ein passendes Case für die AirPods kommt, weiß ja auch niemand. Entsprechend wäre es meiner Meinung nach eh nur etwas für Haushalte, mit mehren iPhones die auch Kabellos geladen werden können.
 

leton53

Martini
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Ich kann mir nur schwer vorstellen, dass Cupertino keine gescheite Induktionsschalte hinkriegt; das muss andere Gründe haben ...
 

GunBound

Rote Sternrenette
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Ich kann mir nur schwer vorstellen, dass Cupertino keine gescheite Induktionsschalte hinkriegt
Nun, auch Cupertino ist nur ein Haufen Menschen. Wie gesagt: auch mit viel Geld kann man die Physik nicht überlisten oder jahrelange Forschung herbeizaubern.
Ausserdem: warum soll das andere Gründe haben? Diese Ladematte wäre keine interne Konkurrenz gewesen (so wie das iPhone zum iPod), hätte wohl kaum gerichtliche Probleme mit der Konkurrenz verursacht und wäre kaum ein Flop gewesen (und selbst wenn: ein mickriges Problem für den Giganten Apple). Ich kann mir deshalb nur schwer vorstellen, dass nicht technische Limitationen ausschlaggebend sind.
 
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Golden Noble
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Ich kann mir nur schwer vorstellen, dass Cupertino keine gescheite Induktionsschalte hinkriegt; das muss andere Gründe haben ...
Auch Apple Kocht nur mit Wasser und spätestens seit der Ankündigung hätten diverse andere Hersteller so etwas auf den Markt geworfen, wenn es so einfach wäre.

Solche Dinger wie die AirPower gedacht ist (egal ob man was drauf legt, es können 3 Geräte geladen werden), sind aber nicht von den Drittanbietern gekommen. Maximal sind es Ladematten mit 3 Ladespulen gekommen aber wehe man legt die nicht genau auf die Spüle, dann wird nicht mehr richtig geladen.

Ich persönlich glaube also schon, dass Apple hier vorerst an seine Grenzen halt gestoßen ist. Auf die History generell betrachtet nicht die erste Niete von Apple und wird auch nicht die letzte sein.
 
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ottomane

Gelber Richard
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Das einzige, was bemerkenswert daran ist, ist dass Apple das Ding angekündigt hat, obwohl nicht klar war, dass man es für einen angemessenen Preis hinbekommt.

Ich glaube, dass es grundsätzlich schon machbar ist. Nur wären die Kosten bei der Entwickung und/oder der Herstellung zu hoch.
 

Porlox

Boskoop
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Ich kann mir nur schwer vorstellen, dass Cupertino keine gescheite Induktionsschalte hinkriegt; das muss andere Gründe haben ...
Es könnte an patentrechlichen Dingen liegen.

Witzig: Gestern meinte ein Freund zu mir: Hätte Apple beim letzten Event die Ladematte als fertig gemeldet, hätte sich der Markt mehr darüber gefreut als über die Watch oder das X-te iPhone.
 

GunBound

Rote Sternrenette
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@Porlox: gut möglich, aber Apple ist selbst einer der grössten Patenttrolls der Welt, die fürchten sich nicht vor Patentverletzungen.

Das einzige, was bemerkenswert daran ist, ist dass Apple das Ding angekündigt hat, obwohl nicht klar war, dass man es für einen angemessenen Preis hinbekommt.
Stört ja nicht; ist nur ein Zubehörprodukt und betrifft die Margin nicht. Hat man sich damals wohl gedacht...
 

Verlon

Prinz Albrecht von Preußen
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Das einzige, was bemerkenswert daran ist, ist dass Apple das Ding angekündigt hat, obwohl nicht klar war, dass man es für einen angemessenen Preis hinbekommt.
naja, ein Restrisiko, dass es nicht klappt, bleibt halt... Und je kleiner der potentielle Absatz des Produkts, desto höher sicherlich auch das vertretbare Restrisiko. Das es angekündigt wurde, weiß doch eh kaum jemand. Ebenso wenig fällt es den meisten auf, dass es niemals auf den Markt kam.
 

access

Châtaigne du Léman
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Die Matte ist ohnehin eine Todgeburt, mir dem Xs Max passen maximal zwei dacon auf die Matte. Hinzu kommt das es, auch von Apple, Uhrenarmbänder die man aushängen müsste um die Uhr laden zu können. Dann noch die technischen Probleme, das stimmt es schon wenn man sagt, Apple hat es vergeigt.
 

nachdenker

Lambertine
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Wenn man von Physik a bisserl Ahnung hat, schaute man bei der Ladematte recht ungläubig... und nu schaut Apple in die Spule .... äh Röhre:confused:
Mit klassischer Spulentechnik läßt sich das Problem (wohl) nicht lösen...
Schön wäre es, wenn Apple sich mal auf RELEVANTE Produkte konzentriert und nicht auf Luxuszubehör, das, wenn es funzt, niemand wirklich braucht. In der Regel lädt man iPhone, Watch und AirPods an unterschiedlichen Stellen auf und hat dafür andere Ladepads...
 

Schupunkt

Doppelter Melonenapfel
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Ich wüsste gar nicht wo ich so eine Ladematte hinlegen sollte, Komode im Flur fände ich unpraktisch, am Nachttisch bräuchte ich’s nicht und im Wohnzimmer sieht es auch irgendwie komisch aus. Dagegen könnte ich mir so eine Ladematte nur für das iPhone schon viel eher vorstellen, das würde am Nachttisch Sinn machen und am Schreibtisch auch!
 

GunBound

Rote Sternrenette
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Schön wäre es, wenn Apple sich mal auf RELEVANTE Produkte konzentriert und nicht auf Luxuszubehör, das, wenn es funzt, niemand wirklich braucht.
Genau: schön wär's, ist aber je länger je weniger der Fall.

Rhetorische Frage: wie viel schwieriger ist es, seine Apple-Watch und das iPhone auf einem Ständer zu platzieren, als die zwei Dinger einfach auf eine Matte hinzulegen? Irgendwie dienen alle Neuheiten von Apple nur noch der Bequemlich-, resp. Faulheit: Touch ID, Face ID, (hey) Siri, AirPower, etc. Teilweise zwar mit toller Technik dahinter (viel Machine Learning), aber mit absolut langweiligem Effekt. Zur Image-Rettung und alibimässigen Bewahrung vor Herzschlägen durch zu wenig Sport der Nutzer wird dann noch eine Cardio-Watch nachgeschoben.
Wäre schön, würde man etwas zurückblicken – und sehen, was wirkliche produktive Innovationen waren: iMac, AirPort, iLife, Aperture, Final Cut Studio, Xserve, etc.
 
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Joh1

Welschisner
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Wäre schön, würde man etwas zurückblicken – und sehen, was wirkliche produktive Innovationen waren: iMac, AirPort, iLife, Aperture, Final Cut Studio, Xserve, etc.
Ich verstehe den Gedanken aber für viele Nutzer ist die Produktive Innovation völlig egal weil sie mit den Geräten nicht Produktiv arbeiten.