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Haben wir nicht was vergessen...?

So hart es sich jetzt anhört: Und?!

Täglich sterben Leute - angefangen von deutschen Soldaten in Afganistan, die Frieden bringen wollen, bis zu jungen hochschwangeren Frauen, die von jemanden überfahren werden.

Und wegen einer Berühmtheit so ein Aufstand?! Ich habe dafür kein Verständnis, und ist in meinen Augen nur Geldmacherei der Medien!

Und jeden Tag sterben in Afrika tausende Kinder an Unterernährung
 
So hart es sich jetzt anhört: Und?! [...] Ich habe dafür kein Verständnis, und ist in meinen Augen nur Geldmacherei der Medien!
Was die Medien in der Beziehung machen, verfolge ich kaum (hab' halt bei spiegel.de in einer Ueberschrift gelesen, dass das Jubilaeum ansteht), aber fuer mich selbst kann ich sprechen: Es ist -- wie weiter vorne erwaehnt -- eben eine Kindheitserinnerung. Bei Marja scheint es ganz aehnlich zu sein.
 
OK, erste kritische Anmerkungen kamen inzwischen schon,
meine Meinung ist also nicht mehr erforderlich, hier wahrscheinlich ohnehin nicht erwünscht:

Der Unfalltod der Dame berührt mich nicht mehr (aber auch nicht weniger!) als der Tod eines jeden anderen Menschen; mir persönlich bekannte ausgenommen (die bewirken naturgemäß erheblich mehr Widerhall).
Eines Tages sind wir alle an der Reihe, auch wenn man nicht gern dran denkt. Momentan stehen der Erde also sichere 6 Milliarden Tote bevor - und es werden laufend mehr. Allen diesen scheint / schien die Sonne, alle haben/hatten ihren persönlichen Wert.

Demokrat, der ich bin, kann und mag ich den „Auserwählten“, die in der Öffentlichkeit stehen (ob hineingestoßen oder hereingestrebt, ist zunächst gleichgültig) keinen höheren menschlichen Wert beimesssen als irgendeinem Niemand.

Die enorme Breitenwirkung, die gerade Diana erfuhr, hat sie zunehmend wohl auch lancierend genutzt und in Kauf genommen, wiewohl sie zunächst unbedarft in die Medienwelt hinein geriet. Daß sie im Laufe der Zeit zu einer Viruosin auf der Klaviatur der öffentlichen Meinung wurde, ist immerhin eine Fähigkeit, die definitiv nicht jeder hat.
Insofern ist die Anteilnahme der effektbegierigen Öffentlichkeit verständlich und die Reduktion dieser Wirkungen auf bloß finanzielle Interessen greift eher zu kurz: da werden atavistische Regungen angesprochen, die sehr heftige Kräfte (Emotionen) zu wecken vermögen.

Das Modernde an dieser Sichtmöglichkeit auf Idole ist, daß durch die allgegenwärtige Medienpräsenz die Abbildungen der Prominenz eine solche Verbreitung finden, daß viele Menschen zwischen Bild und Realität (scheinbarer Vertrautheit und tatsächlichem Abstand) nicht mehr zu trennen vermögen.
Diana wurde dadurch wohl für viele zum (scheinbaren) Familienmitglied - deren Trauer möchte ich nicht herabwürdigen - es ist aber eben nicht die meine.

Übrigens (bin alt genug, keine Rechenversuche!) habe ich Hochzeit, Scheidung und Trauerfeier recht bewußt (per TV) registriert; angerührt hat mich dabei nicht Diana (geschweige denn die Schönheit der Uniform ihres Gemahls, oder ähnlicher Schmonzes), sondern die kindliche Bereitschaft vieler (und eben nicht nur tatsächlicher Monarchisten) Mitmenschen in aller Welt, sich der Suggestionskraft eines unschuldigen Gesicht in prachtvoll inszenierter Umgebung willig hinzugeben: frigthfully shocking, I've not been amused. But somewhat ashamed…

Glück und Freiheit (und ein ruhiger Tod)
Jens
 
Ich finde auch, dass alle Medien(ja, auch BILD) viel zu viel Rummel um die Gedenkfeier von Diana machen.
Ich kanns bald echt nicht mehr hören und sehen...:-/

Da kann ich nur zustimmen!
Für mich ist das Ganze ein ekelhaftes Medienspektakel.
Ladidi (Lady Di) wird absolut überschätzt und künstlich zur Ikone stilisiert.

Um ihr persönliches Schicksal tut es mir leid, mehr aber auch nicht.
 
Jedes Land hat die Medien, die es verdient - oder?
Insofern kann man auch der Sonne keinen Vorwurf daraus machen, daß sie scheint.

Darüberhinaus möchte ich (seltsam genug) hier kurz erklären, daß ich Yoshi erstmals (partiell jedenfalls) zustimmen kann - nach unserem diversen Hickhack ist dies ja mal was anderes.

Wie's wohl weitergeht?
Jens
 
Howdy, Spekulanten,
natürlich habt Ihr alle ein wenig recht: heiraten wollte ich sie nicht, weil
- ich kein Bigamist bin (und meine Frau viel toller finde, als je die Diana)
- meine Ohren mit ihren Hörhilfen schon genug trugen
- mein Blut nur unter bestimmten Spektralfarben nicht rot aussieht
Das sind ja alles enorme Gründe, was?

Aufgeräumt
Jens