alba63
Zabergäurenette
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Warte mal: In einer männlich dominierten Welt hat sich aus irgendeinem Grund das generische Maskulinum durchgesetzt - und du entdeckst nicht mal die Ironie daran, sondern nimmst dies als geschichtliche akzeptable Entwicklung?
Es ist schon interessant, wenn nicht mal die kürzesten Zusammenhänge gesehen werden.
Misslungene Ironie, "someUser". Die männliche Form hat sich als generische Form für mehrere oder viele durchgesetzt, weil es sprachlich einfach die Grundform der Nomen/ Substantive ist. "Schauspieler", "Architekt", "Bürger" - das sind alles Substantive in der Grundform, "Bürgerinn(en)" bezeichnet nur die weiblichen, man muss aber das Plural- Suffix anhängen.
"Generisches Maskulinum" heißt einfach Grundform *ohne Ansehen des Geschlechts*, da es in vielen Fällen darauf auch überhaupt nicht ankommt. Gerade in der modernen Gesellschaft, in der Gleichbereichtigung selbstverständlich ist - für mich ist sie es und war sie schon immer. Übrigens bezeichnet man in der Lingiustik die Grundform auch als "unmarkiert".
Mit demselben Empörungs- Gestus könnten Männer auch daherkommen und das Pronomen "sie" (Mehrzahl) brandmarken, weil es ja "weiblich" suggeriert, auch wenn es nur Männer sind. Tut nur keiner, weil es lächerlich wäre.
Insofern: so hat sich die Sprache entwickelt, und es ist in der Tat akzeptabel. Darum sind ja auch weit (!) mehr als die Hälfte gegen das Gendern, auch Frauen.
Wie schon oben gesagt: Sprachregelungen werden die gesellschaftliche Entwicklung und Einstellung der Gesellschaft zu Frauen nicht verändern. Das ist ein naiver Glaube.
Ergänzung: Türkisch, Ungarisch, Finnisch, auch Bulgarisch unterscheiden in der Grammatik nicht zwischen männlich und weiblich. Mindestens drei dieser vier Länder stehen nun nicht gerade unter dem Verdacht, besonders progressiv in Bezug auf die Stellung der Frau zu sein. Müssten sie aber nach der Vorstellung der Gender- Ideologen.
Wenn sich das Gendern aber nicht auf die gesellschaftliche Praxis auswirkt (diese ist nämlich ein komplexer Vorgang, der von sehr vielen Faktoren abhängt), kann man die auch einfach so lassen, wie sie sich entwickelt hat. Wenn du Informationsbedarf hast: Recherchiere mal die Ursprünge der sprachlichen Genus- Formen (Genus = grammatisches Geschlecht) im Indogermanischen - die haben mit Geschlecht im Sinne von Mann und Frau nämlich gar nichts zu tun. Oha!
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