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Gendergerechte Sprache

Du bist wirklich Spaß- und Verständnisbefreit, oder?
Nein, es sind Leute wie du, die sich im Nachgang immer auf "War nur 'n Scherz", "Das ist ironisch gemeint" oder sonst irgendwas schäbiges als Ausrede zurückziehen und das Verständnisproblem auf der anderen Seite sehen...

... und dabei überhaupt nicht mitbekommen, dass sie genau durch diese "ach so lustigen" Sprüche ein ernsthaftes Problem, ganz gleich worüber man nun spricht, herabwerten - denn das was du als "lustigen Einwurf" empfindest, empfinden andere Leute schlicht als verletztend und ignorant, weil du damit ihre täglichen Probleme ins Lächerliche ziehst.

Aber klar, rede dir ruhig ein, dass ich das Problem bin, weil ich deinen "Humor" nicht verstehe. Und nebenbei kannst du ja auch noch ein paar Witze über Behinderte, Ausländer oder Homosexuelle machen. Ironisch natürlich. Denn du bist sooo witzig, wenn du dich über deren Probleme stellst und spöttisch bist.
 
Ich finde es in der jetzigen Form unsinnig.
Aber wenn es eine bundesweit einheitliche Regelung geben würde, würde ich sie anwenden.
Solange das nicht der Fall ist, verzichte ich darauf.
Das zeigt sehr schön dein genderunwilliges Gesicht!
Wissend, dass es keine bundeseinheitliche Regelung geben wird, hoffst du darauf mit deiner Verweigerung durchzukommen.

Und JA, du @Kandesbunzler darfst als „alter weißer Mann“ deine Gestrigkeit ausleben, weil wir in einem freien, demokratischen Land leben.
Dass du damit jedoch zeigst, dass dir deine Mitmenschen in ihrer diversen Vielfalt sch…egal sind… ist ein anderes Thema…🤷🏼‍♂️
 
Und JA, du @Kandesbunzler darfst als „alter weißer Mann“ deine Gestrigkeit ausleben, weil wir in einem freien, demokratischen Land leben.
Hach wie schön - "alter weißer Mann" und "Gestrigkeit".

Wenn das der Ausdruck eines aktiven Einsatzes für Gleichberechtigung und gegen Diskriminierung ist, habe ich irgendwie noch mehr Zweifel an der Sinnhaftigkeit des Genderns als vorher ohnehin schon ;)
 
Ich gender wenn es mit den Begriffen Sinn ergibt und ich auch daran denke. Oftmals entfällt es mir.

Was es da für Regeln gibt oder nicht interessiert mich weniger.
Wenn die Worte Sinn ergeben, nicht so wie Kund:innen oder ähnliche Dinge, dann ist es kein Beinbruch, wenn andere sich dadurch besser fühlen.

Man kann Kund:innen auch durch Besuchende oder halt Kunden und Kundinnen ersetzen. Ist alles kein Hexenwerk.

Alter weißer Mann ist auch eine Form der Diskriminierung. Aber muss auch jeder selber wissen.
 
Als Deutschlehrer an einem Gymnasium betrifft mich die Debatte ja irgendwie, aber es ist eine komplett frustrierende Gemengelage. Ich habe zunächst die erste Seite des threads gelesen, bis ich gemerkt habe, dass diese von 2020 ist, bin dann auf die letzte Seite gesprungen, nur um festzustellen, dass sich die Diskussion im Kern keinen Deut weiterentwickelt hat.
Ich selbst kann dem Thema nur wenig abgewinnen, aber da ich es leid bin, mir moralische Belehrungen anzuhören, bin ich für maximale Toleranz: jeder soll die sprachlichen Formen - männlich, weiblich, divers - so handhaben, wie es ihm oder ihr beliebt. Solange mir das keiner vorschreibt, werde ich in Arbeiten keine Fehler anstreichen, sofern die praktizierten Formen irgendwie nachvollziehbar und einheitlich sind. Auch, wenn ich bei Sonderzeichen in der Mitte von Wörtern stets einen gewissen Unmut spüre, da es das in der dt. Sprache eigentlich nicht gibt.

Anstrengend sind natürlich moralische Belehrungen oder Unterstellungen à la "chauvinistischer, alter weißer Mann", "du verstehst das nicht" usw. Allerdings ist es ein Kennzeichen vieler moralsicher/ politischer Debatten heute, dass kaum jemand noch an sachlicher Auseinandersetzung interessiert ist. Es genügt den meisten, sich auf der Seite der "Guten" zu wähnen und die andere Seite als schlecht, falsch usw. darzustellen. Heraus kommt natürlich: absolut nix, außer Streit und noch mehr Polarisierung!
Spätestens wenn Gendern Pflicht werden sollte (eher unwahrscheinlich, in Berlin ab nächstes Jahr in Verwaltung und Schule sogar verboten), würden alle zumindest bald merken, dass die Welt dadurch keineswegs besser wird. Dann könnte man sich endlich mit wichtigeren Dingen befassen.
 
Alter weißer Mann ist auch eine Form der Diskriminierung. Aber muss auch jeder selber wissen.
Ach naja, erstens ist das ja nicht so gemeint und zweitens ist er ja nur mitgemeint und überhaupt, soll er sich nicht so haben.

Und falls sich jetzt jemand auf den Schlips (ist das auch diskriminierend?) getreten fühlt - alles nur Ironie und nicht so gemeint und ansonsten alles Spaßbremsen hier...
:p
 
Spätestens wenn Gendern Pflicht werden sollte (eher unwahrscheinlich, in Berlin ab nächstes Jahr in Verwaltung und Schule sogar verboten), würden alle zumindest bald merken, dass die Welt dadurch keineswegs besser wird. Dann könnte man sich endlich mit wichtigeren Dingen befassen
Spätestens wenn Gendern verboten wird (wie offenbar in Berlin nächstes Jahr in Schule und Verwaltung), würden alle zumindest bald merken, dass die Welt dadurch keineswegs besser wird. Dann könnte man sich endlich mit wichtigeren Dingen befassen.
 
Das Thema Gendern ist ja auch immer wieder ein Kampf - und die Regierungsparteien machen das, was die Wähler gerade hören wollen. Denen geht es nicht um Diskriminierung, sondern um die Angst, den Job zu verlieren. Denen sind die Gründe, warum manche gendern wollen, relativ egal. Wählerstimmen über alles.

Wäre es eine Bevölkerungsgruppe, die entscheidend in das Wahlergebnis eingreifen könnte, wäre das alles eine ganz andere Sache. Aber die Betroffenen und diejenigen, die auf so etwas achten, haben zu wenig Stimmen.
 
Das Thema Gendern ist ja auch immer wieder ein Kampf - und die Regierungsparteien machen das, was die Wähler gerade hören wollen. Denen geht es nicht um Diskriminierung, sondern um die Angst, den Job zu verlieren. Denen sind die Gründe, warum manche gendern wollen, relativ egal. Wählerstimmen über alles.
Das hat so seine zwei Seiten. Auf der einen Seite ist billiger Populismus generell abzulehnen, weil er zum Verlust politischer Kultur beiträgt. Auf der anderen Seite ist Gendern halt ein Thema, das - ich sag's mal vorsichtig - einer Gruppe in der Gesellschaft extrem wichtig ist, aber offenbar eine größere Gruppe in der Gesellschaft das so überhaupt nicht will. Insofern ist die Reaktion der Politik letztlich nur konsequent.
 
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aber offenbar eine größere Gruppe in der Gesellschaft das so überhaupt nicht will. Insofern ist die Reaktion der Politik letztlich nur konsequent.
Ich sehe einen Unterschied zwischen „nicht wollen“ oder „mir ist es nebensächlich/egal, es gibt wichtigere Dinge“.

Schreibt man jetzt die Brechstange oder der Brechschanger?
Boah… Tut es weh oder gewöhnt man sich dran?
 
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Ich sehe einen Unterschied zwischen „nicht wollen“ oder „mir ist es nebensächlich/egal, es gibt wichtigere Dinge“.
Die Gruppe gibt es zweifellos auch. Aber die Gruppe derer, die das so gar nicht will, sollte man auch nicht unterschätzen. Dass Politiker das Thema für sich entdecken, ist ein starkes Indiz dafür, dass diese Gruppe eine relevante Größe hat.

Ich habe einfach mal Chat GPT nach relevanten Umfragen der letzten 2 Jahre gefragt (wie viele findent Gendern gut, schlecht, egal?). Hier die Ergebnisse:
  1. In einer Umfrage von Infratest dimap im Auftrag des WDR (September 2022) wurde gefragt, wie wichtig den Befragten geschlechtergerechte Sprache sei:
    • 41 % gaben an, sie finde „gar nicht wichtig“, 21 % „weniger wichtig“.
    • Nur 16 % sagten, es sei „sehr wichtig“, 20 % „etwas wichtig“.
    • Jüngere Befragte (14–29 Jahre) gaben häufiger an, dass ihnen das Thema wichtig sei (ca. 43 %) als ältere (z. B. 50–59 Jahre: ca. 32 %).
    • Fazit: Die Mehrheit hält gendergerechte Sprache nicht für wichtig.
  2. Eine andere Umfrage von Infratest dimap für die „Welt am Sonntag“ (Frühjahr 2021) zeigte:
    • 65 % der Befragten lehnten gendergerechte Sprache ab (also Formulierungen wie „Zuhörende“ statt „Zuhörer“, Gendersternchen, etc.).
    • Im Vergleich zu früheren Umfragen war die Ablehnung gestiegen (2020 waren es z. B. 56 %).
  3. Eine Umfrage von Forsa für RTL / ntv im Sommer 2023 fand:
    • Nur 22 % der Befragten finden persönlich die Nutzung von Genderzeichen (Sternchen, Doppelpunkt, Unterstrich, Sprechpausen) «gut».
    • 73 % gaben an, es störe sie, wenn so gesprochen oder geschrieben werde.
    • Auch hier deutliche Ablehnung — nur ein kleiner Teil befürwortet solche Formen.
  4. Eine Umfrage von Civey im Auftrag von T-Online (Zeitpunkt nicht exakt angegeben) meldet:
    • Etwa 80 % der Deutschen ab 18 Jahren lehnen das Gendern persönlich ab. Nur etwa 13 % befürworten es.
  5. Eine Umfrage von chrismon (2023) zu Einstellungen nach Alter:
    • Bei unter 30‐Jährigen sagten 23 %, „Gendern finde ich gut, damit fühlen sich alle Menschen angesprochen“.
    • Bei über 60 Jährigen: nur 7 % teilen diese Ansicht. Stattdessen sagen 42 % der älteren Gruppe: „Es hört sich komisch an, es sieht falsch aus: Ich lehne Gendern ab.“
  6. Eine Befragung im Auftrag der „Augsburger Allgemeine“ (2003?) zur Frage eines Verbots für Genderformen in Schulen/Behörden:
    • Fast drei Viertel (ca. 75 %) der Befragten sprachen sich dafür aus, einen Gender-Verbot einzuführen.

Diese Umfragen geben in etwa das wieder, was ich über die letzten Jahre zu dem Thema verfolgt habe. Kein Wunder, dass das etwas ist, was die Politik aufgreift.
 
Spätestens wenn Gendern verboten wird (wie offenbar in Berlin nächstes Jahr in Schule und Verwaltung), würden alle zumindest bald merken, dass die Welt dadurch keineswegs besser wird. Dann könnte man sich endlich mit wichtigeren Dingen befassen.
Das ist im Prinzip dasselbe wie das, was ich sage: Sprachregelungen ändern die gesellschaftliche Praxis und die Verhältnisse nicht, weder die, die anscheinend die Mehrheit will (kein Gendern) noch Gender- Formulierungen. Also kann man gleich so verfahren, wie es die Grammatik der Sprache in ihrer geschichtlichen Entwicklung ergeben hat: generisches Maskulinum, wenn es nur um die Funktion geht und Nennung beider Geschlechter, wenn es der Sprecher so möchte - wie auch seit jeher üblich.

Das Thema Gendern ist ja auch immer wieder ein Kampf - und die Regierungsparteien machen das, was die Wähler gerade hören wollen. Denen geht es nicht um Diskriminierung, sondern um die Angst, den Job zu verlieren. Denen sind die Gründe, warum manche gendern wollen, relativ egal. Wählerstimmen über alles.

Ja nu?

Machen die Politiker ihr Ding, schreien alle, "wir Wähler werden verar***t". Machen sie das, was ihre Wähler wollen, heißt es: "die machen es nur, weil der Wähler das hören und sehen will" - arme Politiker - LOL.
 
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Ich lehne das Gendern entschieden ab. Natürlich wandelt sich jede Sprache im Laufe der Zeit, doch dieser Wandel sollte organisch erfolgen – nicht durch politische Vorgaben, wie es beim Gendern geschieht.
 
Ich lehne das Gendern entschieden ab. Natürlich wandelt sich jede Sprache im Laufe der Zeit, doch dieser Wandel sollte organisch erfolgen – nicht durch politische Vorgaben, wie es beim Gendern geschieht.
Sicher Digger! Auch wenn das Sus ist. (Das war übrigens organische Sprachveränderung!) 😅
 
doch dieser Wandel sollte organisch erfolgen – nicht durch politische Vorgaben, wie es beim Gendern geschieht.
Da muss ich widersprechen, obwohl ich kein Freund des Genderns bin: Die Politik hat sich bisher weitgehend rausgehalten, es war eher eine Bewegung aus einer bestimmten Bevölkerungsgruppe (jünger, eher links, zum Teil "woke"), herübergeschwappt in nicht wenige Medien. Das erste, was Landesregierungen machen, ist, das Gendern z.T. in öffentlichen Intitutionen zu verbieten. Vermutlich, weil auch Linguisten und der Duden bisher eine Zurückhaltung geübt haben. Linguisten sind übrigens meist eher zurückhaltend und vertreten den Standpunkt, dass die Sprecher das selbst aushandeln sollen.
Insofern: Was soll "organischer Wandel" dann überhaupt heißen?
 
Ich lehne das Gendern entschieden ab. Natürlich wandelt sich jede Sprache im Laufe der Zeit, doch dieser Wandel sollte organisch erfolgen – nicht durch politische Vorgaben, wie es beim Gendern geschieht.

Nur, dass dein Narrativ falsch ist. Es gab nämlich gesellschaftliche Strömungen (im Wesentlichen wohl aus linkem, feministischen, liberalen und ähnlichen Umfeld), welche das Gendern für sich entdeckt, aufgegriffen und getrieben haben. Das wurde durch eine deutlich heterogenere, aufgeklärte Jugend, soziale Netzwerk bis hin nach Hollywood weiter getrieben.
Die Politik hat es erst spät aufgegriffen - und dort gibt es auch keine politische Vorgabe, sondern - wie zu erkennen - sehr unterschiedliche Ausprägungen in der Haltung dazu.

Kurzum: Was du das schreibst ist Quatsch.

Also kann man gleich so verfahren, wie es die Grammatik der Sprache in ihrer geschichtlichen Entwicklung ergeben hat: generisches Maskulinum, wenn es nur um die Funktion geht und Nennung beider Geschlechter, wenn es der Sprecher so möchte - wie auch seit jeher üblich.

Warte mal: In einer männlich dominierten Welt hat sich aus irgendeinem Grund das generische Maskulinum durchgesetzt - und du entdeckst nicht mal die Ironie daran, sondern nimmst dies als geschichtliche akzeptable Entwicklung?
Es ist schon interessant, wenn nicht mal die kürzesten Zusammenhänge gesehen werden.