Gefühlt denke ich mittlerweile: Völliger Blödsinn. Um es zu was zu bringen, musst du nichts können,
Dem stimme ich, gefühlt, völlig zu.
Als ich jung war hat es auch geheißen: "Lern was, damit was wird aus dir". Das habe ich getan, inkl. abgeschlossenem techn. Studiums, aber ich muss sagen "was geworden" ist aus mir nicht. Und für die gegenwärtige "Jugend" ist es noch schlimmer.
In der Industrialisierung wurden Arbeiter mehr und mehr durch Maschinen ersetzt. Man meinte, Bildung würde helfen, diese wegbrechenden ("einfachen") Tätigkeiten zu kompensieren.
Nun haben wir die Globalisierung. In dem Konzern, in dem ich arbeite, wurden Funktionen wie Buchhaltung, Einkauf oder auch Teile der Rechtsabteilung in Center verschoben. Billige Center mit mittelmäßigem Deutsch - aber Hauptsache: *billig*. Das berühmte Stereotyp des "indischen Call Center" ist ja schon lange etabliert, aber auch weite entwickelte Jobs gehen dahin: SW-Entwicklung, um nur eines zu nennen.
Etwas zu lernen ist längst kein Garant mehr, einen _guten_ Job zu bekommen. Klar, unterbezahlte Sch.Jobs, die kaum für Miete, Energie und Essen reichen gibt es zuhauf, da kann man auch als Diplomingenieur für 1.200 Brutto brillieren - nur: Indische Löhne und mitteleuropäische Lebenshaltungskosten vertragen sich eben nicht.
Während sich früher Einstieg in die Politik, keine Skrupel, genug kriminelle Energie, dass es auch für einen Massenmörder reichen würde und absolute Rücksichtslosigkeit sehr wohl lohnen kann. Sollten wir das unseren Kindern beibringen? Hätte meine Großmutter sagen müssen: "Lern von den Erfolgsmenschen, lern lügen und betrügen und alle anderen Menschen nur als Erfüllungsgehilfen für eure Ziele zu erfassen, damit was wird aus dir."?
Genau genommen ist 90% des Erfolgs im Leben schlichtes Glück. Nur 10% davon sind Leistung, meist reicht die, den glücklichen Umstand, der zum Erfolg führt zu erkennen und die Gelegenheit nicht zu versemmeln. Aber ob überhaupt eine solche Gelegenheit kommt ist praktisch purer Zufall.