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Artikel: Über Apples Verantwortung gegenüber Fernost

Dieses Thema im Forum "Magazin" wurde erstellt von landplage, 24.02.10.

  1. landplage

    landplage Admin
    AT Administration

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    Die News findet Ihr hier.
     
  2. Macbeth

    Macbeth Braeburn

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    Wenn man den Bericht so liest, klingt das ja sehr bemüht, aber:

    Die Auditors sind keine von Apple unabhängigen Personen!

    Ich bin überzeugt, dass es neben den festgestellten Verstößen gegen den code of conduct ein weit größeres Dunkelfeld gibt.
     
  3. joschijoschi

    joschijoschi Friedberger Bohnapfel

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    Absolut zynisch finde ich die Aussage, dass es einen Zusammenhang zwischen billiger werdenden Apple Produkten und den Verstößen in Fernost gibt. Die Gewinnspannen sind ja immer noch extrem hoch, sodass die billige Produktion sich vor allem in noch höherem Gewinn für Apple niederschlägt.
    Da wäre noch jedem Menge Spielraum für bessere Bezahlung der Arbeiter und günstigere Preise.
    Apple Preis- und Lohnpolitik orientiert sich ausschließlich an der Gewinnmaximierung. Die auferlegten Regeln zur Fairness dienen dem Image der Firma, also auch wieder letztendlich dem Gewinn.
     
  4. philleb

    philleb Wohlschmecker aus Vierlanden

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    Was hat eigentlich Apple direkt mit diesen Verstößen zu tun? Die Fertigungen werden von einer Externen Firma getätigt die Apple beautragt. Was in der Firma abgeht geht zwar Apple was an, aber sie sind nicht Direkt dazu verpflichtet der Firma zu sagen - "Hey, das geht so nicht weiter ihr könnt nicht einfach unsere Produkte unMenschlic so Produzieren lassen."
     
  5. justj

    justj Gala

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    Doch, mittlerweile ist Apple moralisch dazu vepflichtet, den Zulieferern mitzuteilen, wenn die Arbeitsbedingung nicht in Ordnung sind. Sie könnten zur Not, falls ihr bisheriger Partner überhaupt nicht einsichtig ist, den Zulieferer auch wechseln. Nike hatte mit seinen Zulieferern mal sehr große Differenzen, aus genau diesem Grund.
    Der Unterschied ist, dass die Kunden, die bisher Nike Produkte gekauft haben problemlos zu einem anderen Hersteller wechseln können. Bei Apple Produkten ist das leider nicht der Fall.

    Ich persönlich finde, dass Apple noch sehr viel stärker für bessere Arbeitsbedingungen in den Werken der Zulieferer kämpfen sollte. Wenn ich mir ein Laptop für 3.500€ kaufe, dann kann ich eigentlich erwarten, dass alle(!), die an dem Fertigungsprozess beteiligt sind angemessen behandelt und bezahlt werden.
     
    Zeisel gefällt das.
  6. Zeisel

    Zeisel Spätblühender Taffetapfe

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    Das sieht in vielen deutschen Betrieben leider auch nicht mehr viel anders aus... ich denke an den Einzel/Lebensmittelhandel, an Pflegedienste, aber auch an Bahn und Post, an Autowerke und andere Produktionsbetriebe, die ihr Personal entlassen und als Billiglöhner über Drittfirmen wieder einstellen, zu geringen löhnen und schlechten Arbeitsbedingungen und unter Androhung von Werksschließung wenn Politik und Gewerkschaften nicht mitspielen. Man kann das keiner Firma vorwerfen. Wir wollen alle billig und sind dann bestürzt über die Bedingungen der Beschäftigten. Und immer mehr wechseln in unserem Land von bestürzt zu betroffen. Letztlich ist das alles Heuchelei, Firmen wollen, nein, sie müssen Geld verdienen, und wir wollen möglichst viel für unser Geld bekommen. Die schlimmsten Heuschrecken sind die Verbraucher, habe ich vor kurzem in einem Essay gelesen, und ich finde durchaus etwas Wahres daran. Doch auch dem Verbraucher kann man das nicht vorwerfen, besonders dem nicht, der von wenig leben muss und dennoch seinen gesellschaftlichen Status zu wahren sucht.

    Und nun blicken wir nach Fernost und in die USA, beides weit weg. Wir wollen iPhone und iMac und iPod und MacBook und all die anderen schönen Sachen von Apple und das bitte nicht zu teuer... eine Firma wie Apple hat am Ende keine Wahl, muss mit Image und Umsatz jonglieren, ein schmaler Grad, und abstürzen kann man schnell, der Verbraucher kennt kein Mitleid.

    Wer bitte hat da am Ende die Verantwortung? Ja, Apple, aber letztlich doch der Kunde, der Endverbraucher, der Markt, der Apples Handelsspielraum bestimmt und das Verhalten einfordert. Ja, wir Verbraucher müssen gute Arbeitsbedingungen und ökologisches Handeln über lauten Protest und Konsumverhalten einfordern. Das kann jeder: Rufen und (wenngleich nicht ganz so leicht) verzichten. Insofern ist der Artikel am Ende meines Gedanken doch nicht so verkehrt, wie ich an seinem Beginn dachte...
    :innocent:
     
  7. Zeisel

    Zeisel Spätblühender Taffetapfe

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    Doch, genau das sind sie, und das können sie, und das ist eine Frage des Preises, zu dem sie produzieren lassen. Letztlich zahlt auf indirektem Wege Apple die Löhne und sorgt über die Preise auch für Arbeits-, Produktions- und ökologische Bedingungen. Und muss das kontrollieren, wenn sie sich an ihre eigenen Statuten gebunden fühlen.
     
  8. g.v.s

    g.v.s Jerseymac

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    Wenn das die Chinesen lesen

    Die sind froh darüber, dass es Arbeit gibt und jammern selber nicht über die Überstunden. Das sind alleine unsere Vorstellungen worüber die nur unverständnisvoll den Kopf schütteln. So was wie "Antidiskriminierungsrichtlinien" ist dort doch gar nicht interessant!
    •Ich finde es toll wenn iPads, Macbooks und iPhones günstig sind oder günstiger werden.
    • Und ich freue mich darüber wenn heutzutage noch Gewinne erzielt werden.
    Nur die unvorschriftsmäßige Entsorgung des Giftmülls ist wirklich zu kritisieren.
     
  9. joschijoschi

    joschijoschi Friedberger Bohnapfel

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    In den von dir genannten Branchen werden aber auch nicht annähernd solche Margen erzielt. Dort stimmt es teilweise wirklich, dass die Firma pleite geht, wenn sie "fair" bezahlt, eben wegen der Konkurrenz.

    Aber bei Apple ist das anders. Apple Produkte gibt es nur bei Apple und die Gewinnspannen sind enorm.

    Wenn an einem Iphone einige hundert Dollar Gewinn drauf sind, dann kann Apple auf ein paar Dollar verzichten und damit locker bessere Arbeitsbedingungen schaffen.

    Das macht apple aber nicht, weil apple Gewinnmaximierung um jeden Preis will. Dazu gehört das Image, die Werbung, die Preisdifferenzierung und die billige Produktion.
     
  10. adowoMAC

    adowoMAC Ontario

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    Naja der Wille ist da, eine hübsche Hochglanzbroschüre auch. Solange aber von Apple abhängige Auditoren in die Werke geschickt werden, gebe ich keinen Pfennig auf die Ergebnisse dieses Audits.
     
  11. justj

    justj Gala

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    @adowoMAC: Das ist natürlich ein sehr großes Problem, welches du ansprichst. Man kann sich derzeit nie sicher sein, wie es wirklich um die Bedingungen gestellt ist, solange die Beobachter mit dem zu begutachtenden Werk zusammenhängen. Allerdings kann ich mir vorstellen, dass sich viele der Firmen dagegen sperren, Firmenfremde Gutachter auf die Gelände zu lassen. Einerseits, und das wird vorgeschoben werden wegen der vermeintlichen Betriebsgeheimnisse, welche dann bekannt würden. Andererseits, und das ist, denke ich der Hauptgrund, weil die Zustände in dem Werk dann schonungslos offengelegt würden, was zu großer Kritik bei den Verbrauchern führen kann. (Die ja eigentlich erwünscht ist, damit sich die Zustände in den betroffenen Werken ändern.)
     
  12. Matse

    Matse Boskoop

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    "Man sollte sich also Gedanken machen, woher die neuen iPad-Preise und die steten Reduzierungen im ,alten Sortiment‘ kommen. Irgendwo muss dafür immer einer leiden."

    Gilt doch für 3/4 unserer Konsumgüter, ob Apple, Dell, Sony und wie sie alle heissen...

    Und jetzt mal nix für ungut, denkt daran wenn ihr das nächste Mal einen riesen Brocken feinstes Fleisch zum Spotpreis kauft...o_O
     
  13. Bissy

    Bissy Johannes Böttner

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    Sicher dass das die Kurzform ist? Für mich ist das einfach die wörtliche Übersetzung ins Deutsche....
     
  14. Macbeth

    Macbeth Braeburn

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    Aha, du findest Ausbeutung also toll...

    Tut mir leid, aber da geht mir das virtuelle Messer in der Tasche auf.

    OT: Bei Sportschuhen, die ebenfalls in Sweatshops hergestellt werden, entfällt übrigens auf die reinen Herstellungskosten ein verschwindend geringer Anteil. Bei wenigen Euros mehr könnten die ArbeiterInnen von ihrem Lohn gut leben. Ich weiß allerdings nicht, wie die Verhältnisse bei den Elektronik-Produkten sind. Persönlich wäre ich bereit, auch mehr für diese Spielzeuge zu bezahlen, wenn ich die Gewissheit hätte, dass die unmittelbar am Herstellungprozess beteiligten Arbeiter gerecht entlohnt würden. Dass es das - für Elektronik-Produkte - überhaupt nicht gibt, liegt sicher im Ergebnis am Verhalten der Verbraucher, denn Geiz ist geil und Wir können alles außer teuer!!

    Gruß, Oliver
     
  15. Joe

    Joe Akerö

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    Ich habe es schon früher immer wieder gesagt und es ist keine große Weisheit, nur vergessen es viele gern: Apple = Unternehmen = Gewinnmaximierer. Um den Gewinn hoch zu halten, müssen vor allem die Kosten so gering wie möglich bleiben. Das Image der Firma wirkt sich nicht auf den Gewinn selbst, sondern höchstens auf den Umsatz aus. Die Vergangenheit hat gezeigt, das es den Kunden ziemlich egal ist, unter welchen Bedingungen ihre Apple Produkte hergestellt werden. Der Umsatz steigt, der Marktanteil auch - also ist es Apple auch egal.

    Sind nur Tatsachen, keine Meinung, die ich vertrete.

    Überraschenderweise ist man rechtlich zu vielen Dingen nicht verpflichtet, aber moralisch. Apple ist einer der größten Kunden bei seinen Fertigungsunternehmen, wenn nicht sogar der größte. Also haben sie auch viel Macht und könnten diese nutzen, für faire Arbeitsbedingungen zu sorgen.

    Da es sich hier aber leider um knallharte Geschäfte handelt, kann eigentlich nur Apple hingehen und seine Gewinnspanne zu Gunsten der Arbeitskräfte im eigenen Interesse aufwenden. Foxconn und wie sie alle heißen interessiert das nicht einen Deut, sie müssen sich um ihren Abnehmer, ganz zu schweigen der rechtlichen Arbeitsbedingungen in ihrem Land keine Sorgen machen...
     
  16. justj

    justj Gala

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    Aus genau diesem Grunde wirbt Saturn in Deutschland nicht mehr mit dem diesem Slogan. Er hatte kurz bevor zu dem neuen Slogan: 'Wir lieben Technik! Wir hassen teuer!' gewechselt wurde eine heftige Debatte über das Konsumverhalten in Deutschland hervorgerufen. Der neue Slogan bedeutet für mich aber in etwa das gleiche, nur wird es nicht ganz so krass dargestellt. Der Wechsel im Marketing wird sich leider nicht auf den Druck ausgewirkt haben, mit dem Saturn seine Zulieferer behandelt, und diese geben den Preisdruck an ihre Zulieferer weiter, um noch auf dem Markt bestehen zu können.

    Apple ist da meiner Meinung nach in einer anderen Situation: Sie sind auf ihrem Gebiet eindeutig Monopolisten, können also die Preise mehr oder minder diktieren. Das tun sie auch, denn wenn es mehrere Hersteller gäbe, würde die Preise schnell sinken. Also kann Apple imho um einiges besser für bessere Zustände bei den Zulieferern sorgen. Das bedeutet nicht, dass ich das Verhalten andere Großkonzerne ihren Zulieferern gegenüber in Ordnung finde.
     
  17. tim-maximilian

    tim-maximilian Prinzenapfel

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    Ganz ehrlich...

    Das ist mir so etwas von egal!

    Solange mein Arsch im trockenen sitzt bin ich glücklich. :)

    Die Welt ist nun einmal kapitalistisch und alles was die mehr an Wohlstand haben, wird sich auf die Welt mit
    1. mehr Kommunismus verbreiten &
    2. den Ölpreis weiter nach oben treiben.

    ^^Genauso wie mit dem Spenden: Ich gebe mein Geld ab an beispielweise Einwohner eines armens Landes.
    Diese bekommen nun mehr Wohlstand, und was passiert?

    Der Preis für Schweinebäuche steigt, weil die Familie nun mehr Geld für essen und höherwertige Nahrung hat.

    Alles was uns an Wohlstand verloren geht, schafft woanders welchen. :-c

    Bezüglich Apple: Das ist mir egal, weil ich mich schon auf mein günstiges iPad freue. :)

    So nun euch alles viel Spaß beim negativ Voten für meinen Beitrag. :p

    ___________
    ^^Das ganze kann man auch an aktuellen Zahlen und wirtschaftlichen Beispielen sehen: Nokia (etc.) , Ostblockaufschwung. :p
     
    .pq gefällt das.
  18. nagel96

    nagel96 Weigelts Zinszahler (Rotfranch)

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    ich hab mal gelesen, dass die Chinesen meist nur bei einer Firma arbeiten, und dieser treu sind und zu ihr halten. Und dass es ihnen selber und der Firma gut geht, machen die freiwillig Überstunden.
     
  19. justj

    justj Gala

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    Nokia ist mit seinem Werk in Rumänien gewaltig auf die Nase gefallen. Nicht immer sind niedriege Löhne alles...

    Das eigentlich bei den Japanern üblich. Die haben eine sehr hohe Identifikation mit ihrem Arbeitgeber. Bei den Chinesen ist das meines Wissens nach nicht so ausgeprägt.
     
  20. TheFuror

    TheFuror Zuccalmaglios Renette

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    Selten sowas egoistisches gelesen :mad: Leider gibts von deiner Sorte immer mehr o_O
     

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