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App-Abos in der Krise: Warum viele Nutzende schon am ersten Tag kündigen

In einer globalisierten Welt, wie der des Jahres 2026, versuchen Staaten und Unternehmen mittels Steuern/Zöllen, von Konsumsteuern bis Marktregulierungssteuern/-zöllen, ihre nationalen, wirtschaftlichen Interessen zu sichern. Wir erleben jedoch, dass dieses Konzept anachronistisch ist, allein schon, weil eine digitale Welt keine physischen Grenzen kennt.

Das obige Beispiel hinsichtlich eines -maximal- denkbaren Vermögensvorteils durch eine transnational erworbene Dienstleistung zeigt, die unpassend der physische Betrugstatbestand für digitales ist. Hier wird tradiertes Recht durch Zeitablauf überholt... wie auch die §§175 und 218!

Auch wenn ich grundsätzlich, ohne den moralischen Zeigefinger zu heben, auch der Meinung bin, dass der Bezug von bspw. Software über das Ausland zu einem signifikant niedrigerem Preis auf Grund von Kaufkraftunterschieden mindestens eine Grauzone ist, sehe ich gerade in der oft auf den physischen Markt ausgelegten Rechtsprechung den Nachholbedarf.

Moralisch möchte ich das Ganze gar nicht bewerten, das darf bitte jeder für sich entscheiden. Hier treffen schlichtweg unterschiedliche Interessen und bei euch unterschiedliche moralische Kompasse aufeinander.

Einerseits kann man argumentieren, dass man ggf. gerade kleinen Entwicklern (um beim Softwarebeispiel zu bleiben) schadet, wenn man immer nur den kleinstmöglichen Preis bezahlt. Andererseits sehen wir auch gerade bei den großen Unternehmen (gerade im Tech und Unterhaltungsbereich), wie sie jede Gesetzeslücke und jede sonstige Möglichkeit wahrnehmen um ihre Kosten "zu optimieren".

Die komplette Techindustrie (und auch so gut wie jede andere Industrie) produziert doch auch nicht in Fernost, weil es dort besonders gut gemacht wird, sondern u.a. weil die Personalkosten dort erheblich geringer sind.

Dementsprechend halte ich es auch nicht so für fragwürdig, wenn auch wir Konsumenten den globalen Handel nutzen. Es fehlt natürlich eine klare Gesetzgebung, die das regelt, aber dazu müssten ja alle Staaten miteinander etwas aushandeln. Solange das nicht passiert, bleibt es eben eine Grauzone.

Zu dem rechtlichen Aspekt: Wenn man ein VPN nutzt oder eine falsche Adresse angibt, um bspw. Netflix aus Brasilien zu kaufen, ist das höchstens ein Verstoss gegen die Nutzungsbedingungen von Netflix. Steuern richtig zu erheben ist das Problem von Netflix, nicht vom Kunden. Wenn der Kunde falsche Angaben macht, ist das natürlich ein Grund für den Anbieter den Vertrag zu kündigen, aber kein Strafrechtliches Problem für den Kunden in Deutschland. Zivilrechtlich könnte ein Netflix selbstverständlich dagegen vorgehen.
 
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