Ich bin ein absoluter Freund des E Antriebs. Lange Zeit habe ich davon nichts gehalten, weil ich keine Ahnung hatte. Dann wurde die Flotte meines Arbeitgebers langsam auf E umgestellt, das Gemaule war groß, habe mich nach reiflicher Überlegung freiwillig zu einem früheren Umstieg entschieden.
Diese Ruhe im Auto ist fantastisch, der eine Gang einfach stark, das Auto gleitet dahin, keine Schaltlöcher, kein Ruckeln, kein Geruch, außer man lässt einen fahren

, und dazu diese pure Kraft. Sie ist einfach direkt da. Die 204 PS des Kona sind für eine Achse zwar zu viel, aber die 395 NM schmecken hier und da natürlich ordentlich. Und im Winter ist das Auto dermaßen schnell warm, das dauert in der Regel 1-2 Minuten bis es richtig muckelig ist.
Erst hatte ich meine Zweifel, früher liefen die Fahrten gen Süden so ab. Müssen gleich tanken, dann können wir alle auch direkt mal aufs stille Örtchen und was essen. Also gab es immer so eine Art Boxenstop. Tanken, auf den Parkplatz, alle zum Örtchen, essen und sobald alle fertig waren ging es direkt weiter. Unten angekommen war ich dann auch immer dementsprechend froh angekommen zu sein, was zu essen zu bekommen und am ersten Abend ins Bett zu fallen.
Unsere erste Fahrt nach Österreich war ein Traum, die erste Ladepause nach 350 Kilometern, start mit 100%, Auto mit 25% angeschlossen, 35 Minuten bis 80% wurden angezeigt. Also ganz entspannt zum Örtchen, ganz entspannt gegessen und dann noch 15 Minuten die Beine vertreten, etwas chillen, bisschen durch die Gegend gucken etc. Nach weiteren 300 Kilometern und knapp 20% die zweite Ladepause, gleicher Ablauf, um dann mit 160 Kilometern Rest auf der Uhr in Österreich angekommen.
Und was soll ich sagen? Ich hatte nach dieser Fahrt das Gefühl wir waren zu Hause ne Stunde einkaufen. Ich war topfit und hätte direkt eine Wandertour machen können.
Natürlich hätte man solche Pausen auch mit einem Benziner machen können, aber was soll ich sagen, haben wir nicht.
Kommen wir mal zu den allgemeinen Dingen zu dem Thema. Es gibt immer noch zu wenig Ladepunkte. Hier in unserem Stadtteil hat man im Sommer 2 Ladepunkte installiert, für 7500 Einwohner und dann war man bei der Stadt Duisburg so gut dabei, dass man 3 Stunden Ladezeit ermöglicht, bei 11 KW Ladepower. Nun kann man dich ausrechnen wie weit mich das bringt. Mein Auto hat eine 64 KW Batterie und ich kann in drei Stunden 33 KW laden, also sprich rund 52% der Batterie laden. Das hat halt nichts mit der Praxis zu tun.
Ich habe hier bereits mit den Stadtwerken geschrieben und erklärt, dass das keinen Sinn macht. Antwort war, es würde viele geben, welche die Säulen den ganzen Tag blockieren. Die Städte im Umkreis haben entweder keine Begrenzung an den Säulen oder zumindest mal 4 Stunden. Ich sollte mich an die Stadt wenden, seit Ende Oktober von dort keine Antwort.
Mein Ansatz: Für die Auto, welche die Säulen blockieren, einfach die Blockiergebühr so anpassen, dass das keiner mehr länger stehen lässt.
Seitem die 3 Std an der Säule stehen, das war 3 Monate nicht der Fall, sind die beiden Punkte für mich nur punktuell eine Lösung, ansonsten bin ich wieder zu meinem alten Muster zurück und lade bei meinen Kunden an der Schnellladesäule.
Was mich zum nächsten Punkt bringt, nicht jeder kann zu Hause laden, nicht jeder kann bei seinen Kunden laden, ein E Auto passt bisher nicht in jedes Leben, dafür fehlt es an Infrastruktur und diese bekommen wir auch erstmal nicht in der Form hin das alle ein E Auto fahren können. Das dauert noch einige Jahre, vielleicht gar Jahrzehnte.
E Autos sind auch noch nicht zu allem in der Lage, fahren meine Frau und ich meine Eltern in den Urlaub, fahren entspannt von Duisburg mit 100% Ladung nach Haarlesiel dann sind beim Start 500 KM auf der Uhr und wenn wir dann nach 270 Kilometern mit 4 Leuten und voller Beladung ankommen, dann kommen wir zwischen 80-100 Kilometern Rest an. Fahren wir zu zweit mit 100% aus dem Harz nach Hause, dann fahre ich ohne zu laden 380 KM nach Hause und habe noch 110 Kilometer Rest auf der Uhr.
Will heißen, die Energie, welche ein E Auto braucht, ist bei Zuladung ne andere Hausnummer, einen Wohnwagen ziehen oder einen Anhänger ist für ein E Auto dann schon eine Aufgabe.
Da die Anzahl der E Autos immer mehr wird, die Ladepunkte nicht Schritt halten können, haben wir dieses Jahr das erste Mal ein paar Minuten anstehen müssen um laden zu können, als wir in den Urlaub gefahren sind.
Die Nutzung der Energie ist eine andere, ein E Auto nutzt um die 80% der Energie die zugeführt wird. Ein Verbrenner um die 25-30%. Das heißt, wenn man privat für 5 Euro für 100 KM lädt, dann nutzt man hiervon um die 4 Euro. Tankt man hier z.B. für 14 Euro für 100 KM dann sind hier quasi 10 Euro für die Tonne. Man nutzt zwar rechnerisch auch die 4 Euro, nur verliert man auf 100 KM halt nicht 1 Euro sondern 9 Euro. Allerdings kosten brauchbare E Autos immer noch zu viel um die Rechnung am Ende aufgehen zu lassen. Hier liegen teilweise 15-20k zwischen brauchbaren Benzinern und brauchbaren E Autos.