In den USA startet ein Programm zur Rückerstattung illegal erhobener Zölle.
Für Apple bedeutet das aber: Geld zurück frühestens im Sommer 2026.
Die US-Zoll- und Grenzschutzbehörde Customs and Border Protection (CBP) bereitet derzeit Rückzahlungen für Unternehmen vor, die von den sogenannten reziproken Zöllen der Trump-Regierung betroffen waren. Apple hat nach aktuellem Stand bereits 3,2 Milliarden US‑Dollar (rund 3,0 Milliarden Euro) an entsprechenden Abgaben gezahlt und dürfte dieses Geld frühestens im Juli 2026 teilweise zurückerhalten.
Grundlage der Zölle war der International Emergency Economic Powers Act (IEEPA). CBP hat nun ein Programm zur Erstattung eines Teils dieser Einfuhrabgaben gestartet,
das unter dem Namen „Konsolidierte Verwaltung und Bearbeitung von Eintragungen“ (Consolidated Administration and Processing of Entries, CAPE) läuft.
CAPE ist freiwillig. Importeur:innen der Aufzeichnungen (Importers of Record, IORs) sowie Zollagent:innen müssen aktiv über das ACE‑Portal der Zollbehörde einen Antrag stellen, um Rückzahlungen zu erhalten. Der Prozess ist nach Angaben der Behörde recht aufwendig
und an detaillierte Vorgaben gebunden.
Das Programm wird schrittweise eingeführt. Phase 1 startete am 20. April und richtet sich zunächst an bestimmte noch nicht abschließend veranlagte Einfuhren
sowie an Einfuhren, deren Veranlagung in weniger als 80 Tagen ansteht. Apple gehört zu den Unternehmen mit noch nicht „liquidierten“ Eintragungen
und fällt damit in diesen Rahmen.
Laut CBP werden Erstattungen in der Regel innerhalb von zwei bis drei Monaten ausgezahlt, sofern alle Unterlagen vollständig sind und keine zusätzliche Prüfung erforderlich ist.
Apple war von den Zöllen in besonderem Maße betroffen. Innerhalb eines Jahres summierten sich die zusätzlichen Abgaben auf über
3,2 Milliarden US‑Dollar (rund 3,0 Milliarden Euro).
Als die IEEPA‑Zölle im April eingeführt wurden, fielen sie deutlich höher aus als erwartet. Waren aus China wurden mit einem Zollsatz von 34 Prozent belegt.
Für Apple bedeutete das, dass rund 40 Prozent der eigenen Produkte von dieser Abgabe betroffen waren. Diese Zölle waren jedoch nicht die einzigen zusätzlichen Kosten.
Auf Importe von wichtigen Zulieferländern musste Apple weitere Abgaben zahlen: 26 Prozent auf Waren aus Indien, 46 Prozent aus Vietnam, 36 Prozent aus Thailand,
25 Prozent aus Malaysia und 32 Prozent aus Taiwan.
Selbst eine stärkere Verlagerung der Fertigung in die USA hätte die Kosten nicht vollständig aufgefangen. Prozessoren von TSMC, die in Arizona gefertigt werden,
wären zwar zollfrei eingeführt worden, die dafür nötigen Komponenten aus dem Ausland hätten aber weiterhin Einfuhrabgaben ausgelöst.
Im Februar 2026 entschied der Oberste Gerichtshof der USA, dass die reziproken Zölle rechtswidrig eingeführt worden waren.
Daraufhin setzte der Präsident andere Zölle in Kraft, die jedoch deutlich niedriger ausfallen als die aufgehobenen Maßnahmen.
Auch wenn CBP davon ausgeht, dass das CAPE‑Programm ohne größere Probleme läuft, bringt das Apple kurzfristig wenig. Die Rückzahlungen werden weder rechtzeitig
zum Ergebnisbericht am 30. April noch voraussichtlich vor dem Ende des nächsten Geschäftsquartals Ende Juni zur Verfügung stehen.
Apple wird zudem nicht die kompletten 3,2 Milliarden US‑Dollar (rund 3,0 Milliarden Euro) zurückerhalten. Unter Berücksichtigung der Beträge, die vor dem Urteil
des Supreme Court gezahlt wurden und nicht erstattet werden, dürfte Apple aber rund 2,5 Milliarden US‑Dollar (rund 2,3 Milliarden Euro) über CAPE zurückbekommen.
Via: https://appleinsider.com
Titelbild KI (Zur Illustration)
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