Kategorien: News

Wikipedia wird 25: Kostenloses Online-Lexikon mit 7 Milliarden monatlichen Besuchen

Wikipedia feiert seinen 25. Geburtstag und ist heute eines der wichtigsten Nachschlagewerke im Netz. Das freie, gemeinschaftlich gepflegte Online-Lexikon gehört inzwischen zu den meistbesuchten Webseiten der Welt.

Vom ersten „Hallo, Welt!“ zum globalen Nachschlagewerk

Wikipedia wurde 2001 gegründet und hat klassische Nachschlagewerke wie die Encyclopædia Britannica oder Microsoft Encarta weitgehend abgelöst. Die Plattform basiert auf Beiträgen von Freiwilligen und ist kostenfrei zugänglich. Inzwischen belegt Wikipedia Platz sieben der weltweit meistbesuchten Webseiten, verzeichnet über sieben Millionen englischsprachige Artikel und rund sieben Milliarden monatliche Besuche. Unter den großen Seiten im Netz ist Wikipedia damit die erfolgreichste nicht-kommerzielle Plattform, die weder soziales Netzwerk noch Suchmaschine ist.

Der erste Eintrag auf Wikipedia war programmiererfahrenen Nutzer:innen vertraut: eine computer-rituell betitelte Seite namens „Hallo, Welt!“. Sie begann mit dem Satz „Das ist die neue Wikipedia!“, der eher unbeholfen optimistisch wirkte. Mitbegründer Jimmy Wales, früher als Finanzhändler tätig und bis heute das Gesicht von Wikipedia, legte diesen ersten Bearbeitungsschritt an. Sein Mitbegründer Larry Sanger ist deutlich weniger bekannt.

Eine besondere Randnotiz: Die ursprüngliche „Hallo, Welt!“-Seite wurde 2021 als nicht austauschbarer Token (NFT) nachgebildet und erzielte bei einer Auktion 750.000 US‑Dollar (rund 690.000 Euro). Dieses digitale Abbild des Beginns von Wikipedia unterstreicht, welche symbolische Bedeutung der Start des Projekts inzwischen hat.

Ein erster Eintrag auf einem frühen iMac

Für Hardware-Fans ist ein weiteres Detail interessant: Wales tippte den ersten Wikipedia-Eintrag an einem klobigen All-in-One-Apple-iMac jener Zeit. Dieser frühe iMac mit seinem durchsichtig wirkenden, bonbonfarbenen Gehäuse war das erste große Produkt unter der zurückgekehrten Führung von Steve Jobs. Gleichzeitig setzte er Maßstäbe: Der Rechner etablierte USB-Anschlüsse im Massenmarkt und trug entscheidend dazu bei, das Diskettenlaufwerk zu verdrängen.

Mit diesem Setup entstand also der erste, noch sehr einfache Wikipedia-Beitrag – ein symbolischer Startpunkt für ein Projekt, das sich in den folgenden Jahren grundlegend wandeln sollte.

Vom Misstrauen zur etablierten Referenz

Am Anfang wirkte Wikipedia amateurhaft, und es dauerte, bis sich die Plattform als seriöse Informationsquelle etablieren konnte. Kritiker:innen störten sich vor allem daran, dass „jede:r sie bearbeiten kann“. Daraus leiteten sie grundlegende Zweifel an der Zuverlässigkeit der Einträge ab. Auch später, als das Projekt stark gewachsen war, gab es immer wieder Probleme mit Vandalismus und sogenannten Bearbeitungskriegen.

Wie jede von Menschen gepflegte Wissenssammlung blieb auch Wikipedia nicht frei von Verzerrungen. Alle Beitragenden bringen ihre persönlichen Ansichten, Weltbilder, politischen Haltungen und andere Prägungen ein. In manchen Themenbereichen führten diese Perspektiven zu Konflikten. Zusätzlich sorgte das Fehlen einer klassischen Chefredaktion, eines formalen Faktenprüfungsprozesses und ähnlicher Strukturen lange für Kritik.

In der Mitte bis späten 2000er-Jahre begann sich Wikipedia jedoch schrittweise zu professionalisieren. Strukturelle Änderungen stärkten den Ruf und den Referenzwert der inzwischen riesigen Wissensbasis. Die Seite wirkte weniger wie ein völlig offenes Experiment, und Untersuchungen zeigten, dass die Genauigkeit vieler Artikel nicht weit von etablierten Werken wie der Britannica entfernt war.

Ab den 2010er-Jahren wurde Wikipedia zunehmend als vertrauenswürdige Quelle wahrgenommen. Der Dienst ist seit Langem in Google integriert und dient dort als eine der wichtigsten Grundlagen für den sogenannten Wissensgraphen. Heute ist Wikipedia die bedeutendste nicht-kommerzielle Webseite, die weder Suchmaschine noch soziales Netzwerk ist. Zudem ist das Lexikon längst kein englischsprachiges Projekt mehr: Mittlerweile existieren Ausgaben in 342 Sprachen.

Damit hat sich Wikipedia in 25 Jahren von einem einfachen „Hallo, Welt!“ zu einem globalen Standardwerk entwickelt, das Ihr vermutlich täglich – oft unbewusst – nutzt.

Via: https://www.tomshardware.com
Titel: Screenshot

Den Beitrag in unserem Forum kommentieren

Michael Reimann

Neueste Artikel

Wasser über dem Mac verschüttet? Das solltet Ihr jetzt tun

Ein Flüssigkeitsschaden kann auch dann noch entstehen, wenn die Oberfläche längst trocken ist. Schaltet Euren Mac deshalb sofort aus und…

4. November 2026

iOS 27.3 bringt neue Siri-Funktionen und eine überarbeitete Health-App

Apple hat mit dem Test von iOS 27.3 begonnen. Das Update ergänzt neue Funktionen für Safari, Siri und die Health-App…

4. November 2026

Fitness-KI erstellt Trainingspläne – was sie leisten kann und wo ihre Grenzen liegen

Apple Fitness+ soll mit Gym Strength individuelle Kraftpläne fürs Fitnessstudio anbieten. Zugleich zeigen Gesundheitsberichte, dass gezielte Gewichtsabnahme das Risiko für…

4. November 2026

Siri wird zur Entwicklerplattform – Apple Watch sorgt für Datenschutzfragen

Apple öffnet Siri AI für Entwickler:innen. Zugleich rücken neue KI-Funktionen für die Apple Watch in den Blick, weil sie auf…

4. November 2026

Apple Angebote des Tages – 04.11.2026

Die 10 stärksten Apple-Angebote am 04.11.2026 im Überblick — darunter 3 neue Bestpreise.

4. November 2026

WhatsApp schlägt auf Android und iOS aktuelle Medien vor

WhatsApp führt eine Funktion ein, die Euch beim Öffnen eines Chats aktuelle Fotos und Videos aus der Galerie vorschlägt. Der…

4. November 2026

Diese Website benutzt Cookies um Ihr Nutzererlebnis zu verbessern. Wenn Sie diese Website weiter nutzen, gehen wir von Ihrem Einverständnis aus.

Mehr lesen