Umwelt via Apple Pressemitteilung https://www.apple.com/de/newsroom/2021/10/apple-charges-forward-to-2030-carbon-neutral-goal-adding-9-gigawatts-of-clean-power-and-doubling-supplier-commitments/
KI-Funktionen ziehen in immer mehr Geräte und Dienste ein – von iOS und Mac bis zur Krebsmedizin. Doch die dafür nötige Recheninfrastruktur hat ihren eigenen ökologischen Fußabdruck.
Ihr nutzt iCloud, Siri oder KI-Apps täglich, ohne zu sehen, welche Energiepolitik dahintersteht. Ein Blick auf aktuelle Entwicklungen zeigt, wie komplex das Thema geworden ist.
Meta ist aus der internationalen Ökostrom-Initiative RE100 ausgestiegen. Die Initiative soll große Unternehmen beim Umstieg auf erneuerbare Energien unterstützen. Stattdessen setzt Meta zunehmend auf erdgasbetriebene Kraftwerke, die eigene Rechenzentren versorgen. Seit dem vergangenen Jahr hat der Konzern sich zu zehn Gaskraftwerken verpflichtet.
Für Euch als Nutzer:innen heißt das: Hinter sozialen Netzwerken, KI-Funktionen und Cloud-Diensten können Rechenzentren stehen, die nicht vollständig mit erneuerbarer Energie betrieben werden. Die Entscheidung von Meta macht sichtbar, wie abhängig digitale Dienste von der Energiepolitik einzelner Unternehmen sind. Während die Nutzung für Euch bequem und unsichtbar bleibt, entstehen CO₂-Emissionen vor allem dort, wo Rechenzentren Strom und Kühlung benötigen.
Auch Apple-Dienste wie iCloud, Siri oder KI-Funktionen in iOS und macOS laufen letztlich auf Servern. Wie klimafreundlich diese Infrastruktur arbeitet, hängt von Standort, Energieverträgen und Effizienz der Rechenzentren ab. Viele Anbieter kommunizieren ihre Strategien nur in Nachhaltigkeitsberichten, die im Alltag kaum jemand liest.
In Deutschland entsteht parallel eine andere Art von KI-Infrastruktur: Für die Krebsmedizin wurde in Erlangen ein KI-Zentrum mit einem Volumen von 56 Millionen Euro aufgebaut. Weitere Zentren, Robotik in der Chirurgie und ein erweitertes Lungenkrebsscreening verändern die Onkologie grundlegend. Künstliche Intelligenz hilft, Diagnosen zu präzisieren und Operationen planbarer zu machen, regionale Zentren sollen die Versorgung wohnortnah stärken.
Auch diese medizinischen KI-Anwendungen benötigen leistungsfähige Rechenzentren. Trainingsläufe und Auswertung großer Bilddatenmengen verbrauchen viel Energie und verursachen CO₂. Gleichzeitig steht hier ein klarer gesellschaftlicher Nutzen im Vordergrund: bessere Diagnostik, gezieltere Therapien und potenziell bessere Überlebenschancen für Patient:innen.
Die Abwägung ist damit nicht nur technisch, sondern auch ethisch: Wo verursachen KI-Workloads vermeidbare Emissionen, wo rechtfertigt der medizinische Fortschritt den hohen Energiebedarf? Für die einzelnen Nutzer:innen im Gesundheitswesen ist das kaum transparent, zumal sie sich die dahinterliegenden Infrastrukturen nicht aussuchen können.
Im Apple-Ökosystem wächst der KI-Bedarf durch neue Funktionen auf iPhone, iPad, Mac und Apple Watch. Apple arbeitet an umfangreichen KI-Updates für iOS, die mit Version 27 noch stärker integriert werden sollen. Bereits heute zeigen die M4- und M5-Prozessoren im Mac, wie viel lokale KI-Verarbeitung möglich ist. In Tests bewältigt etwa ein M4 Max komplexe Videoeffekte mit mehreren Ebenen, während frühere M3-Pro-Modelle an ihre Grenzen stoßen.
Für Euch bietet On-Device-KI zwei Vorteile: Zum einen verbleiben Daten direkt auf dem Gerät, was den Bedarf an Rechenzentrumsleistung reduziert. Zum anderen sinkt die Abhängigkeit von der Energiepolitik externer Cloud-Anbieter – zumindest für Aufgaben, die lokal erledigt werden können. Je mehr KI-Berechnungen Ihr auf einem aktuellen Mac, iPhone oder einer Apple Watch mit effizienter Hardware ausführt, desto geringer fällt der zusätzliche Cloud-Anteil aus.
Den eigenen „KI-Fußabdruck“ könnt Ihr grob abschätzen, indem Ihr Euch drei Fragen stellt: Wie viele datenintensive Cloud-Dienste nutzt Ihr regelmäßig? Wie oft laufen KI-Funktionen auf Servern statt lokal? Und welche Anbieter wählt Ihr aus? Wer verstärkt auf On-Device-Funktionen setzt, Daten bewusst reduziert und Cloud-Dienste mit transparenter Energie-Strategie bevorzugt, kann den indirekten CO₂-Ausstoß zumindest beeinflussen – auch wenn die volle Ökobilanz der Rechenzentren meist im Dunkeln bleibt.
Via: www.engadget.com · www.ad-hoc-news.de · www.ad-hoc-news.de
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