https://commons.wikimedia.org/wiki/File:NeXT_Cube_(Little_Apple_Museum)_(8032168901).jpg
Am 20. Dezember 1996 kaufte Apple die Computerfirma NeXT, die Steve Jobs nach seinem Abschied aus Cupertino gegründet hatte. Der Deal brachte nicht nur neue Software, sondern auch Jobs selbst zurück zu Apple.
Apple zahlte für NeXT 429 Millionen US‑Dollar (rund 400 Millionen Euro). Das war viel Geld für ein Unternehmen, dessen Hardwaregeschäft bereits gescheitert war. Aus Apples Sicht lohnte sich der Preis vor allem wegen eines zentralen Bestandteils der Übernahme: der Rückkehr von Steve Jobs.
Jobs war nicht einfach ein Teil des Pakets, sondern ein entscheidender Faktor des Deals. Apples damaliger Vorstandschef Gil Amelio sagte dazu, er kaufe nicht nur Software, sondern Steve Jobs. Im Rahmen der Übernahme erhielt Jobs 1,5 Millionen Apple‑Aktien.
Ursprünglich war nicht geplant, ihn zum neuen Vorstandschef zu machen. Amelio ging offenbar davon aus, Jobs als kreative Kraft begrenzen zu können. Er stellte sich vor, das Unternehmen weiter selbst zu führen und Jobs bei Bedarf öffentlich auftreten zu lassen. Weniger als ein Jahr nach der NeXT‑Übernahme verließ Amelio Apple, und Jobs übernahm den Posten als Vorstandschef.
Einer der Knackpunkte bei den Verhandlungen war, dass Jobs sich nicht für einen festen Zeitraum an Cupertino binden wollte. Dabei ging es vor allem um seine Rolle bei Pixar, dem Animationsstudio, das ihn ein Jahr zuvor zum Milliardär gemacht hatte. Diese Frage verzögerte die offizielle Bekanntgabe des Deals, obwohl viele Reporter:innen die Übernahme bereits erwarteten.
Am Ende arbeitete Jobs, wie heute bekannt, bis zu seinem Tod für Apple. Zunächst setzte er sich jedoch durch, indem er nur als „informeller Berater“ ohne Vertrag zu Apple zurückkehrte.
Rückblickend markiert Jobs’ Rückkehr den Beginn eines bemerkenswerten Comebacks, doch 1996 war der Erfolg alles andere als sicher. Apple schrieb hohe Verluste und steuerte auf eine mögliche Insolvenz zu.
1992 lag die Apple‑Aktie noch bei 60 US‑Dollar (rund 56 Euro). Bis 1996 war der Kurs auf 17 US‑Dollar (rund 16 Euro) gefallen – und das mitten in einer Phase, in der viele Tech‑Unternehmen ihre Börsenwerte stark steigern konnten, oft ohne entsprechende Gewinne.
Jobs glaubte dennoch, einige aus seiner Sicht gravierende Fehlentscheidungen von Apple korrigieren zu können, etwa die problematische Lizenzierung von Mac‑Klonsystemen. Nach außen galt er zu diesem Zeitpunkt allerdings als Visionär, der mit NeXT gescheitert war. Wäre Pixars Toy Story nicht so erfolgreich gewesen, hätte auch dieses Engagement als Misserfolg enden können.
Trotzdem war 1996 jede positive Nachricht rund um Apple willkommen – und die Rückkehr des verbannten Mitgründers bot genug Anlass für verhaltenen Optimismus.
Apple bekam mit der NeXT‑Übernahme nicht nur Steve Jobs. Die Rückkehr trug zwar dazu bei, den Aktienkurs anzuheben, doch auch die übernommenen Mitarbeiter:innen spielten eine wichtige Rolle. Eine Schlüsselfigur ist Craig Federighi, heute Senior Vice President für Softwareentwicklung bei Apple, der – mit einer Unterbrechung zwischen 1999 und 2009 – bis heute in Cupertino arbeitet.
Besonders wichtig war zudem das Betriebssystem NeXTSTEP, damals unter dem Namen OpenStep. Da NeXT keine eigene Hardware mehr herstellte, benötigte das Unternehmen kein eigenes proprietäres System mehr.
Apple suchte dringend nach einem neuen Betriebssystem, nachdem das eigene Projekt Copland gescheitert war. Dieses als nächste Generation gedachte System kam nie über eine Betaversion hinaus, die nur an rund 50 Mac‑Entwickler:innen verteilt wurde.
OpenStep war ein objektorientiertes, multitaskingfähiges Betriebssystem auf Unix‑Basis. Es bildete später die Grundlage für Mac OS X und das heutige macOS. Die Bedeutung dieses Teils des Deals wurde erst einige Jahre später wirklich klar, als Apple 1999 Mac OS X Server 1.0 veröffentlichte. Die Version für Endanwender:innen, Mac OS X, folgte 2001.
Erinnert ihr euch noch an Steve Jobs’ Rückkehr zu Apple nach der NeXT‑Übernahme? Schreibt eure Erinnerungen gern in die Kommentare.
Via: https://www.cultofmac.com
Titelbild: Wikimedia
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