Wenn Tim Cook als CEO von Apple zurücktritt, steht das Unternehmen vor einer wichtigen Entscheidung. Mehrere hochkarätige Kandidat:innen aus internen Reihen gelten als mögliche Nachfolger:innen. Der Zeitpunkt von Cooks Rücktritt und die Entwicklung der internen Führung spielen bei der Auswahl eine entscheidende Rolle.
Interne Nachfolge als Tradition bei Apple
Apple setzt auf eine langjährige Tradition: Die meisten CEO-Positionen werden aus den eigenen Reihen besetzt. Der bisher als Favorit gehandelte Chief Operating Officer Jeff Williams hat seinen Rückzug angekündigt. Dennoch bleibt der Fokus auf internen Führungskräften, da der Markt an externen Kandidat:innen mit passender Qualifikation begrenzt ist. Darüber hinaus bringen externe Führungskräfte häufig signifikante Veränderungen in die Unternehmenskultur ein. Viele aktuelle Apple-Manager:innen haben jedoch schon maßgeblichen Einfluss auf das Unternehmen genommen. Es gibt starke Hinweise darauf, dass der Nachfolgeprozess bereits intern entschieden wurde. Bis zur offiziellen Bekanntgabe stehen drei Personen besonders im Rampenlicht.
Kandidaten: Federighi, Ternus und Joswiak
Craig Federighi, Senior Vice President of Software Engineering, leitet die Softwareentwicklung inklusive iOS und macOS. Seine Erfahrung aus seiner Zeit bei NeXT und als CTO von Ariba macht ihn vielseitig qualifiziert. Seine Rolle als Gesicht des Bereichs Apple Intelligence erhöht sein Profil zusätzlich. Federighi ist derzeit 56 Jahre alt. Sein Alter kann ein zweischneidiges Schwert sein: große Erfahrung, aber möglicherweise eine kürzere Amtszeit als CEO.
John Ternus verantwortet als Senior Vice President of Hardware Engineering die Hardwareentwicklung. Er leitet die Hardware-Innovationen, beispielsweise die erfolgreiche Einführung der AirPods oder den Umstieg von Intel auf Apple Silicon. Seine Übernahme des Robotics Teams unterstreicht seine Vielseitigkeit. Mit 50 Jahren ist Ternus der jüngste der drei Top-Kandidaten.
Greg Joswiak, 61 Jahre alt, ist Senior Vice President of Worldwide Marketing. Über Jahre hinweg hat er neue iPhone-Modelle vorgestellt. Anders als Federighi oder Ternus war Joswiak nicht direkt für Hardware- oder Softwareentwicklung verantwortlich, besitzt jedoch einen umfassenden Überblick und tiefe Erfahrung im Umgang mit Entwickler:innen und Partner:innen.
Weitere Führungskräfte als Optionen
Sabih Khan, bisher im Unternehmen seit 1995, tritt das Amt des Chief Operating Officer an. Er besitzt zwar ein geringeres öffentliches Profil, ist aber durch seine operative Erfahrung ein ernstzunehmender Kandidat. Auch Eddy Cue, Kopf der stetig wachsenden Sparte Apple Services, und Deirdre O’Brien, Senior Vice President of Retail and People und langjährige Apple-Mitarbeiterin, gehören zum erweiterten Kandidat:innenkreis. Apple bevorzugt weiterhin eigene Führungspersönlichkeiten, um Wissenstransfer und Kontinuität in Strategie und Prozessen zu sichern. Ein Wechsel an der Unternehmensspitze ist mit erheblichen Anforderungen verbunden. Die erfolgreiche Einarbeitung eines neuen CEO aus den eigenen Reihen sichert die notwendige Stabilität.
Die Wahl der Nachfolge liegt letztlich beim Board of Directors. Historische Beispiele zeigen: Der amtierende CEO kann Empfehlungen aussprechen, die endgültige Entscheidung bleibt jedoch beim Aufsichtsrat.