Der Mac Studio mit M5 Ultra wirkt mit Unterstützung für bis zu acht Bildschirme zunächst überdimensioniert. Schaut Ihr genauer hin, zeigt sich jedoch schnell, wie dieser Bedarf in der Praxis entsteht.
Apple bewirbt den neuen Mac Studio mit M5 Max damit, bis zu fünf Bildschirme betreiben zu können, beim M5 Ultra sind es sogar acht. Dabei gelten je nach Display-Typ bestimmte Einschränkungen, dennoch stehen tatsächlich fünf beziehungsweise acht Anschlüsse zur Verfügung. Die meisten Mac‑Benutzer:innen arbeiten allerdings nur mit einem, höchstens zwei Monitoren.
Gleichzeitig gibt es jetzt schon Nutzer:innen, die jede mögliche Anzeigeoption ausreizen. Es ist naheliegend, dass einige den neuen Mac Studio genau wegen dieser erweiterten Display-Unterstützung kaufen werden. Sie müsstet also nicht zwingend acht Standardmonitore anschließen, um an diese Grenze zu stoßen. Mehrere gewöhnliche Bildschirme können bereits sehr hilfreich sein, bevor es überhaupt um Spezialhardware geht.
Gerade Video-Editor:innen profitieren von einer breiten Monitorlandschaft. Schnittprogramme funktionieren besser, wenn Ihr alle Werkzeuge, Paletten und Optionen dauerhaft im Blick habt. Anstatt Fenster ständig zu öffnen, zu schließen oder einzublenden, verteilt Ihr die Bedienelemente auf verschiedene Displays und haltet so alles griffbereit.
Dazu kommt ein eigener Bildschirm für das Material, das Ihr bearbeitet. Programme wie Final Cut Pro und andere nichtlineare Schnittlösungen zeigen das Ergebnis zwar in einer kleinen Vorschau an, doch ein so kleines Fenster reicht oft nicht. Wenn Ihr an einer Produktion arbeitet, die später im Kino laufen soll, ist eine Vorschau im Postkartenformat wenig hilfreich. Dann wollt Ihr das Bild auf dem größten Monitor sehen, den Ihr bekommen könnt.
Wer Farbkorrekturen durchführt, nutzt in professionellen Schnittprogrammen zusätzlich eine Anzeige für Messinstrumente. Diese Scopes stellen das Bild als komplexe Diagramme dar und zeigen Details wie Farbverteilung, Sättigung oder Belichtung. Auch diese Informationen beanspruchen ihren eigenen, gut ablesbaren Bildschirm.
Ingenieur:innen benötigen präzise und oft sehr große Displays. Chirurg:innen können einen Monitor für sich selbst und weitere für das Team nutzen. In solchen Umgebungen wächst die Zahl der benötigten Bildschirme schnell.
Zu klassischen Monitoren kommen häufig Zeichentablets hinzu. Viele komplexe Grafikarbeiten sind mit einem Stifttablet genauer, komfortabler und insgesamt einfacher zu erledigen als nur mit Maus oder Trackpad. Dabei ist wichtiger, als es zunächst wirkt: Ein Zeichentablet ist technisch betrachtet ein Display.
Diese Geräte spiegeln häufig das Bild Eures Macs, damit Ihr direkt dort zeichnen könnt, wo Ihr arbeitet. Sie sehen nicht unbedingt wie herkömmliche Monitore aus, werden aber genauso als Anzeige erkannt und angeschlossen. So summieren sich die Displays schnell: ein großer Monitor fürs Editing, ein großer Vorschaubildschirm, ein Zeichentablet und weitere Anzeigen für Werkzeuge oder Messinstrumente.
In diesem Szenario wirken acht mögliche Bildschirme beim M5 Ultra immer noch großzügig, aber die Begrenzung auf fünf Displays beim M5 Max kann plötzlich eng werden. Gleichzeitig gibt es Situationen, in denen auch das nicht reicht. Es existieren Racks, mit denen Ihr gleich ein Dutzend Monitore montieren könnt, die dann wiederum vom Mac gespeist werden müssen.
Die vielen Anzeigeoptionen sind nicht nur für Euch am Schreibtisch gedacht. Der Mac dient auch als Werkzeug für Vorführungen und Installationen. Im heimischen Wohnzimmer kann er etwa ein komplexes Heimkino-Setup mit mehreren Bildschirmen steuern.
Auf einem Filmset kommen ebenfalls zahlreiche Displays zum Einsatz. Auf der Brücke der U.S.S. Enterprise in der Serie „Star Trek: Enterprise“ wurden alle Anzeigen von Macs angesteuert, und ähnliche Setups werden auch in neueren Produktionen genutzt. Auf der Bühne kann ein Mac im Hintergrund stehen, während auf mehreren Monitoren Noten für Euch und andere Mitwirkende angezeigt werden und gleichzeitig ein Video auf einer großen Projektionsfläche läuft.
Auch große Videowände, etwa in Auditorien oder Apple Stores, bestehen in der Regel aus mehreren Einzeldisplays, die gemeinsam wie eine große Fläche wirken sollen. Im kleineren Rahmen möchtet Ihr bei einer Präsentation vielleicht auf Eurem Monitor bereits die nächste Folie sehen, während das Publikum nur die aktuelle Ansicht gezeigt bekommt. Auch das zählt als zusätzliche Anzeige.
All diese Szenarien sind kostspielig, denn sie setzen mehrere Displays und entsprechend leistungsfähige Macs voraus. Trotzdem zeigt sich: Die Unterstützung von acht Bildschirmen auf einem Mac wirkt zunächst übertrieben, doch in der Praxis erreicht Ihr diese Zahl überraschend schnell.
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