Volkswagen (VW) sieht sich erneut mit Unsicherheiten in der Chip-Lieferkette konfrontiert. Hintergrund sind Exportrestriktionen für Halbleiter des Zulieferers Nexperia aus China.
Am Mittwoch hat Volkswagen vor vorübergehenden Produktionsunterbrechungen gewarnt, nachdem China Exportbeschränkungen auf Halbleiter des niederländischen Zulieferers Nexperia verhängt hat. Laut einer E-Mail von Volkswagen an CNBC ist Nexperia zwar kein direkter Lieferant des Unternehmens, jedoch verwendet VW einige Bauteile von Nexperia in Komponenten, die von den direkten Zulieferern des Konzerns stammen. Die Auswirkungen der Exportbeschränkungen betreffen daher nicht unmittelbar den Einkauf, sondern die vorgelagerten Lieferketten. Der VW-Konzern steht laut eigener Aussage in engem Austausch mit allen relevanten Akteuren, um mögliche Risiken frühzeitig zu erkennen und zeitnah auf neue Entwicklungen reagieren zu können. Aktuell sei die Produktion des Konzerns nicht beeinträchtigt, betont Volkswagen. Dennoch verweist das Unternehmen darauf, dass angesichts der dynamischen Situation kurzfristige Effekte auf die Produktion nicht ausgeschlossen werden können.
Die jüngste Warnung von Volkswagen folgt einer Stellungnahme des Verbands der Automobilindustrie (VDA). Dieser hatte zuvor darauf hingewiesen, dass der Konflikt zwischen China und den Niederlanden rund um Nexperia in naher Zukunft zu erheblichen Einschränkungen in der Produktion führen könne. Die Zunahme solcher geopolitischer Spannungen beeinflusst nicht nur Volkswagen, sondern auch andere Hersteller, die auf globale Lieferketten angewiesen sind. Der VDA richtet deshalb den Fokus auf die Risiken, die durch Exportrestriktionen und Handelskonflikte für den Automobilstandort Deutschland entstehen. Zulieferer und Hersteller reagieren zunehmend sensibel auf diese Unsicherheiten, um Lieferengpässe möglichst auszuschließen.
Die Ankündigung von Volkswagen blieb nicht ohne Folgen auf den Finanzmärkten: Die VW-Aktie verlor am Mittwoch um fast 2 Prozent bis 14 Uhr Londoner Zeit. Das entspricht einem Rückgang, der auf etwa 1,80 Euro beziffert werden kann. Ob und wie stark die Produktion tatsächlich von den Chip-Restriktionen betroffen sein wird, kann Volkswagen erst in den kommenden Wochen abschätzen. Das Unternehmen beobachtet die Entwicklung fortlaufend und prüft verschiedene Maßnahmen zur Risikominderung innerhalb der Lieferkette. Nutzer:innen der betroffenen Fahrzeuge und potenzielle Käufer:innen werden gebeten, die Nachrichtenlage weiter zu verfolgen, da es kurzfristig zu Änderungen in der Verfügbarkeit bestimmter Modelle kommen kann. Volkswagen betont, alle notwendigen Schritte zu unternehmen, um die Auswirkungen so gering wie möglich zu halten.
Via: https://www.cnbc.com
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