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Udio und Universal Music: Sind KI-Songs bald so populär wie Spotify?

Udio, eine auf Künstliche Intelligenz spezialisierte Musikplattform, und Universal Music Group haben sich nach einer Klage auf eine Zusammenarbeit geeinigt. Gemeinsam arbeiten sie an einem lizenzierten KI-Musikangebot, das 2026 starten soll.

Ende des Rechtsstreits und Beginn einer Partnerschaft

Universal Music Group (UMG), eines der größten Musikunternehmen der Welt, hatte ursprünglich gegen Udio und andere KI-Musikplattformen wegen angeblicher massenhafter Urheberrechtsverletzungen geklagt. Nach langer rechtlicher Auseinandersetzung haben sich beide Parteien jedoch auf einen Kompromiss verständigt. Udio und UMG planen, bereits im kommenden Jahr eine neue Plattform für KI-generierte Musik zu starten, die rechtlich abgesichert und auf Streaming ausgelegt ist. Nutzer:innen können dann Songs mithilfe von Künstlicher Intelligenz erstellen, teilen und lizensiert nutzen. Künstler:innen sollen gleichzeitig von einem integrierten Vergütungsmodell profitieren.

UMG-CEO Sir Lucian Grainge betonte, Ziel sei es, durch die Vereinbarung neue Technologien und Geschäftsmodelle zu fördern, von denen alle profitieren – Künstler:innen, Songwriter:innen, Musikfirmen und Technologieunternehmen. Diese Partnerschaft soll laut UMG die Grundlage für ein kommerziell stabiles KI-Ökosystem legen, das neue Musik-Erlebnisse für Fans ermöglicht.

Wie Spotify für KI-Songs?

Sowohl Udio als auch Universal Music sehen in der Zusammenarbeit einen Wendepunkt für die Musikbranche. Die Plattform könnte in Zukunft einen ähnlichen Einfluss auf KI-Musik haben wie Spotify auf das klassische Musikstreaming. Früher mussten Nutzer:innen Songs kaufen, heute reicht ein Klick auf Streaming-Plattformen. Mit KI-Promptboxen könnten Hörer:innen demnächst individuelle Songs mit wenigen Stichworten generieren. Zum Beispiel wäre es möglich, innerhalb von Sekunden eine elektronische Tanznummer mit K-Pop-Text und Mariachi-Bläsern oder ein Wiegenlied im Bon-Iver-Stil für sich zu gestalten. Die Technik gibt es zwar schon, doch fehlten bislang legale und geregelte Strukturen. Mit Universal Musics Unterstützung wird sich das ändern.

Der entscheidende Unterschied zu bisherigen KI-Musikplattformen ist die offizielle Unterstützung eines der größten Rechteinhaber. Udio und Wettbewerber wie Suno konnten bereits Songs aus Textaufforderungen erzeugen. Jetzt wird das erstmals rechtlich legitimiert und durch Künstler:innen sowie Rechteinhaber mitgestaltet.

Zukunftsaussichten und Konkurrenz

Nachdem Universal Music und Udio sich geeinigt haben, ist ein klares Zeichen gesetzt: Große Labels wollen KI-Technologien nicht länger einfach bekämpfen, sondern lieber selbst mitgestalten und profitieren. Udio-Chef Andrew Sanchez sieht die Zukunft darin, dass Kreativität mit neuen Werkzeugen erweitert wird und Künstler:innen, Musikindustrie und Community gemeinsam innovative Möglichkeiten schaffen.

Universal Music arbeitet aktuell nicht nur mit Udio, sondern auch bei KI-Technologien mit Partnern wie YouTube, TikTok und Meta zusammen. Das Ziel ist nicht, Urheberrechtsverletzungen vor Gericht endlos hinterherzujagen, sondern sich aktiv an der Weiterentwicklung der Musikproduktion zu beteiligen. Auch der richtige Zeitpunkt spielt eine Rolle, denn in der Branche wird gemunkelt, dass OpenAI eine eigene, leistungsstarke Musik-KI ähnlich dem Video-Tool Sora plant. Sollte OpenAI diesen Dienst vor Udios geplanter Plattform starten, könnte sich das Gleichgewicht auf dem Musikmarkt noch einmal verschieben.

Für euch als Nutzer:innen bedeutet diese Entwicklung, dass die Verschmelzung von Musik, Technologie und Künstlicher Intelligenz zunehmend neue Wege eröffnet, Musik zu erleben und kreativ zu werden. Lizenzierte, anpassbare KI-Songs könnten schon bald fester Bestandteil der digitalen Musiklandschaft sein.

Via: https://www.techradar.com
Titelbild: KI

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Michael Reimann

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