Trump Mobile verkauft nicht nur den umstrittenen „Trump Phone“, sondern auch generalüberholte iPhones und Galaxy-Modelle. Ein genauer Blick auf Preise und Bedingungen zeigt: Das Angebot ist wenig überzeugend.
Auch wenn inzwischen klar ist, dass es das „Trump Phone“ bislang nicht gibt, bietet Trump Mobile bereits andere Geräte an. Neben einer Anzahlung von 100 US‑Dollar (rund 92 Euro) für das geplante T1-Telefon verkauft der Anbieter vier generalüberholte Smartphones von Apple und Samsung, die sofort erhältlich sind. Zur Wahl stehen das Samsung Galaxy S23 und S24 sowie Apples iPhone 14 und 15.
Keines dieser Modelle ist aktuell. Die Galaxy-Geräte stammen aus den Jahren 2023 und 2024, die iPhones sogar aus 2022 und 2023. Zudem bietet Trump Mobile ausschließlich die Basismodelle mit 128 Gigabyte Speicher an. Varianten wie Plus, Ultra, Pro oder Pro Max fehlen, ebenso jede Option mit mehr Speicher. Selbst die Farbe lässt sich nicht auswählen, alle Geräte werden in Schwarz angeboten.
Diese reduzierte Produktpalette macht den Preisvergleich besonders einfach – und der fällt für Trump Mobile schlecht aus. Das iPhone 14 kostet dort 489 US‑Dollar (rund 451 Euro), das iPhone 15 liegt bei 629 US‑Dollar (rund 580 Euro). Apple selbst verkauft das iPhone 14 als generalüberholtes Gerät nicht mehr, bietet aber ein aufgearbeitetes iPhone 15 für 529 US‑Dollar (rund 488 Euro) an und das neue iPhone 16E für 599 US‑Dollar (rund 553 Euro).
Andere Händler:innen unterbieten Trump Mobile noch deutlicher. Amazon listet generalüberholte iPhone-14- und iPhone-15-Modelle für 305 US‑Dollar (rund 281 Euro) beziehungsweise 429,99 US‑Dollar (rund 397 Euro). Best Buy startet bei 327 US‑Dollar (rund 302 Euro) und 479,97 US‑Dollar (rund 443 Euro). Bei Back Market liegen die Preise bei 398 US‑Dollar (rund 367 Euro) und 536 US‑Dollar (rund 495 Euro) für die jeweils höchste Qualitätsstufe „Premium“. Nach aktuellem Stand findet sich kein Anbieter, der generalüberholte iPhones teurer verkauft als Trump Mobile; auch eine Recherche von Roman Loyola bei Macworld kam zu diesem Ergebnis.
Bei den Galaxy-Geräten wirkt das Bild auf den ersten Blick etwas freundlicher. Das Galaxy S23 kostet bei Trump Mobile 369 US‑Dollar (rund 341 Euro), das Galaxy S24 459 US‑Dollar (rund 425 Euro). Damit liegt der Anbieter unter den erneuerten Originalgeräten von Samsung, die mit 519 US‑Dollar (rund 478 Euro) und 599 US‑Dollar (rund 553 Euro) deutlich teurer sind.
Im weiteren Marktvergleich relativiert sich der vermeintliche Vorteil jedoch schnell. Amazon und Best Buy bieten das Galaxy S23 jeweils bereits ab 249 US‑Dollar (rund 230 Euro) an. Back Market verlangt für die beste verfügbare Zustandskategorie 290 US‑Dollar (rund 268 Euro) – und liegt damit ebenfalls klar unter dem Preis von Trump Mobile.
Trotz der hohen Preise vermittelt Trump Mobile nicht den Eindruck eines Premiumangebots. Der Shop erläutert nicht, wer die Geräte tatsächlich aufbereitet oder ob bei Reparaturen originale Ersatzteile verwendet werden. Die Beschreibung verspricht lediglich, alle vier generalüberholten Modelle seien „hier in den USA wieder zum Leben erweckt“ worden. Ein Hinweis auf eine Garantie fehlt komplett, während Apple, Samsung und Back Market jeweils eine einjährige Garantie auf ihre generalüberholten Geräte zusagen.
Zusätzlich fallen Ungenauigkeiten auf den Produktseiten auf. Sie nutzen das gleiche Bestell-Interface wie die Anzahlung für das T1-Telefon und werben damit, Käufer:innen könnten „die ersten sein, die ihr iPhone 14 erneuert bekommen“ – obwohl es sich um ein drei Jahre altes Gerät handelt. Gleichzeitig wird versprochen, man werde „heute nur 489,00 US‑Dollar“ belastet – was exakt dem vollen Gerätepreis entspricht.
Wer also ungeduldig auf sein T1-Telefon mit der Nummer 8002 wartet, dürfte mit einem Trump-Mobile-iPhone als Übergangslösung wenig gewinnen. Die Geräte sind älter, teuer und mit unklaren Konditionen verbunden.
Via: https://www.theverge.com
Titelbild: Apple
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