Die Apple Vision Pro verkauft sich weiter schleppend, doch Hinweise im Code aktueller Apple-Software deuten auf ein mögliches Nachfolgemodell hin. Ganz verabschiedet hat Apple sich vom „räumlichen Computing“ offenbar noch nicht.
In der aktuellen Vorabversion von macOS Tahoe 26.7 sind erneut Spuren eines möglichen Vision-Pro-Nachfolgers aufgetaucht. Laut MacRumors finden sich dort neben Bezügen auf neue M6-MacBook-Pro-Modelle und MacBooks mit OLED-Bildschirmen auch Hinweise auf ein Produkt mit dem Codenamen „N109“. Bloomberg-Journalist Mark Gurman hatte zuvor berichtet, dass dieser Codename mit einer zweiten Generation der Vision Pro verknüpft sei.
Schon zuvor war ein solches Vision-Pro-Folgeprodukt in Unterlagen der US-Zulassungsbehörde FCC aufgetaucht. Gleichzeitig hatte Gurman im Oktober 2025 geschrieben, Apple habe intern eine günstigere Version des Headsets gestrichen, um sich stattdessen stärker auf smarte Brillen zu konzentrieren. Diese widersprüchlichen Signale sorgen seitdem für Spekulationen, ob Apple an einem vollwertigen Nachfolger arbeitet oder lediglich alte Projekte auslaufen lässt.
Der VR-Analyst und Code-Experte Brad Lynch berichtet, dass im Code eine einzelne Referenz auf Dateien mit einem integrierten LiDAR-Sensor zu finden sei. Die Vision-Pro-XR-Brille nutzt solche Sensoren, um Abstände zu Objekten in der Umgebung zu erfassen. Lynch zufolge soll das fragliche Headset auf „Peridot“-LiDAR setzen, das erstmals im iPhone 15 Pro eingesetzt wurde, während frühere Headsets auf eine ältere LiDAR-Generation zurückgriffen.
Ob diese Hinweise tatsächlich auf ein neues Headset hindeuten oder nur Überreste eines eingestellten Projekts sind, bleibt unklar. Es könnte sich auch um Altlasten im Code handeln, die wie eine Art „Grabinschrift“ übrig geblieben sind. Gleichzeitig hätten die angeblich geplanten smarten Brillen, die mit den Ray-Ban-Meta-Brillen konkurrieren sollen, wohl deutlich weniger Bedarf für einen LiDAR-Sensor. Das lässt Raum für die Hoffnung, dass Apple ein Headset-Projekt weiterhin verfolgt.
Das zentrale Problem der Vision Pro ist der Preis. Das Headset startete 2023 mit 3.999 Euro, und auch die spätere M5-Version wurde leicht günstiger (3.699 Euro). Nach jüngsten Preiserhöhungen kostet die Vision Pro inzwischen wieder 3.999 Euro) und bleibt damit für die meisten Nutzer:innen ein sehr teures Nischenprodukt. Dieser hohe Preis gilt als wesentlicher Grund, warum weder die M2- noch die M5-Variante laut Berichten besonders gut verkauft wurden. Die Financial Times meldete zudem, Apple habe im vergangenen Jahr sowohl das Marketingbudget als auch die Produktion der Vision Pro zurückgefahren.
Während neue Hardware weiter auf sich warten lässt, versucht Apple, das Angebot an Inhalten für bestehende Vision-Pro-Besitzer:innen auszubauen. Neben bereits verfügbaren Live-Übertragungen von NBA-Spielen bietet Apple über Apple TV nun auch einige Live-Partien von „Friday Night Baseball“ an. Das erste von vier Spielen soll am 28. August zwischen den Boston Red Sox und den New York Yankees starten. Nach den bisherigen Basketball-Übertragungen könnte dies für viele von euch eine der eindrucksvollsten Möglichkeiten sein, ein Spiel aus der Nähe zu erleben, ohne selbst im Stadion zu sein.
Dennoch bleibt das Vision-Pro-Angebot begrenzt. Nach Apple-Immersive-Videos, 3D- oder IMAX-Filmen und gelegentlichen Einsätzen als riesiger virtueller Ultrawide-Monitor für den Mac landet das Headset bei vielen wohl wieder im Regal. Die Vision Pro gilt als technisch beeindruckend, ist innerhalb von Apples Hardware-Portfolio aber weiterhin ein randständiges Produkt. Daran dürfte sich selbst mit einem möglichen Nachfolger vorerst wenig ändern.
Via: https://gizmodo.com
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