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Tim Sweeney sieht neues Kapitel für Fortnite nach weiterem Erfolg gegen Apple

Epic-Chef Tim Sweeney bewertet ein aktuelles Berufungsurteil im Streit mit Apple als weitreichenden Schritt für alle App-Entwickler:innen. Die Entscheidung betrifft vor allem die Regeln rund um externe Bezahlwege im App Store.

Berufungsgericht rügt Apples Umgang mit externen Zahlungen

Kurz nachdem ein Berufungsgericht Apples Beschwerde wegen Missachtung früherer Auflagen zurückgewiesen hat, sprach Tim Sweeney in einem Interview über die Folgen des Urteils. Nach seiner Einschätzung „schaltet“ die Entscheidung Apples App-Store-Regeln aus, mit denen das Unternehmen sogenannte „Schrottgebühren“ einziehen könne.

Das dreiköpfige Gremium des Berufungsgerichts des neunten Bezirks bestätigte im Wesentlichen ein Urteil vom April. Darin war Apple vorgeworfen worden, eine Anordnung von Richterin Yvonne Gonzalez Rogers aus dem Jahr 2021 nicht ausreichend umgesetzt zu haben. Diese sollte Entwickler:innen erlauben, aus ihren Apps auf externe Zahlungsoptionen zu verlinken. Sweeney bezeichnet die Entscheidung als „wirklich großartig für alle Entwickler:innen“.

Besonders auffällig ist der Auftrag des Berufungsgerichts an Gonzalez Rogers, mögliche Wege zu prüfen, wie Apple dennoch angemessene Gebühren für Käufe erheben kann, die über externe Zahlungslinks zustande kommen. In ihrem Urteil vom April hatte sie Apple jegliche Gebühr auf externe Zahlungen untersagt. Anlass waren Maßnahmen wie eine Gebühr von 27 Prozent auf externe Transaktionen und die Vorgabe, Zahlungslinks nur als reinen Text darzustellen.

Nur Kostenersatz statt prozentualer Beteiligung?

Das Berufungsgericht hält fest, dass Apple grundsätzlich Gebühren erheben „sollte“, die sich an tatsächlich notwendigen und angemessenen Kosten für die Koordination externer Links orientieren, jedoch nicht darüber hinausgehen. Außerdem sei Apple „berechtigt zu einer gewissen Vergütung“ für die Nutzung seines geistigen Eigentums, das direkt dafür verwendet wird, verlinkte Käufe von Epic und anderen zu ermöglichen.

Sweeney hält in diesem Rahmen eine pauschale Abrechnung für denkbar. Soll eine App mit individuellen Link-Lösungen zur Prüfung eingereicht werden, könnten „mehrere hundert Dollar“ anfallen, was angesichts realer Personalkosten bei Apple aus seiner Sicht nachvollziehbar sei. Die aktuelle Entscheidung beende jedoch Apples Ansatz, „beliebige Schrottgebühren für den Zugang“ verlangen zu können. Vor diesem Hintergrund sieht Sweeney keine Grundlage dafür, einen prozentualen Anteil am Umsatz der Entwickler:innen zu verlangen.

Fortnite kehrt zurück – Apple und Google unter Druck

Wenige Wochen nach dem Urteil vom April ist Fortnite in den USA in den App Store zurückgekehrt. Zuvor war das Spiel fast fünf Jahre lang ausgeschlossen, nachdem Epic in Fortnite ein eigenes In-App-Bezahlsystem eingeführt hatte. Parallel setzen weltweit Gesetze Apple unter Druck, alternative App-Stores auf iOS zuzulassen, etwa der europäische Digital Markets Act. In Europa lässt sich Fortnite daher bereits über den mobilen Epic Games Store beziehen.

Sweeney wirft Apple vor, in jedem Markt so lange „Schrottgebühren“ zu verlangen, bis Behörden oder Regulator:innen eingreifen. Unklar sei, ob Apple diese Linie beibehalte, bis alle Verfahren weltweit verloren seien, oder ob das Unternehmen seine globalen Richtlinien irgendwann anpasse. Er hoffe auf eine „weiche Landung“ mit einer einheitlichen weltweiten Regelung.

Vom aktuellen Urteil erwartet Sweeney Rückenwind für Regulierungsbemühungen in anderen Ländern. Er hält es für fraglich, warum Staaten Gebühren tolerieren sollten, die ein US-Gericht für unzulässig erklärt habe.

Für Epic und Fortnite gab es zudem Neuigkeiten auf Android: Das Spiel ist in den USA auch in den Google Play Store zurückgekehrt, nachdem es dort aus demselben Grund wie im App Store entfernt worden war. Epic und Google hatten im vergangenen Monat eine weltweite Einigung in ihrem Rechtsstreit bekannt gegeben, die noch der gerichtlichen Bestätigung bedarf. Sweeney zeigt sich von der „neuen Generation“ der Android-Führung positiv überrascht und spricht von einem Neustart.

Via: https://www.theverge.com
Titelbild: KI (Zur Illustration)

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Michael Reimann

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