Spotify passt Empfehlungen an
Die Angaben stammen aus einer Mitteilung, die Spotify am Dienstag veröffentlichte. Das Unternehmen erklärt, seine Redaktion empfehle grundsätzlich keine Inhalte, die als minderwertige KI-Musik oder Spam erkannt würden. Seit den Anpassungen habe die Zahl der Rückmeldungen von Hörer:innen deutlich abgenommen, die solche Titel in ihren Empfehlungen bemängelten.
Spotify wertet mehrere Hinweise aus, um mögliche KI-Massenware zu erkennen. Dazu zählen die Reaktionen der Hörer:innen und deren Rückmeldungen, Muster beim Hochladen sowie Metadaten. Außerdem greift der Dienst auf KI-Erkennungssysteme von Drittanbietern zurück. Wie stark einzelne Faktoren gewichtet werden, geht aus der Mitteilung nicht hervor.
Kein allgemeines Kennzeichen für KI-Musik
Eine Kennzeichnungspflicht für sämtliche KI-generierten Titel hat Spotify bislang nicht eingeführt. Für Künstler:innen, die unter einer KI-Identität auftreten und keine reale Person darstellen, gibt es jedoch ein eigenes „KI-Persona“-Abzeichen. Musik solcher KI-Personas spielt Spotify nach eigenen Angaben nicht in Empfehlungen aus.
Andere Musikdienste verfolgen unterschiedliche Ansätze. YouTube Music kennzeichnet KI-generierte Songs. Deezer bietet Nutzer:innen eine Möglichkeit, minderwertige KI-Musik herauszufiltern. Bandcamp wiederum hat KI-Musik vollständig verboten.
Spotify meldete bereits früher Spam-Löschungen
Schon im vergangenen Jahr teilte Spotify mit, mehr als 75 Millionen Titel entfernt zu haben, die als Spam eingestuft worden waren. Die aktuelle Zahl von mehr als 50 Millionen bezieht sich laut dem Unternehmen auf KI-generierte oder als Spam betrachtete Tracks, die im Laufe des vergangenen Jahres aus Empfehlungen verschwanden.
Gleichzeitig arbeitet Spotify auch an Angeboten rund um KI-Musik. Gemeinsam mit Universal Music Group und dem unabhängigen Musikverlag Believe entwickelt der Dienst ein Werkzeug, mit dem sich KI-gestützte Musik-Remixe erstellen lassen. Wie sich dieses Vorhaben auf die Empfehlungen auswirkt, dazu machte Spotify keine Angaben.
Damit setzt der Dienst einerseits Maßnahmen gegen KI-Inhalte ein, die er als Spam oder minderwertig einstuft. Andererseits beteiligt er sich an der Entwicklung eines Werkzeugs für KI-Remixe. Die Mitteilung erläutert nicht näher, nach welchen Kriterien Spotify künftig zwischen solchen Inhalten unterscheiden will.