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Spine: Wanddisplay für Spotify und Apple Musik bringt das CD‑Gefühl zurück

Viele von Euch vermissen das Stöbern im eigenen CD-Regal, obwohl Ihr längst Musik streamt. Das Wanddisplay Spine will genau dieses Gefühl in die Streaming-Welt zurückholen.

Streaming-Bibliothek wie ein CD-Regal an der Wand

Ricardo Amorim hat mit seinem Start-up Spine Music ein Produkt entwickelt, das die Lücke zwischen Streaming und physischer Musiksammlung schließen soll. Sein erstes Gerät heißt Spine und ist ein digitales Musikdisplay, das Ihr mit Euren Konten bei Spotify, Apple Musik und Tidal verbinden könnt. Es soll im Herbst über Kickstarter starten, die Auslieferung ist für Anfang 2027 geplant.

Spine zeigt Eure gespeicherten Alben so an, als würdet Ihr vor einem CD-Regal stehen. Ihr könnt durch die Sammlung wischen, Alben auswählen und die Wiedergabe über Eure vorhandenen Kopfhörer oder Lautsprecher starten. Amorim betont, dass es ihm nicht darum geht, CDs oder andere physische Medien zu verdrängen, sondern die emotionale Bindung zur Musik im Streaming-Zeitalter zu stärken.

Die Idee treibt ihn schon seit Jahren um. Er suchte zunächst selbst nach einem solchen Produkt, fand aber nichts. Also kündigte er seinen Job, nahm eine Auszeit und entschied sich dann, Spine zu entwickeln. Für ihn ist das Display mehr als nur ein praktisches Regal für digitale Alben: Es soll eine „emotionale Wiederverbindung“ mit Musik schaffen, ohne die Vorteile von Streaming wie Verfügbarkeit und Komfort aufzugeben.

Albumzentrierte Bedienung mit Gesten statt Benutzeroberfläche

Spine setzt bewusst nicht auf eine klassische Benutzeroberfläche. Ein Kernkonzept sei, ganz ohne sichtbare UI auszukommen, erklärt Amorim. Die Bedienung basiert vollständig auf Gesten: Wischen zum Durchblättern, Tippen zum Öffnen, Tippen zum Starten der Wiedergabe. Sobald Eure Bibliothek geladen ist, gibt es keine weiteren Bedienelemente, nur Gesten, damit die Musik im Mittelpunkt bleibt.

Ebenso wichtig ist ihm der Fokus auf Alben. Spine verhält sich wie ein Musikregal, das Alben ausstellt. Ihr könnt zwar Playlisten importieren, doch das Display zeigt die dazugehörigen Alben an. So soll die Idee des Albums als geschlossene Einheit gewürdigt werden, inklusive der von Künstler:innen bewusst gewählten Reihenfolge und Dramaturgie.

Wichtig: Spine ist ein Display, kein Player. Wenn Ihr ein Album auswählt, startet Spine die Wiedergabe in Eurem verknüpften Streamingdienst, verarbeitet aber selbst keine Audiodateien. Laut Amorim gehört das Abspielen weiterhin zu den Streamingdiensten und zu Eurem vorhandenen Audio-Setup. Viele Menschen hätten in ihre HiFi-Anlagen investiert, und Spine wolle diese Hardware nicht ersetzen, sondern ergänzen.

Physische Medien bleiben Teil des Musikerlebnisses

Die Präsentation der Alben an der Wand weckt bei vielen Nutzer:innen Erinnerungen an frühere CD-Sammlungen im Wohnzimmer. Amorim beobachtet, dass es eine starke emotionale Reaktion auslöst, wenn Menschen ihre Musik wieder sichtbar an der Wand sehen. Er betont aber, dass Spine nicht gegen physische Medien antrete. Im Gegenteil: Er selbst vermisst das Blättern in Booklets und spezielle Beigaben wie Polaroids in bestimmten Alben und wünscht sich, dass Menschen weiterhin physische Ausgaben kaufen und erleben.

Spine soll vor allem die Verbindung zu Musik vertiefen. Für Amorim geht diese Verbindung über den reinen Klang hinaus: Musik stifte Beziehungen und Gespräche. Gerade die zufällige Entdeckung und der beiläufige Austausch über Musik seien im Streaming-Zeitalter seltener geworden. Spine soll solche Momente zurückbringen, etwa wenn Freund:innen zu Besuch sind, vor Eurer Wandbibliothek stehen und Alben wiederentdecken oder Neues finden.

Langfristig sieht Amorim Potenzial, das Konzept auch auf andere Medien wie Bücher, Filme oder Serien zu übertragen. Der Gedanke dahinter: Was sichtbar und begrenzt im Wohnraum präsentiert wird, kuratieren wir bewusster als Inhalte, die im Smartphone verborgen bleiben. Vorerst konzentriert sich Spine aber vollständig auf Musik und die Idee, digitales Streaming wie eine persönliche, sichtbare Sammlung erlebbar zu machen.

Noch müsst Ihr Euch gedulden: Vorbestellungen sollen im Herbst über Kickstarter starten, die Auslieferung ist für Anfang 2027 geplant. Dann wird sich zeigen, wie Musikliebhaber:innen auf dieses neue Wanddisplay reagieren.

Via: https://www.techradar.com
Titelbild: Spine

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Michael Reimann

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