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Sony und Honda begraben ihre Elektroauto-Marke Afeela

Sony und Honda stellen ihr gemeinsames Elektroauto-Projekt Afeela ein. Die geplanten Modelle für den US-Markt fallen einem Strategiewechsel bei Honda und einem schwierigen Umfeld für E-Autos zum Opfer.

Strategiewechsel bei Honda stoppt Afeela 1 und SUV

Die Gemeinschaftsfirma Sony Honda Mobility beendet die Entwicklung und den Marktstart ihrer beiden Elektroautos Afeela 1 und eines namenlosen SUV-Modells. Ursprünglich sollten die ersten Afeela-Fahrzeuge noch in diesem Jahr in den USA ausgeliefert werden. Der Afeela 1 sollte bei rund 90.000 US-Dollar starten. Das Joint Venture erklärt, es sehe keinen „tragfähigen Weg nach vorn“, nachdem Honda seine Elektroauto-Strategie neu ausgerichtet und eigene Projekte gestrichen hat. Darunter die Honda-Zero-Serie mit Limousine und SUV.

Honda hatte Anfang März angekündigt, Elektropläne für den US-Markt massiv zurückzufahren und mehrere Modelle zu canceln. Der Konzern rechnet mit einer Abschreibung von bis zu 2,5 Billionen Yen (15,7 Milliarden US-Dollar) auf seine EV-Investitionen. Und damit mit dem ersten Jahresverlust seit über 70 Jahren an der Börse. Durch den Strategiewechsel stehen Sony Honda Mobility bestimmte Technologien und Kapazitäten von Honda, die für Afeela vorgesehen waren, nun nicht mehr zur Verfügung. Kund:innen, die 200 US-Dollar für eine Reservierung eingezahlt hatten, sollen ihr Geld zurückerhalten.

Offen ist, wie es mit dem Joint Venture weitergeht. Sony Honda Mobility will gemeinsam mit Sony und Honda über die künftige Ausrichtung beraten und diese „so früh wie möglich“ bekanntgeben.

Von der Vision-S zum „Computer auf Rädern“ – und zum Aus

Sonys Autoambitionen begannen 2020 auf der CES mit dem Konzeptfahrzeug Vision-S, das den Einstieg des Elektronikherstellers in den Automarkt markierte. Der Wagen wurde als Plattform für Sonys Stärken in Unterhaltungselektronik, Sensorik und Gaming präsentiert und sollte als Beitrag zur „Zukunft der Mobilität“ dienen. Später wurde daraus die Marke Afeela, mit der Sony und Honda Autos als „Computer auf Rädern“ positionieren wollten.

Das Afeela-1-Serienmodell setzte stark auf Infotainment und Vernetzung: Bildschirme über die gesamte Armaturenbrettbreite, rund 40 Sensoren und Kameras für Fahrassistenz, Allradantrieb sowie Ansätze für erweiterte Realität und virtuelle Welten während der Fahrt. Sony kündigte zudem an, dass Besitzer:innen einer Playstation 5 Spiele direkt auf dem Fahrzeug-Infotainment streamen können sollten. Anfang 2026 startete im Honda-Werk East Liberty in Ohio eine Vorserienproduktion, auf Messen blieb es jedoch bei Präsentationen des Infotainments statt klassischer Probefahrten.

Zuletzt hatten Sony und Honda sogar ein Auslieferungszentrum in Kalifornien eröffnet und auf der CES ein SUV-ähnliches Afeela-Konzept vorgestellt, das ebenfalls in Produktion gehen sollte. In der offiziellen Mitteilung zum Projektstopp wurde der SUV jedoch nicht einmal namentlich erwähnt.

US-Elektroautomarkt unter politischem Druck

Der Rückzug von Afeela steht in einem deutlich raueren Umfeld für Elektroautos in den USA. Die Regierung von Präsident Donald Trump hat Klimaschutzvorgaben zurückgenommen, die Förderung beim Kauf von Elektroautos in Höhe von 7.500 US-Dollar abgeschafft und Zölle verändert. Der US-Markt hat sich damit wieder stärker fossilen Antrieben zugewandt, während sich die rechtlichen Rahmenbedingungen für Hersteller sprunghaft ändern.

In der Folge brachen die Verkäufe von E-Autos in den USA ein, mehrere reine Elektro-Start-ups gingen pleite oder verschoben Modelle, andere setzten wieder stärker auf Hybride. Große Hersteller wie Ford und General Motors reduzierten ihre EV-Programme und strichen Projekte. Auch Honda geriet unter Druck, mit sinkenden US-Verkaufszahlen und einem überalterten Modellportfolio. Gleichzeitig wird der Markt von etablierten Elektroanbietern geprägt, die im Premiumsegment mit teils stärkerem Markenprofil und ausgereifter Technik auftreten.

In diesem Umfeld musste sich Sony Honda Mobility eingestehen, dass die hochpreisigen Afeela-Modelle kaum noch realistische Chancen im US-Markt haben. Besonders der Afeela 1 als klassische Limousine traf auf eine Kundschaft, die zunehmend auf höher bauende SUVs setzt.

Via: techcrunch.com · www.theverge.com · www.ad-hoc-news.de · www.engadget.com

Bild Afeela

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Andreas Vogel

Autor Apfeltalk

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