Ein seltenes Apple-1 Modell aus den frühen Tagen von Apple wechselte am Wochenende für eine beeindruckende Summe den Besitzer. Das Gerät erzielte dabei einen deutlich höheren Preis als zuvor geschätzt.
Am vergangenen Samstag versteigerte das Auktionshaus RR Auctions in Boston einen außergewöhnlich seltenen Apple-1 Computer. Dieser stammt aus einer Serie mit nur neun bekannten Exemplaren, die in einem charakteristischen Holzgehäuse ausgeliefert wurden. Vor der Auktion lag das höchste Gebot bei 144.311 US-Dollar (ca. 134.600 Euro), die Expertenschätzung betrug rund 300.000 US-Dollar (ca. 280.000 Euro). Am Auktionstag wurde das Gerät inklusive 25 Prozent Käuferaufgeld („Buyer’s Premium“) jedoch für stolze 475.000 US-Dollar (ca. 443.000 Euro) verkauft. Der Endpreis lag damit fast 60 Prozent über den Prognosen der Auktionator:innen.
Im Vorfeld hatte das Auktionshaus ein Video veröffentlicht, das den funktionierenden Rechner in Aktion zeigte. Darauf sieht man, wie über die originale Kassettenschnittstelle mithilfe von Apple Basic Programme geschrieben und ausgeführt werden. Sogar ein „ASCII Demo“ läuft, das die Konterfeis von Steve Jobs, Steve Wozniak und das alte Apple-Logo auf einem Röhrenmonitor darstellt. Diese Demonstration dürfte die Wertschätzung des Geräts weiter erhöht haben.
Mehrere Faktoren sorgten für den hohen Auktionspreis dieses Apple-1. Nur neun Exemplare mit Byte-Shop-Holzgehäuse sind bekannt, von insgesamt 50 gebauten Rechnern dieser Serie. Zudem ist das angebotene Modell laut Versteigerung komplett ausgestattet und voll funktionsfähig. Ein besonderer Aspekt ist die belegte Historie: Es handelt sich um den sogenannten „Moore Apple-1“. Dieser gehörte der ersten Absolventin der juristischen Fakultät von Stanford, June Blodgett Moore. Diese zusätzliche persönliche Geschichte steigerte das Interesse bei Sammler:innen und Technikbegeisterten spürbar. Auch die Tatsache, dass Apple-Raritäten weiterhin unter Sammler:innen sehr gefragt sind, dürfte den Preis positiv beeinflusst haben.
Neben dem Apple-1 wurde am selben Tag auch ein von Steve Jobs signierter Scheck der Apple Computer Company versteigert. Dieser war auf einen Endpreis von 25.000 US-Dollar (ca. 23.380 Euro) geschätzt worden, wurde aber bereits im Vorfeld fast erreicht. Am Ende erzielte der Scheck ein Ergebnis von 46.250 US-Dollar (ca. 43.130 Euro) inklusive Aufgeld.
Die hohen Endpreise beinhalten das bei RR Auctions übliche Aufgeld von 25 Prozent für Käufer:innen. Der eigentliche Verkaufswert („Hammerpreis“) des Apple-1 lag deshalb bei 380.000 US-Dollar (ca. 354.500 Euro), das Käuferaufgeld betrug 95.000 US-Dollar (ca. 88.600 Euro). Sammler:innen, die sich solche technischen Relikte sichern möchten, müssen diese Gebühren einkalkulieren. Für den Steve Jobs Scheck betrug der eigentliche Hammerpreis 37.000 US-Dollar (ca. 34.500 Euro), auch hier kommt das Käuferaufgeld hinzu.
Diese Ergebnisse zeigen, dass Apple-Relikte aus den 1970er Jahren weiterhin hohe Summen erzielen und bei Technik-Sammler:innen sehr gefragt bleiben.
Via: https://www.tomshardware.com
Titelbild: RR Auctions
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