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Russland sperrt WhatsApp und Telegram und stuft Meta als extremistisch ein

In Russland sind WhatsApp und Telegram blockiert worden. Gleichzeitig hat die Regierung Facebook und Instagram gesperrt und den Mutterkonzern Meta als „extremistische Organisation“ eingestuft.

Staat setzt auf eigenes, unverschlüsseltes Chat-System

Mit den Sperren versucht die russische Regierung, Nutzer:innen auf einen eigenen Messenger-Dienst namens Max zu zwingen, der als WeChat-Klon gilt. Sämtliche Nachrichten in Max lassen sich nach Angaben aus dem Bericht von den Behörden mitlesen, da der Dienst nicht Ende-zu-Ende-verschlüsselt ist.

Russland hatte es in den vergangenen Wochen bereits zunehmend erschwert, Telegram zu nutzen. Nun wurde der Zugang praktisch vollständig unterbunden. Wie die Financial Times berichtet, ist inzwischen auch WhatsApp betroffen, ebenso wie Facebook und Instagram.

Laut dem Bericht waren bis vor Kurzem mindestens 100 Millionen Menschen in Russland bei WhatsApp aktiv. Die App wurde nun aus dem von der Aufsichtsbehörde Roskomnadsor betriebenen Online-Verzeichnis entfernt, was die Nutzung massiv einschränkt.

Komplette Kontrolle durch staatliche Infrastruktur

Russland kann diese weitreichenden Sperren umsetzen, weil der gesamte Internetverkehr im Land über staatlich kontrollierte Server geleitet wird. So lassen sich Dienste zentral blockieren oder drosseln.

Die Sperre von Telegram fällt besonders auf, weil der Dienst im Ukraine-Krieg eine große Rolle für russische Soldat:innen spielt. Sie nutzen ihn laut Bericht unter anderem für Warnungen vor Drohnen- und Raketenangriffen sowie für den Kontakt mit Familie und Freund:innen in der Heimat.

Berichten zufolge haben selbst Unterstützer:innen von Präsident Wladimir Putin verärgert auf die Blockade reagiert. Telegram war bislang ein wichtiges Kommunikationsmittel, auch im Umfeld der Regierung.

Meta in Russland als „extremistisch“ eingestuft

Wie das Technikmagazin Engadget festhält, hat Russland Meta offiziell als „extremistische Organisation“ eingestuft. Davon betroffen sind insbesondere Facebook und Instagram, die nun ebenfalls gesperrt sind.

Die Kombination aus gesperrten westlichen Plattformen und der Bewerbung des eigenen Messengers Max soll Nutzer:innen offenbar in ein vollständig überwachbares Ökosystem lenken. Alternative Kommunikationskanäle werden damit deutlich eingeschränkt.

Die Sperren betreffen Millionen Menschen in Russland, die bislang auf Ende-zu-Ende-verschlüsselten Austausch über WhatsApp und Telegram gesetzt haben. Für Apple-Nutzer:innen im Land bedeutet das, dass zentrale Kommunikations-Apps auf iPhone, iPad und Mac nur noch über Umwege oder gar nicht mehr erreichbar sind.

Via: https://9to5mac.com

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Michael Reimann

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