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Russland droht Apple mit Millionenstrafe wegen fehlender Staats-Apps

Russland erhöht den Druck auf Apple: Wegen angeblicher Diskriminierung staatlich unterstützter Apps droht dem Konzern eine Geldbuße von fast 52 Millionen US‑Dollar (rund 48 Millionen Euro). Auslöser ist der Streit um entfernte VK-Anwendungen und die Forderung, bestimmte russische Apps auf allen iPhones vorzuinstallieren.

Streit um entfernte VK-Apps und neue Auflagen

Am 25. Juni verlangte der Kreml von Apple eine Erklärung, warum Anwendungen des russischen Internetkonzerns VK aus dem App Store verschwunden sind. Russland wirft Apple vor, die VK-Apps und -Dienste ohne Vorwarnung und ohne Begründung entfernt zu haben. Im Raum stand sogar die Drohung, die Zusammenarbeit mit Apple vollständig zu beenden.

Nun geht Russland einen Schritt weiter. Die Föderale Antimonopolbehörde hat Apple offiziell gewarnt und verlangt, dass auf Apple-Geräten der Kurznachrichtendienst Max sowie russische Suchmaschinen vorinstalliert werden. Andernfalls droht eine Strafe wegen Benachteiligung russischer Software.

Wie die Nachrichtenagentur Reuters berichtet, soll die angedrohte Geldbuße bei etwa 51,6 Millionen US‑Dollar (rund 47,5 Millionen Euro) liegen, falls Apple die Vorgaben der russischen Behörden nicht bis zum 15. Juli umsetzt. Trotz der Drohung gilt es als unwahrscheinlich, dass Apple den Messenger Max oder russische Suchmaschinen fest auf iPhones und iPads in Russland integriert.

Apple verkauft keine Geräte mehr in Russland

Apple hat seit März 2022, kurz nach Beginn des russischen Angriffs auf die Ukraine, keine Produkte mehr offiziell in Russland verkauft. Autorisierte Apple-Händler:innen gibt es dort ebenfalls nicht mehr. Jedes iPhone und iPad, das in Russland landet, kommt daher über den grauen Markt ins Land.

Die Hardware ist davon abgesehen weiterhin funktionsfähig, und der App Store bleibt auf iOS-Geräten in Russland verfügbar. Apple ist in der Vergangenheit einzelnen appbezogenen Forderungen russischer Behörden nachgekommen und hat Anwendungen aus dem Store entfernt. Eine weitergehende Anpassung der Geräte speziell für Russland gibt es bislang jedoch nicht.

Entfernte VPN- und Medien-Apps, aber keine Vorinstallation

Im Juli 2024 entfernte Apple VPN-Apps aus dem russischen App Store. Im Oktober und November 2024 verschwanden zudem unabhängige Medien-Apps, deren Inhalte von russischen Behörden als „unerwünscht“ eingestuft worden waren. Zuvor hatte Apple im Februar 2023 bereits eine Kartellstrafe von 12,12 Millionen US‑Dollar (rund 11,2 Millionen Euro) gezahlt, weil iOS-Benutzer:innen zum eigenen In-App-Kaufsystem gezwungen wurden.

Nachdem Apple Irland im März 2026 wegen Verstößen gegen Russland-Sanktionen belangt wurde, sind Abonnements und Zahlungen für Apple-Dienste in Russland nicht mehr verfügbar. Trotzdem bleibt das Verhältnis zwischen Apple und den russischen Behörden angespannt. Im September 2023 warnte Apple russische Journalist:innen vor staatlich gesteuerter Spionagesoftware, während russische Stellen Apple wiederum beschuldigten, den USA beim Ausspionieren von iPhone-Nutzer:innen zu helfen.

In der Praxis beschränkt sich Apples Entgegenkommen derzeit auf das Entfernen von Apps aus dem App Store. Eine spezielle regionale Geräte-Konfiguration für Russland, wie in anderen Märkten, ist nicht absehbar, zumal Apple dort offiziell nicht verkauft. Im günstigsten Fall könnten VK-Apps in den russischen App Store zurückkehren. Die staatlich unterstützte Max-App dürfte jedoch auch weiterhin nicht vorinstalliert auf iPhones in Russland erscheinen.

Via: https://appleinsider.com
Titelbild KI (Zur Illustration)

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Michael Reimann

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