Ron Johnson, von 2000 bis 2011 Leiter des Einzelhandels bei Apple, hat in einem Interview seine Zusammenarbeit mit Steve Jobs und den Aufbau der Apple Stores eingeordnet. Er beschreibt, wie aus einer anspruchsvollen Partnerschaft eine prägende Retail-Strategie entstand, die die heutigen Apple-Ladengeschäfte maßgeblich formte.
Im Gespräch mit WWD schildert Ron Johnson, wie er bei Apple als Head of Retail neue Wege im Einzelhandel gegangen ist – und dabei regelmäßig auf Widerstand von Steve Jobs stieß. Jobs habe sich häufig überzeugen lassen müssen und habe manchen Vorschlag zunächst abgelehnt.
Ein Beispiel: Jobs mochte die Idee von Apple Stores in Einkaufszentren nicht. Er habe laut Johnson gesagt, Malls seien „voller mieser Läden“ und habe außerdem Geschäfte mit Säulen „absolut gehasst“. Um Jobs entgegenzukommen, musste Johnson einige Standorte verlegen. Gleichzeitig erkannte Jobs Johnsons Expertise im Einzelhandel an. Aus der anfänglich rein beruflichen Zusammenarbeit entwickelte sich über die Jahre eine enge Freundschaft und Partnerschaft.
Trotz der hohen Erwartungen von Jobs hatte Johnson weitreichende Freiheiten. Er konnte sein Konzept für Apple Retail weitgehend umsetzen und das Team auswählen, das diese Vision realisieren sollte. Nur Läden mit Säulen blieben ein Sonderfall: Sie mussten persönlich von Steve Jobs genehmigt werden.
Ein zentrales Thema des Interviews ist der ikonische Apple Store in der Fifth Avenue in New York, bekannt durch seinen gläsernen Würfel. Johnson nennt diesen Store als eines seiner wichtigsten Projekte bei Apple. Er erklärt, dass ein Apple Store ein Volumen von 15 Millionen US-Dollar erreichen musste, um profitabel zu werden.
Bereits in der ersten Nacht setzte der Store an der Fifth Avenue nach Johnsons Angaben 1 Million US-Dollar um und erzielte in einem Jahr 350 Millionen US-Dollar Umsatz. Die übrigen Filialen folgten dieser Entwicklung: Bis zu seinem Weggang im Jahr 2011 hätten alle Apple Stores jährlich rund 50 Millionen US-Dollar umgesetzt.
„Die Stores waren die produktivsten der Welt, aber das passierte nicht über Nacht“, wird Johnson zitiert. Es habe Zeit und viele Anpassungen gebraucht, doch man habe die ursprüngliche Vision nie aufgegeben.
Die Vision hinter Apple Retail zielte darauf ab, dass Kund:innen Produkte nicht nur sehen, sondern auch verstehen und ausprobieren konnten. Johnson grenzt dies von damaligen Elektronikketten wie CompUSA und Circuit City ab, ebenso wie von kleineren Apple Specialists, die oft keine Demogeräte anbieten konnten. In den Apple Stores sollen Kund:innen erleben, was ein Mac oder iPod im Alltag leisten kann – etwa CDs brennen, Fotos hochladen und bearbeiten oder Zubehör wie Kameras und Drucker einbinden.
Aus diesem Ansatz heraus entstand auch die Genius Bar. Laut Johnson versuchten die Mitarbeiter:innen in den Stores, „zu verstehen, warum ihr in den Laden gekommen seid, und das für euch durch ein neues Produkt oder Hilfe zu lösen“. Die Geschäfte seien um diese Idee herum aufgebaut worden.
Johnson berichtet außerdem von seinem Abschied aus dem Unternehmen. Als er 2011 den Wunsch äußerte, Apple zu verlassen, habe Jobs seine Entscheidung unterstützt und Johnsons Leidenschaft für den Einzelhandel anerkannt. Die geplante Trennung fiel jedoch in eine Phase, in der Jobs erfahren hatte, dass er nur noch sechs Monate zu leben habe. Aus Respekt entschied sich Johnson, bei Apple zu bleiben, bis Jobs verstorben war.
Später wechselte Johnson zu JCPenney und wurde dort CEO. Seine Zeit bei Apple und die Entwicklung von Apple Retail sieht er als prägenden Abschnitt seiner Laufbahn. Über diese Erfahrungen schreibt er in seinem neuen Buch, das er gemeinsam mit Zander Nethercutt verfasst hat. Es erscheint am 22. September unter dem Titel „Shop Different: How Retail Revealed Apple’s Genius“.
Hinweis: Dieser Beitrag ist eine automatisch erstellte Zusammenfassung mithilfe von Künstlicher Intelligenz. Eine redaktionelle Prüfung fand nicht statt.
Via: appleinsider.com
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